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Siehst du, jetzt gefall ich dir doch, und ich hab nämlich gesehen, wie du immer zu Beatriz rübergeguckt hast, direkt über meine Schulter. Meine Brüste hältst du immer noch fest, während du mit dem Gesicht an mir runterrutschst. Ach, ich weiß, das hat die Steffi manchmal erzählt, wie gern du leckst. Und dass du ganz gefühlvoll leckst, hat sie gesagt, nicht so hart und fest wie mit ’nem Hobel, hat sie gesagt, weil da gibt’s Kerle, die saugen und drücken da an dir rum …, aber weißt du, ich mach mir nicht viel draus, so oder so, o.k., kneifen muss es ja nicht, und auch wenn ich jetzt stöhne, ist eher so ein leises Piepsen, weil das mögen die Männer, ich piepse wie ein kleiner Vogel. Und du versuchst, meinen Kitzler zu finden, ihn genau mit der Zunge rhythmisch zu treffen, aber das ist nur sowas wie ein ganz leises fernes Pochen irgendwo in mir drin, nicht unangenehm, nicht angenehm, ist so, wie’s ist, und ich piepse wie ein …, hatten wir schon. Und plötzlich bin ich müde.

Ach, die Beatriz, was hättest du bei der Beatriz gewollt, und ich mach eben nur das Übliche, was ja schon viel ist, und weil man das auch erstmal richtig machen muss, nur das, was ich ihnen sage, was ich vorher, also meistens auf dem Zimmer erst, sage, wenn sie nicht schon unten am Tresen fragen, aber meistens reden wir erst auf dem Zimmer richtig und reden darüber, was du denn willst, na ja, manchmal auch unten schon, das kommt immer drauf an, wer sich da schon was traut, nur ganz selten lass ich mich küssen, also auf den Mund, und mach den Mund dabei auf, fast nie eigentlich, aber …, irgendwie kann ich da mit umgehen, dass das manchmal passiert, schon komisch, weil die meisten Mädels sagen, nee, nie. Wie die Steffi. Die Silvana. Nie. Die hat immer, also zu mir, gesagt, dass sie das nicht weggibt.

Die Beatriz, ja warum denn die schon wieder in meinem Kopf drin ist, will ich gern mal wissen. Wir haben immer was zu lachen, wenn sie von ihrer Zeit bei der Domina erzählt, und sie war wohl auch noch woanders und öfters aktiv als Domina und in so Studios, vor der krassen Sache oder nachher, weil wir alle anscheinend nicht genau wissen, wann das nun genau war. Und ich meine, dass wir da lachen, mit ihr zusammen, und sie da wie ’ne alte Showmasterin, mit allen Wassern gewaschene Showmasterin in unserer Mitte sitzt, ich meine, da finde ich die Lästerei, wenn sie mal nicht da ist, schon blöd. Schon scheiße. Ja.

Weil wir da lachen müssen. Das glaubst du nicht. Wie die mal einen Gast gehabt hat, der wollte ihr Hund sein, der wollte das und hat sich nichts so sehr gewünscht und auch da richtig viel Geld für gezahlt, sagt sie, und ich glaub das sofort, weil man ja selbst auch so Gäste und Kunden, die man so gehabt oder abweisen und wegschicken musste, weil man das ja nicht anbietet, Kacke und sowas, sie führt den also spazieren, so richtig an der Leine mit Halsband, und der nur in T-Shirt und Shorts, weil der wollte das, dass die ihn spazieren führt, dass die mit ihm Gassi …, da mussten wir immer so lachen …, und einmal ist die mit ihm raus, weil sie sich Zigaretten holen wollte, in so einem kleinen Spätverkauf, oder, ich glaub, das war ein Konsum, so einer von den Eck-Konsums, wie’s sie kaum noch gibt, Nachbarschaftsläden nannten die das, also die Konsum-Leute, die Konsum-Chefs, so einer, wo die ganzen Alten immer hingehen, weil’s eben um die Ecke ist und sie alle kennen, die Verkäuferinnen und die anderen Alten, die da auch hingehen, und sie leint den da draußen an, an ’ner Regenrinne, glaub ich, an so einem Rohr, und vorher ist er hinter ihr her auf allen vieren über die Straße. Und wie sie ihn da anleint und in dem Laden drin ist, fängt er an zu jaulen und zu winseln, aber wie. Und als sie wieder rauskommt, da springt der Hundemann an ihr hoch, schreit fast, also so ein Freudenjaulen, leckt ihr die Schuhe, leckt ihr die Beine, kriegt sich gar nicht wieder ein. Ich glaub, wenn hier so einer wäre, wenn hier so einer einen auf Hund machen würde, der Hans würde ihn am Kragen packen und raus auf die Straße schmeißen. Obwohl …, wenn der Gast zahlt. Aber wir haben hier kein SM-Zimmer. Wird vielleicht noch.

Olaf hieß der, als ich achtzehn war, der so zart und lieb zu mir war, das kannte ich nicht so, und da habe ich schon gelitten, als der weg war. Und dann kam er wieder, zwei Jahre später. Und der war eigentlich, wenn ich so zurückdenke, der Einzige, bei dem ich was gespürt habe. Ist blöd. Ist komisch. Aber ist, wie’s ist. Oder war. Hab eben immer die falschen Typen gehabt. Manchmal glaube ich, dass da was nicht stimmt mit mir. Aber da suche ich und find nichts, und es ist eben nicht immer die Küchenpsychologie. Wo’s mir doch gutgeht. Und ich jede Menge Zeit so für mich habe. Nach der Arbeit.

Er rutscht wieder an mir hoch, Zunge wohl müde geworden. Und ich sehe, dass er fast steif ist. Das wird leicht. Manchmal muss ich sie bearbeiten wie verrückt, dass mir fast der Arm abbricht, weil sie zu viel getrunken haben. Oder wenn ich sie ewig blasen muss, ich hab nunmal einen kleinen Mund, dann knackt das, wenn ich mir selbst die Wangen und die Kieferknochen massiere und meinen kleinen Mund öffne und schließe. So kommt’s mir jedenfalls vor. Verspannt, verkantet und verkannt. Ach, Rotkäppchen … Ja, Großmutter? Warum hast’n du so einen schiefen Mund, mein Mädchen. Bleib mir bloß weg mit dem Sekt. Ob ich ihn dir lutsche? Na klar. Süßer, was denkst du denn, wo du bist? Das Letzte sage ich nicht, weil er natürlich genau weiß, wo er ist. Plus Träume. Plus Illusionen. Da lächele ich und ziehe ihm einen Gummi drüber. Manche Mädels können das mit dem Mund, ich möchte das auch mal probieren.

Die Gäste sollen ja drauf abfahren, habe ich gehört. Eigentlich egal. Ging immer so. Ja.

Er wird jetzt richtig hart. Und während wir noch unten und vorhin und dann später und immer mal wieder an der Bar sitzen und die Achtziger um uns rum dudeln, beobachte ich dich. Wie du doch ein bisschen unruhig bist. Nur ein bisschen. Wir sind beide routiniert. Das passt schon.

Nach der Arbeit geh ich nach Hause, mache meine Tür zu und zähle mein Geld. Also virtuell. Immer schön aufs Konto. Das meiste. Vieles lieber cash. Ich kenn den Hans schon lange. Da finden wir immer einen Weg. Wegen der Steuer. Letztens waren hier wirklich welche vom Arbeitsamt. Die Sitte, wie man so sagt, also die Bullen von der Sitte, filmmäßig, die kommen eigentlich nicht mehr. Ist auch alles sauber hier. Aber vom Amt, die sind die Schärfsten, die wollen Papiere, die checken alles. Hab ich kein Problem mit. Die wollen eben sehen, dass keiner doppelt kassiert. Also Staat macht und Club. Doppelt kassieren? Nee. Da wär ich ja schön blöd. Verdiene genug. Trotz Steuer. Und zahl privat in die Continentale. Keine Schleichwerbung. Eine von vielen. Krank werden möchte ich nie. War’s auch nicht weiter groß bis jetzt. Was ein Glück. Bin ja auch noch keine …, also noch längst nicht dreißig. Fünfundzwanzig, sechsundzwanzig, vierundzwanzig, siebenundzwanzig, wie schnell das geht. Muss keiner wissen. Sehe mich auch immer noch ganz zufrieden in den Spiegeln.