Выбрать главу

Die Frau, drüben im Amalgam der Stadt, der Nachbarstadt, der Vorstadt …, ich kann’s hier nicht sagen, aber ich habe mich fast verliebt in sie. SIND WIR JETZT GERADE OFF-LINE? Unser geachteter Mann, unser Manager der behinderten, will sagen verhinderten Prothesen (denn wir wissen ja alle, was neunundneunzig geschah, in jenem dunklen Jahr), unser König der Vermietung ist dort und vermietet, ich habe gesehen, wie er in seinen Mercedes gehumpelt ist. Ich habe gesehen, wie seine Jungs, seine Armee die Geschäfte ruhig hält, und während ich sie bespritzte, lobte sie. Ihn.»Das ist ein ganz Guter!«Und die Arbeitsbedingungen. LOB LOB LOB: devote Lady mit Geilheit und Hingabe. Nun weiß ich nicht, ob sie für ihn oder den anderen Mann im Schatten arbeitet, obwohl der ja nur die Puffs und Clubs verwaltet, aber wen stört das schon, beide sind sie korrekte Geschäftsmänner. Wenn ihr mich fragt, Männer.

Und da sind wir wieder. HALLO, MEINE LIEBEN. War nie wirklich weg. ICH BIN WIEDER HIER, IN MEINEM REVIER.

Und ihr erwartet die Tipps von mir. Ich bin dabei. Es schmeckt mir nach Pisse auf der Zunge. Geil. Wir wandern durch die Hunderte Weiber, wir testen sie aus, wir probieren, wir geben gerne Geld für die Löcher. Wir sind wieder on-line. Losgehen, losfahren, klingeln. Wohnungen, kleine Puffs, schöne Clubs, wunderbare Frauen. Sechs- bis siebenhundert in unserer Stadt, Tendenz steigend, immer parallel zur Einwohnerzahl … Jetzt meckert nicht rum, die ersten Mails flattern schon rein in endloser Flatulenz, dass ich zur Sache kommen soll, denn wir haben ja noch einen Überraschungsgast, aber vorher: Die Rubrik» Kaviar — wo ist das wahr?«, die gibt’s nicht mehr, die habe ich gestrichen, der Braunstift malt hier nicht mehr in der Hose und auch nicht Richtung Dose, wenn ihr versteht, meine Lieben, was ich meine, meine Lieben. Ich habe immer versucht, mir vorzustellen, was daran geili geil sein soll, wenn die Wurst unser Gesicht oder unsere vor Geilheit straffe Männerhaut umspielt …, nein, sage ich, da bin ich ganz Egoist, auch wenn ich verstehe, dass die Wonnen einer blonden Dusche nicht zu verachten sind, da habe ich gleich unter der Hand einen Tipp. Tippt mit! Da ist jene Nicole, jene nimmersatte Nymphe, die Nummer seht ihr auf meiner Seite, hier nochmal schnell die Adresse, weil mitgehört ist mitgemacht. Das Eisenschloss, dieses wunderbar verhurte Haus im Süden unserer Stadt Eden, und das meine ich als Kompliment für die Huren, unsere Frauen, die sich dort dem hartschwänzigen Stamm der Gäste hingeben, Straße XXXX, Nummer X, unten klingeln, die Auswahl wartet drinnen, die feuchtwarme Nicole war letztens in der zweiten Etage, wo sie sich bereitwillig und breitwillig, meine natürlich breitbeinig, über dich hockt, Champagner-Wetter, und dich in der weißen kühlen Badewanne mit ihrem gelben heißen Saft …, und jetzt versagt meine Poesie, diese meine nachtgegebene …, einfach geil und herrlich vollpisst. Wenn du das wünschst. Als ich noch verheiratet war, war die Dusche, waren die Wasserwerke danach wichtig. Oh, wie wichtig. Denn vergesst nicht, die Nasen der Frauen sind misstrauisch. Nun haben wir den Faden verloren. Der Faden des Safts, der aus dem preisverdächtigen Mundfötzchen der N. N. läuft … Schaut auf meiner Seite, wo die Rubrik der liebevollen Mundfickerinnen schon beim Lesen …, da muss ich selbst bald nochmal schauen, wer diesen wunderbaren Entsaftungsservice bietet, denn viele sind es nicht …, ihr seht, ihr schwebt, für jeden ist was dabei. Aber nun wieder zur knallharten Berichterstattung, zur knallharten Aufklärungsarbeit, FAKTEN FAKTEN FAKTEN, nicht nur über die Nackten und Gefickten! J’accuse, ich klage an: jenen Gerüchteküchenkoch, der den Alten vom Berge, unseren Geschäftsmann der Lust, den Vermieter der Paradiese, anklagt, dass er Frauen importiere, dass er Frauen zwinge beziehungsweise mit den Importeuren und Erzwingern eng zusammenarbeite, und dann führt dieser Ankläger in den Weiten des Netzes sogar Namen ins Feld. Rechtlich bedenklich scheint mir das, aber lassen wir die Fakten sprechen, das Protokoll der Schande ungekürzt hier auf meiner Seite, nur einen Klick entfernt, und gleich hier und live in Auszügen gelesen von eurem Ecki und mit Anmerkungen von eurem Ecki, der euch, meine Lieben, versichern kann, dass alles legal und koscher ist in den Zimmern unseres Vermieterkönigs! Und gerade die heißen Puszta-Mädels, unsere süßen Ungarinnen, sollen es sein, die da unter Zwang stehen! Und nicht nur eine führt der besorgte Bürger namentlich an, wir haben sie vorhin besprochen, rezensiert wie ein gutes Buch, und ich zitiere des Weiteren aus den Protokollen der Unweisen beziehungsweise des Unweisen, und wer alles wissen und lesen will, die große Hurenverschwörung beziehungsweise — ausbeutung, klicke nicht dem süßen Mädel ganz oben auf meiner Seite zwischen die Beine, da findet ihr die Nummern und Adressen und Bewertungen, klickt auf den kleinen Hydra-Kopf unten auf der Seite, um den sich die Schlangen winden, und bevor unser Überraschungsgast zu Wort kommt, lese ich jetzt einige Auszüge, ganz unkommentiert:

«Die osteuropäischen Frauen müssen täglich siebzehn, achtzehn Stunden in den Wohnungen arbeiten, das ist wie eine Dritte-Welt-Ausbeutung. Sie dürfen keine eigene Freizeit haben, sie dürfen die Wohnung nicht alleine verlassen, werden unter Zwang festgehalten. Die Vermittlerbande schickt die Mädchen immer wieder in andere Städte Deutschlands und Europas, damit sie keinen Kontakt zu anderen Mädchen außerhalb der Wohnungen aufbauen können.

Die Zuhälter wenden Gewalt an, wenn die Frauen die Forderungen nicht erfüllen. Sie müssen Extraleistungen erbringen, ohne Schutz. Die Strafen, wenn die Frauen die Leistungen nicht erfüllen, sind so hoch, dass sie unter Zwang alles ausführen, was die Freier und Zuhälter von ihnen verlangen. Sie müssen für die Wohnungen auch viel höhere Tagesmiete zahlen als die deutschen Frauen und fast alle Einnahmen an die Hintermänner abgeben. Ich habe starke Hinweise darauf, dass die Behörden von diesem Zwangssystem profitieren und deshalb nichts gegen diese Verbrechen unternehmen.«

So weit, so schlecht, meine Lieben. Und unsere Leitung summt, und die Daten flimmern durchs Netz, und ich, euer Ecki, euer ewiger Ecki, fließe durch die Stimmen und die Seiten und gleite durchs Gewirr der silbernen Fäden, und das Telefon klingelt, und ich freue mich auf meinen Überraschungsgast, den Mann, der wie einst Orpheus den Weg aus der Unterwelt fand, zurück ins Licht, zurück ins Licht.

Aber bevor wir den großen Mann zu Wort kommen lassen, noch ein vorher aufgezeichneter Kommentar einer Liebeskünstlerin, einer Sexarbeiterin, die ich persönlich schon mehrfach besucht habe und die ich hier in einer der letzten Sendungen in höchsten Tönen lobte, die aber mittlerweile — leider, leider! — in einem anderen Beruf tätig ist. Und die sich unbedingt äußern wollte zu diesen Vorwürfen gegen ihren ehemaligen Chef und Vermieter. Band ab, meine Lieben:

«Ich weiß nicht, was hier für ein Szenario über BIEP gemacht wird. Ich habe bei ihm über Jahre Wohnungen angemietet zu fairen Preisen. Auch habe ich mit Ungarinnen und Kolleginnen aus aller Herren Länder zusammengearbeitet, und meistens gut zusammengearbeitet. Habe diesbezüglich nichts von Schlägereien und Zwangsprostitution erfahren oder miterlebt. BIEP ist ein korrekter Mensch, ist jederzeit für seine Mädels da. Ich schätze ihn sehr in dieser Branche. Und all das negativ Geäußerte, all diese Anschuldigungen kann ich nicht nachvollziehen, kann ich nur negieren. Er ist fair und ein großartiger Mensch.«