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Das Schneetreiben beginnt. Wo bist du? Wohin gehst du? Öffne deine Augen. Ein dunkler Fluss unterm Zug und unter dir. Kleine Eisschollen auf dem Wasser. Wie die Geräusche sich ändern, wenn du über die Brücken fährst. Hast du nicht Berge gesehen, vor Stunden, Tagen? Als der Mann dir den Stock überreichte. Als der Mann dich zum Ufer des Meeres führte. Flache, geschwungene Hügel. Oder waren das die braunen Dächer der Häuser?

Der Mann spricht zu dir. Du sitzt in einem Raum aus Papier. Du bist am anderen Ende der Welt.»Sekai, do«, sagt der Mann, und du trinkst aus einer kleinen Schale etwas, das warm in dein schmerzendes Bein dringt, Kälte und das Gefühl, dass es die Beine eines anderen sind,»indeed, it is difficult to understand …«, ja, das verstehst du und willst sprechen und öffnest den Mund und spürst, dass du trinkst, während du sprechen willst, und sinkst zurück auf der kleinen Bank …,»to understand the world as it is …«Der Mann spricht langsam und mit rollendem R, er blickt beim Sprechen auf den kleinen Tisch mit den Gefäßen und Schalen, graue Haare hängen in seine Stirn.

«Die Welt«, willst du sagen, weil du verstehst, zu verstehen glaubst, und deine Brust wird nass, und die Schale rutscht leer auf den Boden, und du legst die Beine zur Seite und bewegst den Arm und bewegst die Hand, damit er geht,»Wer bist du?«

«Although it seems true, it is not, and although it seems false, it is not.«

Du sitzt in einem Zimmer. Der Schlüssel mit dem großen Plastikanhänger vor dir auf dem Tisch. Zwei andere Schlüssel daneben. Silberne Anhänger, die kugelförmig enden, wie Miniatur-Schlagstöcke. Eine Chipkarte in einem kleinen Pappschuber. Eine Nummer darauf. Du blickst aus dem Fenster.

Ein Park gegenüber. Schnee auf den Bäumen, Türme hinter dem Park, hinter den Bäumen, weit weg oder ganz in der Nähe, die Entfernungen verändern sich, Hochhäuser, die durch Brücken verbunden sind, Gänge aus Glas. Ein tempelartiger Flachbau mit geschwungenem Dach zwischen dem Weiß und dem Grün des Parks, denn die Bäume sind nicht kahl, Winter in dieser Stadt, aber Tage, daran erinnerst du dich jetzt, die nach Frühling rochen, die Luft plötzlich mild, und der Himmel klar, kein Grau mehr, aus dem der Schnee nass auf dein Gesicht fiel, aber dann wieder ein eisiger Wind, der dich packte auf deinen Wegen durch die Nacht, durch die Neongassen, am Fluss entlang, durch leere Parkanlagen, die kleinen Wäldern glichen, wohin gehst du? Und was suchst du?

Das Fenster ist geöffnet, du weißt nicht, wie lange du hier schon sitzt. Du starrst auf das gelbe Licht, das aus der Tür des Tempels zu dir dringt. Du nimmst den Fahrstuhl und fährst in die siebenundzwanzigste Etage, eine kleine alte Frau steht neben dir. Du liegst auf dem Bett, hast dich mit deinem Mantel zugedeckt, und das gelbe Licht des Tempels dringt durch die Gardinen. Sitzt dort nicht ein Mann an dem Tisch? an dem du selbst eben oder irgendwann gesessen hast? du blickst an die Decke, um ihn nicht sehen zu müssen. Aber du siehst ihn und kennst ihn. Und weißt, dass er nicht hier sein darf.

«Keine Angst, ich bin allein gekommen.«

Später fliehst du vor dieser Stimme. Du stehst in einer Halle, in einem ungeheuren Raum, Pachinko, Pachinko, das Dröhnen von Lautsprecheransagen, du blickst auf die Gesichter der Männer, der Spieler, die in endlosen Reihen in ihren Raumsesseln sitzen und in die Tiefen der Spiegel schauen, in denen silberne Kugeln durch ein Labyrinth aus Stahlstiften, Gassen, Klappen und Kanäle laufen, auf sich drehenden Scheiben, und neue Labyrinthe aus Tausenden von Stahlstiften entstehen, Urwälder aus Nägeln, du hast so ein Spiel noch nie gesehen, du läufst durch die Reihen der schlafenden Spieler, du läufst durch die Straßen deiner Stadt, stehst vor den Maschinen deiner ersten Spielothek, wirfst Geld ein, um zu testen, hörst das Rasseln im Schacht der Maschine, spürst, wie das Geld der Spieler in deinen Maschinen rotiert, zwei Spielotheken im Westen der Stadt, du sollst diese Stadt, die du doch kennst, erforschen, weiter und immer weiter, es führt kein Weg zurück, du siehst, wie du als junger Mann (……………………………………………………………………… ……………………………………)»Du musst nicht weglaufen, ich wollte doch nur einmal schauen, wie es dir geht«, (…………………. …………………………………), weiter und immer weiter, und du taumelst aus dem ungeheuren Raum, wie lange bist du durch das Labyrinth der Maschinen geirrt? auf der Flucht vor der Stimme,»Nun haben wir beide hübsche Löcher in unserem Körper, nicht wahr?«,»Ich habe mit deinen Löchern nichts zu tun, Steinmann«,»Wie schön, dass sich noch einer an diesen dummen Namen erinnert, den sie mir gegeben haben. Aber die großen Immobilien waren frei, auch für dich, als ich weg war, nicht wahr?«,»Du bist nicht hier, du bist nicht tot«, und dann verstummte alles, verstummte alles, das Gewirr der Melodien, das Klimpern der Münzen, die Lautsprecheransagen, das Rattern der Kugeln, und die Spieler in den Raumsesseln drehten sich Richtung Gang und blickten dich an. Silberne Augen, als lägen Münzen drauf.»Nein, ich bin nicht tot. Fast zu sterben ist manchmal kein Glück. Aber du musst doch zugeben, dass du es damals wusstest …«

«Ich habe nichts gewusst. Verschwinde und lass mich in Ruhe, Steinmann.«

«Und die Immobilien waren frei, als ich fast starb. Als dein großer Aufstieg begann.«

Die Gassen kreuzen sich und verzweigen sich und verlieren sich im Dunkeln, um dann wieder aufzuflammen, Bar an Bar, Hotels, Strip-Bars, Karaoke-Bars, Love-Hotels, Massage, Blowjob-Salons, Manga-Tanga, grell erleuchtete Glasfronten, dunkelrot glühen die Fenster woanders, unter vielen der Zeichen erkennst du die englischen Worte, Wände aus Glas, Schulmädchen in Uniform im Schaufenster, kleine Frauen stehen dichtgedrängt in einer dunklen Seitengasse, die Glutpunkte der Zigaretten, es werde Licht, du bist im Inneren der großen Maschine, und weiter, immer weiter läufst du und weißt nicht, wohin, und weißt nicht, warum, der Steinmann ist verschwunden, die Stimme hat keine anderen Stimmen mitgebracht von dort, Männer in Anzügen reden auf dich ein, Englisch, du weißt, dass es Aufreißer sind, aber du willst nicht in diese Häuser eintreten, du willst nicht in diesen Bars sitzen, und sitzt dann doch in einer Bar, an einem Tisch, eine Frau, die nur einen Slip trägt, tanzt unbeholfen an einer Stange auf einem Podest, du blickst auf die schäbige Tapete an der Wand, Fächermuster, und immer lauter dringt die Musik in dich, nimmt dir die Angst, dass da wieder jemand hinter dir oder neben dir sitzen wird, der da nicht sein sollte, nicht sein kann, die Frau im Slip tanzt, eine andere Frau sitzt neben dir und redet mit dir, du versuchst zu begreifen, versuchst, dich zu erinnern an deine Wege in den letzten Tagen oder Wochen, du siehst den Stock, der am Tisch lehnt und der dich beschützen soll, das hat der Mann zu dir gesagt, und davor oder danach hast du in einem Becken mit heißem Wasser gesessen, das riecht nach Schwefel, und du legst deine Hand im Wasser auf dein Bein und spürst deine andere Hand auf deinem anderen Bein, du atmest auf die Wasseroberfläche, und du siehst die kleinen Wellen vor deinem Gesicht, vor deinem Atem, zwischen dem Dampf, ein halbdunkler Raum, aber als du den Kopf zurücklegst, siehst du den klaren Nachthimmel über dir und die Sterne, This is Hakone, Grauhaar-San, where the hot water comes from the heart of the earth and goes into your mind and goes into your body,»Mein Name ist Kraushaar«, sagst du, und die junge Frau lächelt und nippt an ihrem Drink. Auch vor dir steht ein Glas, und du willst einen Schluck trinken, spürst die Eiswürfel kalt an deinen Lippen, das Glas scheint leer zu sein, nur Eiswürfel, du erkennst einen Tresen hinter der Frau an der Stange, die unbeholfen zur Musik tanzt,»Mimi«, sagt die Frau, die vor dir an dem Tisch sitzt, ein Teelicht,»you American«.