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Der Mann grinste sie an. »Sie haben recht«, gab er schüchtern zu. »Daran habe ich nicht gedacht. Ich werde einige davon abnehmen.«

»Nehmen Sie alle ab«, sagte Catherine.

Er grinste sie wieder auf seine träge, unverschämte Art an. »Gut, Boss.«

Beinahe hätte sie ihn angefahren: »Hören Sie auf, mich Boss zu nennen«, dachte aber dann, zum Teufel mit ihm, und kehrte ihm den Rücken, um sich mit O'Brien zu unterhalten.

Catherine schickte acht der Männer zum Austausch der Uniformen in die Garderobenabteilung zurück und verbrachte die nächste Stunde damit, die Szene mit O'Brien zu besprechen. Der kleine Korporal war kurz zurückgekommen und dann wieder verschwunden. Um so besser, dachte Catherine. Er konnte nur herummeckern und alle nervös machen. O'Brien hatte die erste Szene vor dem Mittagessen fertig gedreht, und Catherine dachte, dass alles ganz gut verlaufen wäre. Nur ein Zwischenfall hatte den Morgen getrübt. Catherine hatte dem unverschämten Komparsen einen Text gegeben, um ihn klein zu kriegen. Sie wollte ihn bei der Aufnahme blamieren und ihm damit seine Unverschämtheit heimzahlen. Er hatte seinen Text perfekt gesprochen und die Szene schwungvoll gemeistert. Als er geendet hatte, wandte er sich an sie und fragte: »Gut so, Boss?«

In der Mittagspause ging Catherine in die riesige Studiokantine hinüber und setzte sich an einen kleinen Ecktisch. An einem großen Tisch neben ihr war eine Gruppe von Soldaten in Uniform. Catherine saß der Tür gegenüber und sah den Komparsen hereinkommen; die drei Mädchen hingen wie Kletten an ihm, und jedes versuchte, sich noch näher an ihn heranzudrängen. Catherine fühlte, wie ihr das Blut ins Gesicht schoss. Sie kam zu dem Schluss, dass es sich um eine rein chemische Reaktion handeln müsse. Es gab Menschen, die man auf den ersten Blick nicht ausstehen konnte, genau wie man andere sofort mochte. Irgend etwas an seiner Arroganz ging ihr gegen den Strich. Er hätte einen perfekten Gigolo abgegeben, und das war er wahrscheinlich auch.

Er führte die Mädchen an einen Tisch, blickte dann auf und sah Catherine, beugte sich zu den Mädchen hinunter und sagte etwas. Sie sahen alle zu ihr hin und brachen in lautes Gelächter aus. Zum Teufel mit ihm! Sie beobachtete ihn, wie er langsam auf ihren Tisch zuging. Er starrte mit seinem beharrlichen, wissenden Lächeln auf sie hinab. »Darf ich mich einen Augenblick zu Ihnen setzen?« fragte er.

»Ich«, aber er saß bereits und musterte sie mit prüfendem und belustigtem Blick.

»Was wünschen Sie?« fragte Catherine steif.

Sein Grinsen wurde immer breiter. »Wollen Sie es wirklich wissen?«

Ihre Lippen wurden vor Zorn ganz schmal. »Hören Sie«

»Ich wollte Sie fragen«, sagte er schnell, »ob ich es heute morgen gut gemacht habe.« Er beugte sich mit ernstem Gesicht vor. »War es überzeugend?«

»Vielleicht für die dort drüben«, sagte Catherine, zu den Mädchen hinübernickend, »aber wenn Sie meine Meinung hören wollen: Sie sind ganz einfach ein Schwindler.«

»Habe ich etwas getan, was Sie beleidigt hat?«

»Alles, was Sie tun, beleidigt mich«, sagte sie gleichmütig. »Ich mag Ihren Typ nicht.«

»Was für ein Typ bin ich?«

»An Ihnen ist alles unecht. Es macht Ihnen Spaß, diese Uniform zu tragen und um die Mädchen herumzustolzieren, aber haben Sie mal daran gedacht, sich freiwillig zu melden?«

Er starrte sie ungläubig an. »Und einen Schuss in den Bauch zu kriegen?« fragte er. »Das ist für die Dummen.« Er beugte sich vor und grinste. »Das hier macht viel mehr Spaß.«

Catherines Lippen zitterten vor Zorn. »Sind Sie denn nicht wehrpflichtig?«

»Genau genommen wahrscheinlich ja, aber ein Freund von mir kennt jemanden in Washington, und« – er senkte die Stimme – »ich glaube nicht, dass sie mich je schnappen werden.«

»Ich finde Sie verachtenswert«, platzte Catherine heraus.

»Warum?«

»Wenn Sie nicht wissen, warum, kann ich es Ihnen niemals erklären.«

»Warum versuchen Sie es nicht? Heute beim Abendessen. Bei Ihnen. Können Sie kochen?«

Catherine erhob sich mit zornroten Wangen.

»Sie brauchen nicht mehr ins Studio zurückzukommen«, sagte sie. »Ich werde Mr. O'Brien bitten, Ihnen einen Scheck für Ihre Arbeit von heute morgen zu schicken.«

Sie wandte sich zum Gehen, da fiel ihr etwas ein, und sie fragte: »Wie heißen Sie?«

»Douglas«, sagte er. »Larry Douglas.«

Am nächsten Abend rief Fräser Catherine aus London an, um sich zu erkundigen, ob alles geklappt habe. Sie berichtete über den Verlauf des Tages, erwähnte aber den Vorfall mit Larry Douglas nicht. Sobald Fräser nach Washington zurückkehrte, würde sie ihm alles erzählen, und sie würden zusammen darüber lachen.

Am nächsten Morgen, als Catherine sich gerade für das Studio fertig machte, klingelte es. Sie öffnete die Bungalowtür, vor der ein Boy mit einem großen Strauß Rosen stand.

»Catherine Alexander?« fragte er.

»Ja.«

»Bitte unterschreiben Sie hier.«

Sie unterschrieb das Formular, das er ihr reichte.

»Wie herrlich«, sagte sie und nahm die Blumen.

»Ich bekomme fünfzehn Dollar von Ihnen.«

»Wie bitte?«

»Fünfzehn Dollar. Zahlung bei Empfang.«

»Ich verstehe nicht« Ihre Lippen zogen sich zusammen. Catherine griff nach dem Kärtchen, das an den Blumen befestigt war, und zog es aus dem Umschlag. Darauf stand: »Ich hätte diese Blumen selbst bezahlt, aber leider bin ich arbeitslos. Ihr Larry.«

Sie starrte das Kärtchen ungläubig an.

»Wollen Sie nun die Blumen oder nicht?« fragte der Boy.

»Nein«, fuhr sie ihn an und drückte ihm die Blumen in die Arme.

Er blickte sie verdutzt an. »Er sagte, Sie würden lachen. Es wäre eine Art Privatulk zwischen Ihnen.«

»Ich lache nicht«, sagte Catherine und schlug wütend die Tür zu.

Den ganzen Tag über kam ihr dieser Vorfall immer wieder in den Sinn. Es waren ihr schon arrogante Männer über den Weg gelaufen, aber Larry Douglas übertraf sie alle an maßloser Einbildung. Sie war sicher, dass er eine endlose Reihe von Siegen über hirnlose Blondinen und vollbusige Brünette davongetragen hatte, die es kaum erwarten konnten, mit ihm ins Bett zu steigen. Aber dass er auch sie in diese Kategorie einreihte, empfand sie als Herabsetzung und Demütigung.

Der bloße Gedanke an ihn machte sie kribbelig. Sie beschloss, ihn aus ihrem Sinn zu verbannen.

Um sieben Uhr abends des gleichen Tages wollte Catherine gerade das Studio verlassen, als ein Assistent mit einem Briefumschlag in der Hand auf sie zutrat.

»Haben Sie das angefordert, Miss Alexander?« fragte er. Es war ein Unkostenbeleg vom Zentralbesetzungsbüro, und darauf stand:

Eine Uniform (Hauptmann)

Sechs Militärordensbänder (sortiert)

Sechs Medaillen (sortiert)

Name des Schauspielers: Lawrence Douglas ... (persönlich zu Lasten von Catherine Alexander – MGM).

Catherine blickte mit hochrotem Gesicht auf. »Nein!« sagte sie. Er starrte sie an. »Was soll ich denen im Büro sagen?«

»Sagen Sie ihnen, dass ich nur für seine Orden zahle, wenn sie ihm posthum verliehen werden.«

Nach drei Tagen waren die Dreharbeiten beendet. Catherine sah sich den Film am nächsten Tag im Rohschnitt an und war damit einverstanden. Er würde keine Preise gewinnen, aber er war einfach und wirkungsvoll. Tom O'Brien hatte gute Arbeit geleistet.

Am Samstagmorgen nahm Catherine ein Flugzeug nach Washington. Noch nie war sie so froh gewesen, eine Stadt zu verlassen. Am Montagmorgen war sie zurück in ihrem Büro und versuchte die Arbeit nachzuholen, die sich in ihrer Abwesenheit angehäuft hatte.

Kurz vor dem Mittagessen summte das Telefon. Annie, ihre Sekretärin, fragte: »Ein Mr. Larry Douglas ruft aus Hollywood, Kalifornien, R-Gespräch, an. Soll ich Sie verbinden?«