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«Hoffentlich. «Vergebliche Hoffnung, drückte ihr Ton aus.

«Ich komme wieder«, sagte ich, wußte zwar nicht, ob ich das ernst meinte, war aber jedenfalls entschlossen, mein möglichstes zu tun, um ihr und Gervase zu helfen.

Leise verließ ich das Haus und kehrte nach Cookham zurück, von wo ich die Canders in Lexington anrief. Ich sprach mit Mrs. Cander; Sally.

Malcolm war mit Ramsey nach Stamford, Connecticut, geflogen, sagte sie. Anscheinend wollten sie irgendein Geschäft abwickeln. Sie und David hatten sich über Malcolms Besuch wirklich gefreut, und Malcolm hatten es die Pferdefarmen angetan. Ja, natürlich habe sie Ramseys Telefonnummer, er sei ein alter Freund. Sie gab mir die Nummer durch. Ich dankte ihr, und sie sagte, alles klar und einen schönen Tag noch.

Ramsey und Malcolm waren nicht zu Hause. Eine Frau, die sich meldete, riet mir, es um halb sechs zu versuchen. Ich versuchte es um halb sechs dortiger Zeit, und sie waren immer noch nicht da. Die Frau sagte, Mr. Osborn sei ein beschäftigter Mann und ob ich eine Nachricht hinterlassen wolle. Ich bat sie, Mr. Pembroke auszurichten, daß sein Sohn Ian angerufen habe, es aber keine besonderen Neuigkeiten gebe.

«Wird gemacht«, sagte sie.

Ich ging schlafen, galoppierte am Morgen auf den Downs und rief anschließend vom Haus des Trainers, dessen Pferde ich ritt, Kommissar Yales Dienststelle an. Er war da und kam an den Apparat.

«Wo sind Sie?«

«Im Augenblick in einem Rennstall bei Lambourn.«

«Und Ihr Vater?«

«Weiß ich nicht.«

Er gab ein ungläubiges Grunzen von sich.»Wann könnten Sie mich in Quantum House treffen?«

Ich sah auf die Uhr.»In Rennkleidung«, sagte ich,»in fünfundvierzig Minuten. Wenn ich mich umziehen soll, legen Sie eine Stunde drauf.«

«Kommen Sie, wie Sie sind«, sagte er.»Mr. Smith meint, da gibt’s was zu sehen.«

Kapitel 15

In Quantum waren die Trümmerhaufen auf bloßen Dreck reduziert.

Ich ging zur Hinterseite des Gebäudes und fand zwei behelmte Männer knapp knöcheltief in dem Geröll, das sie Stein für Stein vom Haus zum Müllcontainer beförderten. Der Wind hatte nachgelassen und die Wolken sich so weit gelichtet, daß blasser Sonnenschein auf die Szene fiel, wodurch sie mir öder denn je vorkam.

Kommissar Yale stand mit Sprengstoff-Smith in seinem beigen Overall und dem blauen Helm an einem Zeichentisch, der auf dem Rasen aufgestellt war; man beriet sich mit gesenkten Köpfen. Auf der anderen Seite des Seils, hinter dem Rasen, waren keine Zuschauer mehr, nicht einmal Arthur Bellbrook. Ich ging zu den Fachleuten hinüber und wünschte guten Morgen.

«Guten Morgen«, sagten sie aufblickend.»Schön, daß Sie gekommen sind«, setzte Smith hinzu.

Er streckte lässig die Hand aus, hob einen Gegenstand vom Tisch auf und hielt ihn mir hin.

«Das haben wir gefunden«, sagte er.»Was halten Sie davon?«

Ich nahm ihm das Ding ab. Es war ein Röllchen dünnen isolierten Drahts, doch war die Rolle auseinandergezogen worden und der Draht daher nur leicht geringelt. Er maß etwas 50 cm. Der Plastiküberzug war weiß gewesen. An beiden Enden ragten etwa zweieinhalb Zentimeter Draht aus dem Kunststoff hervor. An einem Ende hatte jemand einen Uhrzeiger an dem Überzug festgeklebt. Der Zeiger wies auf den blanken Draht, so daß der Draht eine Verlängerung des Zeigers bildete.

Ich sah mir das verzweifelt, wenn auch nicht entsetzt an. Ich hatte gebangt und gehofft… mich gegen die Möglichkeit gewehrt.

Als ich keine Frage stellte, sagte Yale mit erwachendem Argwohn:»Bedeutet Ihr Schweigen, daß Sie wissen, was das ist?«

Ich blickte zu den beiden Männern auf. Sie hatten nicht erwartet, daß ich es wußte, waren erstaunt, ja verblüfft über meine Reaktion.

«Ja«, sagte ich düster.»Ich weiß es. Haben Sie noch andere Teile gefunden?«

Smith deutete auf den Tisch. Ich machte einen Schritt zur Seite und schaute hin. Da lagen einige Metall- und Plastikstücke, aber nicht die, die ich erwartet hatte. Keine Zahnräder oder Federn. Eine graue Plastikscheibe mit einem kleinen Loch in der Mitte.

«War das eine Uhr?«sagte ich zweifelnd.

«Eine batteriebetriebene«, sagte Smith.»Da ist die Spule des Elektromotors.«

Die Spule war winzig, etwa einen Zentimeter im Durchmesser.

«Wie haben Sie das in dem ganzen Schutt gefunden?«fragte ich.

«Wir fanden mehrere Überreste der Polstertruhe, die am Fußende von Mr. Pembrokes Bett stand. Diese Bruchstückchen hatten sich im Deckel festgesetzt, als die Truhe auseinanderflog. Der Draht mit dem Uhrzeiger und das hier«- er hob die flache Plastikscheibe auf —»lagen in demselben Bereich. «Er drehte die Scheibe um, und auf der anderen Seite war ein Zifferblatt zu sehen.»Irgendwo müßte auch noch mindestens ein anderes Stück Draht sein, ein Teil des Uhrgehäuses und eine oder zwei Batterien, aber danach suchen wir noch. Ich glaube nicht, daß es sich um einen Wecker gehandelt hat. Wir konnten keine Spur von einem Läutwerk entdecken.«

«Nein, das war wohl kein Wecker«, sagte ich.

Der Kommissar war bei Smiths Ausführungen unruhig geworden und konnte nicht mehr an sich halten.

«Würden Sie bitte erklären, woher Sie mit dieser Vorrichtung vertraut sind«, sagte er grollend.»Hat der Gärtner so etwas benutzt, um den Baumstumpf zu sprengen?«

«Nein, ich glaube nicht. Der Mechanismus war nicht zur Bombenzündung gedacht. Es war ein Spielzeug.«

«Was für ein Spielzeug?«

«Tja… um Sachen anzuschalten. Hauptsächlich Taschenlampenbirnen. Zum Beispiel die Bahnhofsbeleuchtung einer Modelleisenbahn, die wir hatten. Manchmal auch einen Summer. Es war unglaublich einfach.«

«Erklären Sie«, befahl Yale.

Ich warf einen Blick auf Smith. Er nickte resigniert.

«Man nimmt eine alte oder billige Uhr dafür«, sagte ich.»Wir hatten Uhren zum Aufziehen, keine mit Batterie. Man befestigt einen Leitungsdraht an einem Zeiger, so wie hier, und läßt ein blankes Stück Draht überstehen, das den Zeiger wesentlich verlängert.«

«Die Zeiger sind noch an der Uhr, nehme ich an?«

«O ja. Manchmal haben wir allerdings den Minutenzeiger abgemacht und nur den Stundenzeiger benutzt, der zwar kürzer, aber stärker ist. Wichtig ist nur, daß der blanke Draht über den Rand des Zifferblatts heraussteht. Wir haben den Draht mit Klebstoff an den Zeiger geklebt. Dann verbindet man den langen Teil des Drahts von der Uhrmitte aus mit einer Batterie. So einer 9-Volt-Batterie mit Stutzen dran.«

Smith nickte immer noch. Yale machte ganz den Eindruck, als dürfte ich Derartiges nicht wissen.

«Wir haben noch eine Menge anderer Apparate gebastelt«, sagte ich und hörte selber, wie ich mich verteidigte.»Summer für Morsefunk. Zimmertelefone. Einmal habe ich ein Schloß gebaut, das nur mit einem geraden Stück Draht geöffnet werden konnte. «Und es ging noch ausgezeichnet, aber das würde ich ihm nicht vorführen.

Yale seufzte.»In diesem Fall ist also der Draht mit einem Ende an dem Uhrzeiger und mit dem anderen an einer Batterie befestigt, ja? Fahren Sie von da aus fort.«

«Man benötigt noch zwei Längen Draht. Der eine geht von der Batterie zu dem Teil, das Sie in Betrieb setzen wollen. In unserem Fall war das meistens eine kleine Glühbirne in einer Metallfassung. Der dritte Draht lief von der Metallfassung zur Uhr zurück. Den haben wir mit Klebstoff am Uhrgehäuse selbst befestigt, nicht an den Zeigern, und zwar so, daß das offengelegte Drahtende nach vorn wies — es zeigte auf einen, wenn man vor der Uhr stand.«

Ich demonstrierte es mit dem Zifferblatt.»Wir haben ihn meistens oben über der Zwölf angeklebt, aber das kann man halten, wie man will. Dann zieht man die Uhr auf, stellt den drahtverlängerten Zeiger nach Belieben ein und wartet einfach ab. Der verkabelte Zeiger wandert auf den vorstehenden Draht zu und stößt schließlich im rechten Winkel dagegen. Damit ist der Stromkreis von den Uhrdrähten über die Batterie zum Licht und wieder zurück zur Uhr geschlossen, also geht das Licht an. Der Uhrzeiger will vorrücken, und der vorstehende Draht hemmt ihn weiterhin, also bleibt das Licht an. Tja«, endete ich lahm,»so ging das, als wir die gebaut haben.«