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Die fremden Schiffe hatten uns ins Schlepp ihrer Felder genommen.

Der Orangefarbene war von der Flugachse abgewichen. Im Zenit erschien ein anderer Stern. Allmählich blieb auch er seitlich zurück, und die Geräte zeigten an, daß die Schiffe in den Einsteinschen Raum tauchten.

Erneut erblickten wir schon in der Optik das kaum bemerkbare weilte Gestirn und den dunklen kleinen Planeten, seinen Trabanten.

»Wenn hier ihr Stützpunkt ist, dann ist er gut versteckt«, sagte Kamagin. »Es ist gar nicht so einfach, in diesem Geflecht von Giganten und Übergiganten den weißen Zwerg zu finden, und der im Dunkel verschwindende Trabant fällt überhaupt nicht auf.«

4

Die Kreuzer der Feinde entfernten sich nacheinander, ihre grellen Lichter verblaßten. Ungefähr ein Dutzend Schiffe waren noch da, als die »Bootes« zur Landung ansetzte.

Dieser Tag hat sich meinem Gedächtnis für ewig eingeprägt. Unsere galaktischen Schiffe können nicht auf Planeten niedergehen. Die riesigen Kreuzer der Zerstörer senkten sich jedoch so mühelos auf die Oberfläche des Planeten hinab, als wären sie Aviettes.

Binnen weniger Stunden hatte sich auf der Ebene ein eigentümliches Bergland gebildet. Und in eins der Täler zwischen den Sternenflugzeugen des Feindes schwebte die »Bootes« hinunter.

»Aussteigen!« befahl Orlan, der im Observationssaal erschienen war, von wo aus wir die Landung beobachtet hatten. Er stand mit seinen beiden unwandelbaren Leibwächtern leidenschaftslos da, einem Phantom ähnlich, obwohl wir jetzt genau wußten, daß sowohl er als auch seine Eskorte durchaus materiell waren nicht nur Oshima hatte sie inzwischen berührt oder war von ihnen abgeprallt.

Ich befahl, die Spezialanzüge anzuziehen.

Orlan widerrief meinen Befehl. »Nicht nötig. Auf dem Stützpunkt sind die Bedingungen geschaffen worden, die Sie brauchen: Atmosphäre mit Stickstoff und Sauerstoff, Wasser, die für Sie übliche Gravitation und Temperatur, sogar Ihre grüne Lieblingsfarbe. Und was die Strahlung betrifft«, er wies auf das weiße Gestirn, »so ist sie ungefährlich.«

Aus dem Tor der »Bootes« wurde die Anlegeplattform gerollt. Ich ging mit Mary und Aster hinaus.

Aster sagte froh: »Stimmt’s, Vater, dieser Planet erinnert an die Erde? Mama bestreitet das, aber ich meine, es ist so!«

Wenn der Planet der Erde glich, dann so, wie die Zerstörer die Menschen kopierten, phantomhaft, irreal. Es hatte keinen Sinn, Aster das zu erklären, er kannte die Erde nur vom Raumbildschirm.

Die winzige weiße Sonne spendete gerade so viel Licht, daß man sehen konnte, Wärme gab sie nicht.

Der hiesige Mittag ähnelte mehr den irdischen Mondnächten als den irdischen Tagen am Himmel glitzerten matte Sterne. Der Planet war von kaltem, metallisch glänzendem Grün. Giftgrüne Wolken verhüllten die Sterne am weißlichen Himmel.

»Ein metallischer Planet«, sagte Lussin traurig.

»Ein unbekanntes Metall, Eli.«

»Ein bestens bekanntes Metalclass="underline" Nickel«, verbesserte Kamagin. »Zu meiner Zeit war Nickel nach Eisen wichtigstes Konstruktionsmaterial. Ich verbürge mich dafür, daß das Grün hier Salze und Oxide des Nickels sind.«

Nur unser völlig schwarzes Sternenflugzeug störte das eintönige Grün des Nickelplaneten.

Über die grüne Oberfläche rannen grüne Flüsse, die Flüsse mündeten in grüne Seen, an den Seen erhoben sich grüne Hügel. Ich berührte ein grünes Gewächs, es war leblos, aus Trauben von glanzlosen, glitschigen Kristallen zusammengesetzt. Mit der Hand schöpfte ich Flüssigkeit aus einem Flüßchen eine unangenehm scharf riechende Nickellösung, die meine Hand grün färbte, so gleichmäßig und dauerhaft, daß mir war, als hätte ich einen grünen Handschuh übergestreift.

Dann trotteten wir eine Allee metallischer Bäume entlang, die Stämme schimmerten bläulichweiß, die Kronen waren von grünem Niederschlag bedeckt. Die Zweige schwankten, ein böiger Wind riß metallisches Laub herunter, dumpf schlugen reife grüne Kristalle auf den Boden. Der unangenehme Geruch, der von allem in diesem metallischen Wald ausging, wurde unerträglich.

»Der grüne Jammer, lieber Eli!« sagte Romero seufzend. »Man möchte wie ein Wolf heulen…«

Während der Landung hatten wir unsere Wächter gesehen – Augenköpfige. Auf dem Sternenflugzeug hatten sie die Diensträume bewacht und sich bemüht, uns nicht in die Quere zu kommen. Hier waren sie überall, auf der Anlegeplattform, an der Gravitationstreppe, die uns vom Schiff zum Planeten beförderte.

Bevor wir den metallischen Wald und die Ufer der Salzflüßchen erreicht hatten, waren wir durch Alleen von Wächtern gegangen, die aufpaßten, daß wir uns nicht ihren Schiffen näherten, wich ein Gefangener zu sehr ab, wurde er mit gewichtigen Gravitationsohrfeigen auf den befohlenen Weg zurückgebracht. Ich empfing als erster solch eine Ohrfeige und vermied künftig jeden Zusammenstoß mit den Wächtern. So verhielten sich auch die anderen Menschen, doch mit den Engeln hatten die Augenköpfigen Scherereien.

Trub wurde mit seinen Artgenossen über denselben Krafttransporter zum Planeten gesaugt wie wir, doch dann betrugen sich die Engel anders. Trub schwang sich auf, und die Engel flogen ihm lärmend nach. Die Augenköpfigen rannten hin und her, ihre Periskope funkelten fürchterlich, aber die Stärke der Gravitationsschläge nahm mit der Entfernung quadratisch ab, und die Engel fanden dies bald heraus, sie stiegen höher und höher und tummelten sich dort, der Strafe entrückt.

Bald darauf stoben die Pegasusse wiehernd in die bunte Engelschar, ihnen folgte der riesige majestätische Donnerschleuderer mit Lussin auf dem Rücken und schraubte sich Kreis um Kreis aufwärts. Die kleineren Drachen stürmten ihm nach, und es bildete sich ein dreigeschossiger Wirrwarr. Am höchsten, für die Augenköpfigen gänzlich unerreichbar, schwebten die geflügelten Drachen, etwas tiefer jagten die Engel hin und her, und unter ihnen tobten die fliegenden Pferde.

Es gelang den Verderbern, den einen oder anderen Pegasus herunterzuholen, aber auch diese schwangen sich, nachdem sie eine Weile auf dem Boden umhergaloppiert waren, wieder freudig wiehernd zu den Ihren auf.

Kamagin und Oshima, die neben mir standen, tauschten Blicke.

»Bitte keine Worte!« warnte ich in Gedanken.

»Auch keine stummen Überlegungen. Wir wissen nicht, was für Abhörtechnik es auf dem Stützpunkt gibt. Und bitte auch nicht gestikulieren!«

Sie verständigten sich durch begeisterte Blicke, schnitten ausdrucksvolle Gesichter, nahmen aber die Hände nicht aus den Taschen, um nicht durch jähe Gesten auf sich aufmerksam zu machen. Romero und Petri gesellten sich zu ihnen, und die Unterhaltung der Händelosen und Taubstummen wurde derart lebhaft, daß ich erneut unruhig wurde.

Dem Tohuwabohu wurde ein jähes Ende gesetzt. In einem der Sternenflugzeuge blitzte ein gelber Lichtfleck auf, und der Tanz in der Luft war zu Ende. Die Pferde, die Engel, die Drachen und Lussin rittlings auf seinem Drachen schwebten herab.

Die Engel und Pegasusse bewegten die Flügel so energisch wie zuvor, doch sie segelten abwärts wie Skispringer von einer Sprungschanze.

Romero hob und senkte eine Braue. Sein Mienenspiel war leicht zu deuten.

»Kein Wunder – Sternenflugzeuge!« dachte Kamagin. »Aber diese Teufelsmaschinen sind ja wohl nicht überall.«

Die Spitze der Kolonne verschwand im Wald, zu uns drängten sich Trub und Lussin durch. Trub war verlegen, da die Lustbarkeit in der Luft mißglückt war. Lussin strahlte. Der Donnerschleuderer hatte seine fliegerischen Fähigkeiten bewiesen, und das versöhnte Lussin beinahe mit der Gefangenschaft.

Hinter einer Allee zeigte sich ein metallisches Gebäude. Es war von grünen Oxidschuppen und einem räudigen Salzpelz bedeckt. Ein Tunnel führte ins Innere. Ich blieb stehen und drehte mich um.