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»Das klingt gut«, sagte Perrin. »Dieser Hammer braucht einen Namen. Kennt Ihr Euch in der Alten Sprache aus?« »Nein, mein Lord.«

Perrin betrachtete den Wolf, der in die Seite eingegraben war. »Weiß hier jemand, wie man sagt ›Er, der sich erhebt‹?«

»Ich … ich weiß nicht…«

»Mah’alleinir«, sagte Berelain und trat vor.

»Mah’alleinir«, wiederholte Perrin. »Es fühlt sich richtig an. Sulin? Was ist mit den Weißmänteln?«

»Sie haben ihr Lager aufgeschlagen, Perrin Aybara.«

»Zeigt es mir«, sagte er und deutete auf Argandas Karte.

Die Tochter wies auf die Stelle: ein Stück Land an einem Hügel, zu dem nördlich ein Höhenzug verlief; aus Nordosten kam die Straße und wand sich um den südlichen Teil der Höhen – folgte dem Verlauf des uralten Flussbettes -, um auf den Lagerplatz am Hügel zu treffen, wo sie nach Süden abbog. Von dort führte die Straße weiter nach Lugard, aber das Lager war von beiden Seiten vom Wind geschützt. Es war ein perfekter Lagerplatz, aber auch ein perfekter Ort für einen Hinterhalt. Der Platz, den Arganda und Gallenne gezeigt hatten.

Er musterte den Weg und das Lager, dachte an alles, was in den letzten paar Wochen geschehen war. Wir trafen Reisende … sie sagten, dass der Schlamm im Norden mit Wagen oder Karren fast völlig unpassierbar ist…

Eine Schafherde, die vor dem Rudel in den Rachen einer Bestie lief. Faile und die anderen, die auf eine Klippe zugingen. Beim Licht!

»Grady, Neald«, sagte er. »Ich brauche ein Wegetor. Schafft ihr das?«

»Ich denke schon«, sagte Neald. »Gebt uns ein paar Minuten zum Verschnaufen.«

»Gut. Öffnet es hier.« Perrin zeigte auf die Höhen über dem Lager der Weißmäntel. »Gaul!« Wie gewöhnlich wartete der Aiel in der Nähe. Er trabte herbei. »Ich will, dass du mit Dannil, Arganda und Gallenne sprichst. Ich will, dass das ganze Heer so schnell wie möglich durchgeht, aber sie sollen es so leise wie möglich tun. Wir müssen uns so verstohlen bewegen, wie das ein Heer dieser Größe kann.«

Gaul nickte und rannte los. Gallenne war noch in der Nähe. Gaul fing mit ihm an.

Faile beobachtete Perrin; sie roch neugierig und etwas nervös. »Was planst du, Gemahl?«

»Für mich ist die Zeit gekommen zu führen«, sagte Perrin. Er schaute ein letztes Mal auf seinen alten Hammer und berührte den Stiel mit den Fingern. Dann legte er sich Mah’alleinir auf die Schulter und ging; unter seinen Füßen knirschten die Tropfen aus gehärtetem Stahl.

Das Werkzeug, das er zurückließ, war der Hammer eines einfachen Schmiedes. Dieser würde immer ein Teil von ihm sein, aber er konnte es sich nicht länger leisten, sich von ihm führen zu lassen.

Von jetzt an würde er den Hammer eines Königs tragen.

Faile strich mit den Fingern über den Amboss, als Perrin ging und weitere Befehle rief, um das Heer vorzubereiten.

Ob er sich bewusst war, wie er ausgesehen hatte, als er da im Funkenschauer stand und jeder Schlag seines Hammers den Stahl vor ihm pulsieren ließ und aufblitzend zum Leben erweckte? Seine goldenen Augen hatten so hell geblitzt wie der Stahl; jedes Klirren des Hammers war beinahe ohrenbetäubend gewesen.

»Es ist viele Jahrhunderte her, seit dieses Land die Schöpfung einer mit der Macht gefertigten Waffe erlebt hat«, sagte Berelain. Die meisten anderen waren gegangen, um Perrins Befehle auszuführen, und abgesehen von dem in der Nähe stehenden und die Karte studierenden Gallenne waren sie allein. »Es ist ein starkes Talent, das der junge Mann da gerade gezeigt hat. Das wird nützlich sein. Perrins Heer wird mit der Macht gefertigte Klingen haben, die es stärker macht.«

»Der Prozess erschien sehr kräfteraubend«, bemerkte Faile. »Selbst wenn Neald wiederholen kann, was auch immer er da tat, bezweifle ich, dass wir die Zeit haben, um viele Waffen herstellen zu können.«

»Jeder kleine Vorteil hilft«, meinte Berelain. »Dieses Heer, das Euer Gemahl geschmiedet hat, wird etwas Unglaubliches sein. Hier ist ta’veren am Werk. Er schart Männer um sich, und sie lernen mit erstaunlicher Schnelligkeit und Geschick.«

»Vielleicht«, sagte Faile und ging langsam um den Amboss herum, nahm den Blick dabei nicht von Berelain, die genau ihr gegenüber darum herum ging. Was für ein Spiel spielte sie denn jetzt schon wieder?

»Dann müssen wir mit ihm sprechen«, sagte Berelain. »Ihn davon abbringen.«

»Wovon abbringen?«, fragte Faile ehrlich verwirrt.

Berelain blieb stehen; in ihren Augen lag ein undefinierbares Funkeln. Sie erschien angespannt. Sie macht sich Sorgen, dachte Faile. Große Sorgen.

»Lord Perrin darf die Weißmäntel nicht angreifen«, sagte Berelain. »Bitte, Ihr müsst mir helfen, ihn zu überreden.«

»Er wird sie nicht angreifen«, erwiderte Faile. Da war sie sich ziemlich sicher.

»Er baut einen perfekten Hinterhalt auf«, sagte Berelain. »Asha’man, die die Eine Macht einsetzen, Bogenschützen von den Zwei Flüssen, die aus der Höhe auf das Lager der Kinder schießen. Kavallerie, die danach hinunterreitet und den Rest erledigt.« Sie zögerte und erschien gequält. »Er hat sie perfekt ausgespielt. Er hat ihnen gesagt, dass er ihre Strafe akzeptiert, wenn er und Damodred die Letzte Schlacht überleben. Aber Perrin wird dafür sorgen, dass die Weißmäntel die Letzte Schlacht nicht mehr erleben. Auf diese Weise muss er seinen Schwur nicht brechen, muss sich ihnen aber auch nicht ergeben. «

Faile schüttelte den Kopf. »Das würde er niemals tun.«

»Könnt Ihr da sicher sein? Völlig sicher?«

Faile zögerte. Perrin hatte sich in letzter Zeit verändert. Die meisten Veränderungen waren gut, so wie seine Entscheidung, endlich die Rolle des Anführers zu akzeptieren. Und der Hinterhalt, von dem Berelain sprach, würde eine Art perfekten, skrupellosen Sinn ergeben.

Aber es war auch falsch. So schrecklich falsch. Das würde Perrin nicht tun, ganz egal, wie sehr er sich verändert hatte. Da konnte sie sich sicher sein.

»Ja«, erwiderte sie. »Galad ein Versprechen geben, die Weißmäntel dann auf diese Weise ermorden, das würde Perrin innerlich zerreißen. So denkt er nicht. Das wird nicht passieren.«

»Ich hoffe, Ihr habt recht«, sagte Berelain. »Ich hatte darauf gehofft, dass man vor unserer Abreise mit ihrem Kommandanten zu einer Übereinkunft kommen könnte …«

Ein Weißmantel. Beim Licht! Hätte sie sich nicht einen der Adligen im Lager aussuchen können, dem sie ihre Aufmerksamkeit schenkte? Einen, der nicht verheiratet war? »Ihr seid wirklich nicht besonders gut darin, Euch einen Mann auszusuchen, oder, Berelain?« Die Worte rutschten ihr einfach heraus.

Berelains Augen weiteten sich, entweder vor Entsetzen oder vor Wut. »Und was ist mit Perrin?«

Faile schnaubte. »Der hätte überhaupt nicht zu Euch gepasst. Das habt Ihr heute Nacht bewiesen. Wozu Ihr ihn für fähig haltet.«

»Es ist irrelevant, wie gut er zu mir gepasst hätte. Ich war ihm versprochen.« »Von wem?«

»Dem Lord Drachen«, sagte Berelain. »Wie bitte?«

»Ich ging im Stein von Tear zum Wiedergeborenen Drachen«, sagte sie. »Aber er wollte mich nicht – meine Avancen erregten sogar seine Wut. Ich erkannte, dass der Wiedergeborene Drache eine sehr viel höherstehende Lady heiraten wollte, möglicherweise Elayne Trakand. Das macht Sinn – er kann nicht jedes Reich mit dem Schwert erobern, einige wird er mit Allianzen erringen müssen. Andor ist sehr mächtig, wird von einer Frau beherrscht, und es wäre von Vorteil, es durch eine Ehe zu beherrschen.«

»Perrin sagt, dass Rand nicht auf diese Weise denkt, Berelain«, sagte Faile. »So berechnend ist er nicht. Und nach dem zu urteilen, was ich von ihm weiß, teile ich diesen Eindruck.«