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»Wovon redet Ihr eigentlich?«, wollte Perrin wissen. »Ich bin doch bloß hier, um Damodred am Leben zu erhalten.« »Ihr … was?«, fragte Berelain.

»Mein Lord!«, rief Grady, der in der Nähe auf einem Pferd saß, aufgeregt. »Ich spüre, wie die Macht gelenkt wird!«

»Was ist das da?«, rief Jori Congar und zeigte mit dem Finger. »Da ist etwas im Nebel. Es ist…«

Faile kniff die Augen zusammen. Da, direkt unterhalb des Heeres schienen Gestalten aus dem Boden des uralten Flussbettes zu wachsen. Missgestaltete Kreaturen mit Tierköpfen und Tierkörpern, noch die Hälfte größer als Perrin, mit primitiven Waffen. Zwischen ihnen bewegten sich anmutige augenlose Gestalten in Schwarz.

Nebelschwaden hüllten sie ein, während sie sich näherten. Immer mehr Kreaturen erschienen. Dutzende. Hunderte. Tausende.

Ein ganzes Heer aus Trollocs und Myrddraals.

»Grady, Neald!«, brüllte Perrin. »Licht!«

Grelle Lichtkugeln erschienen in der Luft und blieben dort hängen. Immer mehr Trollocs stiegen aus dem Nebel, als würde er sie erschaffen, aber die Lichter schienen sie zu verwirren. Sie schauten auf und beschatteten die Augen.

Perrin grunzte. »Sieh mal einer an. Auf uns waren sie nicht vorbereitet; sie dachten, sie hätten mit den Weißmänteln leichtes Spiel.« Er drehte sich um und ließ den Blick über die Reihen aus überraschten Soldaten schweifen. »Nun, Männer, Ihr wolltet mir in die Letzte Schlacht folgen? Hier erhalten wir einen kleinen Vorgeschmack! Bogenschützen, schießt! Schicken wir das Schattengezücht zurück in den Pfuhl, der es in die Welt gesetzt hat!«

Er hob seinen neu geschmiedeten Hammer, und die Schlacht begann.

41

Ein unerwarteter Verbündeter

Galad lief mit hoch erhobenem Schild. Bornhaid schloss sich ihm an, ebenfalls einen Schild haltend, und warf seine Laterne weg, als das unnatürliche Licht am Himmel aufblitzte. Keiner von ihnen sagte ein Wort. Gleich würde der Pfeilregen einsetzen.

Sie erreichten die Pferde, wo zwei nervöse Pferdeknechte ihnen ihre Tiere übergaben. Galad senkte den Schild und kam sich schrecklich ungedeckt vor, als er sich auf Stämmigs Rücken schwang. Er drehte das Pferd und hielt den Schild wieder hoch. In der Luft lag das vertraute Schnappen ferner Bogensehnen, die Pfeile in die Tiefe schossen. Keiner schlug in seiner Nähe ein.

Er zögerte. Die in der Luft hängenden Lichter machten die Nacht so hell wie bei Vollmond, vielleicht sogar noch heller.

»Was geht hier vor?«, stieß Bornhaid hervor, dessen Pferd nervös tänzelte. »Sie haben verfehlt? Diese Pfeile gehen außerhalb des Lagers nieder.«

»Trollocs!« Der Ruf hallte durch das Lager. »Tausende von ihnen kommen auf der Straße heran!«

»Ungeheuer!«, brüllte ein verängstigter Amadicianer. »Ungeheuer des Schattens! Beim Licht, sind sie real?«

Galad warf Bornhaid einen Blick zu. Mit wehenden Umhängen galoppierten sie aus dem Lager und schauten zur Straße.

Auf ein Gemetzel.

Pfeile schossen vom Hügel und landeten in einer Horde Schattengezücht. Die Kreaturen heulten und kreischten;

einige von ihnen wollten in Galads Lager stürmen, andere zu den Schützen hinaufklettern. Plötzlich explodierten Trollocs, der Boden unter ihren Füßen bäumte sich auf, Feuer fiel vom Himmel. Aybaras Machtlenker griffen in den Kampf ein.

Galad verschaffte sich einen Überblick. »Fußsoldaten, auf dieser Seite des Lagers einen Schildwall bilden«, brüllte er. »Armbrustmänner, zu den Ruinen dort drüben. Teilt die Legionen in acht Kavalleriekompanien und haltet Euch für einen Ausfall bereit! Bogenschützen, fertig machen!« Grundsätzlich stellten die Kinder eine Kavalleriestreitmacht dar. Seine Männer würden losreiten und die Trollocs in einer Welle nach der anderen treffen, eine Kompanie nach der anderen, um sich dann wieder hinter den Verteidigungswall der Fußsoldaten zurückzuziehen. Die Armbrustmänner sollten die Reihen der Trollocs schwächen, bevor die schwere Kavallerie sie mit ihren Lanzen traf, und die Bogenschützen sollten dann ihren Rückzug hinter ihre Verteidigungslinien decken.

Die Befehle wurden schnell weitergegeben, und die Kinder waren effektiver als die Amadicianer. Bornhaid nickte. Das hier war hauptsächlich ein defensives Manöver, aber es machte den meisten Sinn, zumindest bis Galad ergründet hatte, was hier eigentlich los war.

Hufschläge verkündeten, dass Byar herangaloppierte. Er zügelte das Pferd und drehte sich mit weit aufgerissenen Augen um. »Trollocs? Aber … Das ist Aybara! Er hat ein Heer aus Schattengezücht herbeigeführt!«

»Wenn er das tat, dann schlachtet er sie zur Belohnung«, meinte Galad.

Byar zwang sein Pferd näher heran. »Es ist genau wie in den Zwei Flüssen. Dain, Ihr erinnert Euch doch? Trollocs griffen an. Aybara stellt eine Verteidigungsstreitmacht auf und erhält deshalb Unterstützung.«

»Was sollte das bringen?«, fragte Bornhaid.

»Um uns zu täuschen.«

»Um genauso viele Trollocs zu töten, wie ihm das Gefolgsleute bringt?« Bornhaid runzelte die Stirn. »Das … das ergibt doch keinen Sinn. Wenn Aybara über Tausende Trollocs befiehlt, wozu sollte er uns dann brauchen?«

»Sein Verstand ist krank«, fauchte Byar. »Wenn er nichts mit dem Erscheinen der Trollocs zu tun hat, warum sind sie dann beide gleichzeitig hier aufgetaucht?«

Nun, Galad musste zugeben, dass darin ein Körnchen Wahrheit verborgen lag. »Im Augenblick verschafft uns das die Zeit, die wir brauchen, um Aufstellung zu nehmen. Bornhaid, Byar, helft, meine Befehle weiterzugeben. Ich will, dass die Reiter für einen Ausfall bereit sind, sobald die Armbrustmänner fertig sind.« Er zögerte. »Aber lasst die Männer wissen, dass wir unsere Flanken nicht für Aybara entblößen. Fußsoldaten mit Piken sollen am Fuß dieses Hügels bleiben. Nur für alle Fälle.«

Trollocs fielen kreischend im Pfeilregen. Immer mehr von ihnen erschienen, und viele der Bestien gingen erst zu Boden, als sie mit Pfeilen gespickt waren. Das Schattengezücht bereitete sich auf den Sturm den Hügel hinauf zu Perrins Streitkräften vor. Falls sie es taten, würde er sie eine Weile mit seinen Fußsoldaten beschäftigen – und die dann zurückziehen und die Kavallerie auf sie hetzen.

»Woher hast du das gewusst?«, fragte Faile leise.

Er sah sie an. »Es ist Zeit, dass ihr drei euch zur Nachhut zurückzieht.« Er warf Berelain einen Blick zu, die mit leichenblassem Gesicht auf ihrem Pferd saß, als hätte der Anblick der Trollocs sie um den Verstand gebracht. Aber er wusste, dass sie aus stärkerem Stahl gemacht war. Warum roch sie bloß so besorgt?

»Ich gehe ja«, erwiderte Faile. »Aber ich muss es wissen.«

»Es machte Sinn. Diese Kuppel sollte uns daran hindern, mit Wegetoren zu fliehen. Aber sie sollte uns auch ermuntern, auf der Straße weiterzuziehen, und sie sollte uns davon abhalten, direkt nach Andor zu Reisen. Es kam uns merkwürdig vor, dass Meister Gill auf der Straße umdrehte und seine Befehle missachtete – aber das geschah, weil er sich von aus dem Norden kommenden Leuten davon hatte überzeugen lassen, dass der Weg unpassierbar ist. Ich vermute, das waren Abgesandte unserer Feinde, um uns in diese Richtung zu locken.

Wir wurden die ganze Zeit über getrieben. Sie warteten nicht darauf, dass wir gegen die Weißmäntel kämpften, sie warteten darauf, dass wir uns so schnell wie möglich nach Lugard begaben. Hätten wir versucht, querfeldein zu marschieren, dann wette ich, dass uns irgendetwas wieder hätte umkehren lassen. Sie haben verzweifelt versucht, uns in ihren Hinterhalt zu treiben. Galads Streitmacht hatte vermutlich nichts damit zu tun – er war die Fliege, die unter ihren Sattel schlüpfte.«

»Aber die Trollocs. Woher …«

»Meiner Meinung nach muss es ein Portalstein sein«, sagte Perrin. »Ich wusste, dass hier irgendein Angriff stattfinden würde. Ich wusste nichts Genaues. Ich dachte an einen Angriff aus der Luft mit Draghkar oder einen Eingang zu den Kurzen Wegen, den wir übersehen hatten. Aber diese Ruinen, auf die Arganda hinwies, schienen ein guter Ort für einen Portalstein zu sein. Er muss vergraben sein, unter den Fluss geraten sein, als der seinen Lauf veränderte. Die Trollocs kommen nicht aus dem Boden; ich glaube, sie erscheinen aus dem Stein.