Выбрать главу

»Haltet die Linie!«, brüllte Galad und erreichte den nachgebenden Teil. Er hatte Bornhaid und etwa fünfzig Männer dabei. Nicht einmal annähernd genug. »Wir sind die Kinder des Lichts! Wir weichen dem Schatten nicht!«

Es funktionierte nicht. Er sah, wie das Verhängnis seinen Anfang nahm, und sein ganzer Glaube bekam die ersten Sprünge. Die Kinder des Lichts wurden nicht von ihrer Tugend beschützt; sie wurden niedergemäht, fielen wie Weizen unter der Sichel. Aber was noch viel schlimmer war, manche von ihnen kämpften nicht tapfer oder hielten entschlossen stand. Zu viele brüllten vor Entsetzen und ergriffen die Flucht. Die Amadicianer konnte er verstehen, aber viele Kinder waren kaum besser als sie.

Sie waren keine Feiglinge. Sie war keine schlechten Kämpfer. Sie waren einfach nur Menschen. Durchschnittlich. Aber so sollte das nicht sein.

Donnernd brachte Gallenne seine Reiter zu einem weiteren Angriff heran. Sie brandeten in die Trollocs und zwangen viele von ihnen von der Hügelkante und stürzten sie den steilen Hang hinunter.

Perrin rammte einem Trolloc Mah’alleinir gegen den Kopf. Die Kraft des Schlages schleuderte die Kreatur zur Seite, und seltsamerweise qualmte und brutzelte dort, wo der Hammer getroffen hatte, ihre Haut. Das geschah bei jedem Treffer, als würde die Berührung Mah’alleinirs sie verbrennen. Dabei fühlte Perrin von dem Hammer lediglich eine angenehme Wärme ausgehen.

Gallennes Angriff durchbrach die Ränge der Trollocs und teilte sie in zwei Gruppen, aber bei so vielen Kadavern hatten seine Lanzenreiter langsam Schwierigkeiten, sich zu bewegen. Gallenne zog sich zurück, und ein Kontingent Männer von den Zwei Flüssen kam heran und schoss mit Pfeilen auf die Bestien, schnitten sie in einer Welle aus schreiendem, heulendem stinkendem Tod nieder.

Perrin zwang Traber zurück, Fußsoldaten sammelten sich um ihn. Nur sehr wenige seiner Männer waren Trollocs zum Opfer gefallen. Natürlich war einer bereits zu viel.

Arganda trabte heran. Irgendwo hatte er seine Helmfedern verloren, aber er grinste breit. »Ich habe nur selten eine so angenehme Schlacht erlebt, Aybara«, sagte er. »Feinde, die man töten kann, ohne auch nur einen Hauch Mitleid für sie haben zu müssen, eine perfekte Aufmarsch- und Verteidigungsposition. Bogenschützen, von denen man nur träumen kann, und Asha’man, die die Lücken stopfen! Ich allein habe über zwei Dutzend Bestien erschlagen. Allein für diesen Tag bin ich froh, dass wir uns Euch angeschlossen haben!«

Perrin nickte. Er sparte sich die Bemerkung, dass einer der Gründe für ihren mühelosen Einsatz darin bestand, dass sich die meisten Trollocs auf die Weißmäntel konzentrierten. Trollocs waren widerwärtige, monströse Wesen, und sie wurden von einer wilden Selbstsucht angetrieben. Beschossen von Feuerkugeln und Langbogen einen Hügel zu stürmen, nur um dann versuchen zu müssen, zwei vollen Kontingenten Kavallerie den Boden abzuringen? Besser, sich auf den einfacheren Feind zu stürzen, und es machte auch taktisch mehr Sinn. Konzentriere dich zuerst auf den leichteren Kampf, wenn du es mit zwei Fronten zu tun hast.

Sie versuchten die Weißmäntel so schnell wie möglich gegen den Hügel zu schmettern und überrannten sie, ließen ihnen nicht genug Raum für Kavallerieattacken und trennten sie zu kleinen Gruppen. Derjenige, der ihr Anführer war, verstand etwas von Taktik; das war nicht das Werk eines Trollocverstandes.

»Lord Perrin!« Jori Congars Stimme erhob sich über den Lärm der kreischenden Trollocs. Er lief an Trabers Seite. »Ich sollte sie für Euch beobachten und Euch sagen, wie sie vorankommen. Nun, das solltet Ihr Euch vielleicht ansehen.«

Perrin nickte, hob die Faust und machte eine hackende Bewegung. Grady und Neald standen hinter ihm auf einem Felsvorsprung, von dem man auf die Straße blicken konnte. Ihre Befehle bestanden hauptsäcblich darin, jeden Myrddraal auszuschalten, den sie entdeckten. Perrin wollte so viele von diesen Kreaturen wie möglich von den Höhen fernhalten; einen einzigen Myrddraal mit dem Schwert oder der Axt zu töten konnte Dutzende Leben kosten. Besser, sie aus der Ferne mit Feuer zu töten. Davon abgesehen vernichtete man mit einem Blassen manchmal eine ganze mit ihm verbundene Abteilung Trollocs.

Die Asha’man, Aes Sedai und Weisen Frauen sahen Perrins Signal. Nun griffen sie die Trollocs konzentriert an, Feuer löste sich von Händen, Blitze zuckten vom Himmel, drängten die Bestien vom Hang zurück. Perrins Infanterie zog sich einen Augenblick lang von dort zurück, um Luft zu schnappen.

Perrin lenkte Traber zum Kamm und schaute nach Süden in die Tiefe, hielt Mah’alleinir gegen sein Bein. Unten war Damodreds Heer sogar noch schlimmer dran als befürchtet. Die Trollocs hatten die Weißmäntel so gut wie in zwei Kontingente geteilt. Die Ungeheuer schwärmten um die Seiten herum, setzten Galad fest und ließen die Weißmäntel an drei Fronten kämpfen. Sie wandten dem Hügel den Rücken zu, und viele Gruppen Kavallerie waren vom Hauptkampf abgeschnitten.

Gallenne gesellte sich zu Perrin. »Es kommen noch immer neue Trollocs. Ich schätze, bis j etzt sind es fünfzigtausend Bestien. Die Asha’man sagen, sie spüren nur einen Machtlenker, und er kämpft nicht.«

»Die Anführer des Schattengezüchts wollen ihre Machtlenker keinem Risiko aussetzen«, mutmaßte Perrin. »Nicht, wo wir die erhöhte Position haben. Sie lassen die Trollocs so viel Schaden wie möglich anrichten und sehen, ob sie die Oberhand gewinnen können. Sollten sie es schaffen, werden wir ihre Machtlenker aus der Deckung kommen sehen.«

Gallenne nickte.

»Damodreds Heer steckt in Schwierigkeiten.«

Gallenne nickte. »Ihr habt uns eine gute Position ausgesucht, um ihnen zu helfen, aber anscheinend waren wir nicht genug.«

»Ich gehe nach unten zu ihnen «, entschied Perrin. Er zeigte. »Die Bestien umzingeln ihn, drücken ihn gegen den Hügel. Wir könnten nach unten ausschwärmen und die Ungeheuer mit einer Breitseite überraschen, durchbrechen und Damodreds Männer befreien, damit sie auf das Plateau kommen können. «

Gallenne runzelte die Stirn. »Es tut mir leid, Lord Perrin, aber ich muss das fragen. Was glaubt Ihr ihnen zu schulden? Ich hätte es wirklich bedauert, wenn wir hergekommen wären, um sie anzugreifen – auch wenn ich es verstanden hätte. Aber ich sehe keinen Grund, ihnen zu helfen.«

Perrin grunzte. » Es ist das Richtige.«

»Darüber könnte man diskutieren«, sagte Gallenne und schüttelte den behelmten Kopf. »Trollocs und Blasse zu bekämpfen ist ausgezeichnet, denn jeder Tote ist einer weniger in der Letzten Schlacht. Bei dem Kampf gegen sie gewinnen unsere Männer an Erfahrung und können lernen, ihre Angst zu kontrollieren. Aber dieser Hang ist steil und trügerisch; wenn Ihr versucht, zu Damodred hinunterzureiten, könntet Ihr unseren Vorteil zunichtemachen.«

»Ich gehe trotzdem«, sagte Perrin. »Jori, holt die Männer von den Zwei Flüssen und die Asha’man. Ich werde sie brauchen, um die Trollocs für meinen Angriff zu schwächen.« Er schaute wieder in die Tiefe. Erinnerungen an die Zwei Flüsse überfluteten ihn. Blut. Tod. Mah’alleinir in seiner Faust erwärmte sich. »Ich überlasse sie nicht den Bestien. Nicht einmal sie. Schließt Ihr Euch mir an?«

»Aybara, Ihr seid ein seltsamer Mann.« Gallenne zögerte. »Und wahrlich ehrenhaft. Ja, das tue ich.«

»Gut. Jori, bewegt Euch. Wir müssen Damodred erreichen, bevor seine Reihen brechen.«

Ein Ruck ging durch die Masse der Trollocs. Galad hielt inne, das Schwert mit den schweißfeuchten Fingern umklammert. Sein ganzer Körper schmerzte. Überall um ihn herum ertönte Stöhnen, guttural und knurrend von sterbenden Trollocs, mitleiderregend von am Boden liegenden Männern. Die Kinder hielten stand. So gerade eben.

Selbst mit diesen Lichtern war die Nacht dunkel. Es kam ihm so vor wie der Kampf gegen Nachtmahre. Aber wenn die Kinder des Lichts der Dunkelheit nicht standhalten konnten, wer dann?