|III| Die höchste Taxe, auf welche die gewöhnlichen Gewinne steigen können, ist die, welche in der Mehrzahl der Waaren die Totalität der Grundrente wegnimmt und den Arbeitslohn der gelieferten Waare auf den niedrigsten Preiß, auf die blosse Subsistenz des Arbeiters während der Arbeit reducirt. Auf die eine oder die andere Art muß der Arbeiter immer genährt werden, solang er zu einem Tagwerk angewandt wird; die Grundrente kann ganz wegfallen. Beispieclass="underline" In Bengalien die Leute der indischen Handelskompagnie. Smith. t. I, p. 197, 98.
Ausser allen Vortheilen einer geringen Concurrenz, die der Capitalist in diesem Fall ausbeuten darf, kann er auf eine honette Weise den Marktpreiß über den natürlichen Preiß halten.
Einmal: durch Handelsgeheimniß, wenn der Markt von denen, die ihn beziehn, sehr entfernt ist: nämlich durch Geheimhaltung der Wechsel des Preisses, seiner Erhöhung über den natürlichen Stand. Diese Geheimhaltung hat nämlich den Erfolg, daß nicht andre Capitalisten ebenfalls ihr Capital auf diese Branche werfen.
Dann: durch Fabrikgeheimniß, wo der Capitalist mit weniger Productionskosten seine Waare zu denselben oder sogar zu niedrigem Preissen als seine Concurrenten mit mehr Profit liefert. – (Der Betrug durch Geheimhaltung ist nicht unsittlich? Börsenhandel.) – Ferner: wo die Production an eine bestimmte Localität gebunden (wie z.B. kostbarer Wein) und die effective Nachfrage nie befriedigt werden kann. Endlich: durch Monopole von Individuen und Compagnien. Der Monopolpreiß ist so hoch als möglich. Smith. t. I, p. 120 – 24.
Andre zufällige Ursachen, welche den Gewinn des Capitals erhöhen können:
Erwerbung von neuen Territorien oder neuer Handelszweige vermehren oft, selbst in einem reichen Lande, den Gewinn der Capitalien, weil sie den alten Handelszweigen einen Theil der Capitalien entziehn, die Concurrenz vermindern, den Markt mit weniger Waaren beziehn machen, deren Preisse sich dann erhöhn; die Handelstreibenden mit denselben können dann das geliehne Geld mit stärkern Zinsen zahlen. Smith. t. I, p. 190.
Je mehr eine Waare bearbeitet, Gegenstand der Manufactur wird, steigt der Theil des Preisses, der sich in Arbeitslohn und Profit auflöst im Verhältniß zu dem Theil, der sich in Grundrente auflöst. In dem Fortschritt, den die Handarbeit über diese Waare macht, vermehrt sich nicht nur die Zahl der Gewinne, sondern jeder folgende Gewinn ist grösser als der vorhergehende, weil das Capital, von dem ||IV| er entspringt, nothwendig immer grösser ist. Das Capital, welches die Leinweber in Arbeit sezt, ist nothwendig immer grösser als das, welches die Spinner arbeiten macht, weil es nicht nur das lezte Capital mit seinen Gewinnen ersezt, sondern ausserdem noch die Salaire der Leinweber zahlt – und es ist nothwendig, daß die Gewinne immer in einer Art von Verhältniß mit dem Capital stehn. t. I, 102, 3.
Der Fortschritt, den also die menschliche Arbeit über das Naturprodukt und das bearbeitete Naturprodukt macht, vermehrt nicht den Arbeitslohn, sondern theils die Zahl der gewinnenden Capitale, theils das Verhältniß jedes folgenden Capitals zu d[em] vorhergehenden.
Ueber den Gewinn, den der Capitalist von der Theilung der Arbeit zieht, später.
Er gewinnt doppelt, erstens von der Theilung der Arbeit, zweitens überhaupt von dem Fortschritt, den die menschliche Arbeit über das Naturprodukt macht. Je grösser der menschliche Antheil an einer Waare, um so grösser der Gewinn des todten Capitals.
In einer und derselben Gesellschaft ist die Durchschnittstaxe der Capitalgewinne viel näher demselben Niveau, als der Lohn der verschiedenen Arten von Arbeit. t. I, p. 228. Bei den verschiedenen Anwendungen des Capitals wechselt die gewöhnliche Taxe des Gewinns nach der grössern oder geringern Gewißheit der Zurückkunft des Capitals. Die Taxe des Gewinns hebt sich mit d[em] risque, wenn auch nicht in vollständiger Proportion. t. I, p. 226, 27.
Es versteht sich von selbst, daß die Capitalgewinne auch durch die Erleichterung oder geringere Kostspieligkeit der Circulationsmittel (z.B. Papiergeld) steigen.
3) Die Herrschaft des Capitals über die Arbeit und die Motive d[es] Capitalisten.
Das einzige Motiv, welches den Besitzer eines Capitals bestimmt, es eher in der Agrikultur oder in der Manufaktur oder in einem besondern Zweig des en gros oder en détail Handels zu verwenden, ist der Gesichtspunkt seines eignen Profits. Es kömmt ihm nie in den Sinn zu berechnen, wie viel produktive Arbeit jede dieser verschiedenen Anwendungsarten in Thätigkeit setzen, ||V| oder an Werth dem jährlichen Produkt der Ländereien und der Arbeit seines Landes hinzufügen wird. Smith, t. II, p. 400, 401.
Die nützlichste Anwendung des Capitals für den Capitalisten ist die, welche ihm bei gleicher Sicherheit den größten Gewinn abwirft. Diese Anwendung ist nicht immer die nützlichste für die Gesellschaft; die nützlichste ist die, welche darauf verwandt wird, Nutzen von den produktiven Naturkräften zu ziehn. Say. t. II, p. 130, 31.
Die wichtigsten Operationen der Arbeit sind geregelt und geleitet nach den Plänen und den Spekulationen derjenigen, welche die Capitalien anwenden; und der Zweck, welchen sie sich in allen diesen Plänen und Operationen vorsetzen, ist der Profit. Also: Die Taxe des Profits steigt nicht, wie Grundrente und Arbeitslohn, mit dem Wohlstand der Gesellschaft und fällt nicht, wie jene, mit ihrem Verfall. Im Gegentheil, diese Taxe ist natürlich niedrig in den reichen Ländern und hoch in den armen Ländern; und sie ist nie so hoch als in den Ländern, welche sich am schnellsten ihrem Ruin entgegen stürzen. Das Interesse dieser Klasse steht also nicht in derselben Verbindung, wie das der beiden andern, mit dem allgemeinen Interesse der Gesellschaft. …Das besondre Interesse derer, die einen besondern Handels oder Manufacturzweig treiben, ist in gewisser Hinsicht immer verschieden von dem des Publicums und oft ihm sogar feindlich entgegen gesezt. Das Interesse des Kaufmanns ist immer, den Markt zu vergrössern, und die Concurrenz der Verkäufer einzuschränken. …Es ist dieß eine Klasse von Leuten, deren Interesse niemals exakt dasselbe sein wird, wie das der Gesellschaft, welche im Allgemeinen ein Interesse haben, das Publicum zu betrügen und es zu überlasten. t. II, p. 163 – 65. Smith.
4) Die Accumulation der Capitalien und die Concurrenz unter den Capitalisten.
Die Vermehrung der Capitalien, welche den Arbeitslohn erhöht, strebt den Gewinn d[es] Capitalisten zu vermindern, durch die Concurrenz unter den Capitalisten. t. I, p. 179. Smith.
«Wenn z.B. das Capital, das zum Epiceriegeschäft einer Stadt nöthig ist, sich unter zwei verschiedne Epiciers getheilt findet, so wird die Concurrenz machen, daß jeder von ihnen wohlfeiler verkaufen wird, als wenn sich das Capital in den Händen eines einzigen befunden hätte; und wenn es unter 20 ||VI| getheilt ist, wird die Concurrenz grade um so thätiger sein, und es wird um so weniger die Möglichkeit gegeben sein, daß sie sich unter einander verständigen können, den Preiß ihrer Waaren zu erhöhn.» Smith. t. II, p. 372, 73.
Da wir nun schon wissen, daß die Preisse des Monopols so hoch als möglich sind, da das Interesse d[es] Capitalisten selbst vom gemein nationalökonomischen Gesichtspunkt aus feindlich der Gesellschaft gegenübersteht, da die Erhöhung des Capitalgewinns wie das zusammengesezte Interesse auf den Preiß der Waare wirkt, (Smith. t. I, p. 201.) so ist die Concurrenz die einzige Hülfe gegen d[en] Capitalisten, die nach der Angabe der Nationalökonomie eben so wohlthätig auf die Erhöhung des Arbeitslohns, als auf die Wohlfeilheit der Waaren, zu Gunsten des consummirenden Publicums, wirkt.