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Das Verhältniß des Privateigenthums ist Arbeit, Capital und die Beziehung beider. Die Bewegung, die diese Glieder zu durchlaufen haben, sind:

Erstens: unmittelbare oder vermittelte Einheit beider.

Capital und Arbeit erst noch vereint; dann zwar getrennt und entfremdet, aber sich wechselseitig als positive Bedingungen hebend und fördernd.

Gegensatz beider. Schliessen sich wechselseitig aus und der Arbeiter weiß d[en] Capitalisten und umgekehrt als sein Nichtdasein; jeder sucht dem andern sein Dasein zu entreissen.

Gegensatz jedes gegen sich selbst. Capital = aufgehäufter Arbeit = Arbeit. Als solche zerfallend in sich und seine Zinsen, wie diese wieder in Zinsen und Gewinn. Restlose Aufopferung des Capitalisten. Er fällt in die Arbeiterklasse, wie der Arbeiter – aber nur ausnahmsweise – Capitalist wird. Arbeit als Moment des Capitals, seine Kosten. Also der Arbeitslohn ein Opfer des Capitals.

Arbeit zerfallen in sich und den Arbeitslohn. Arbeiter selbst ein Capital und Waare.

Feindlicher wechselseitiger Gegensatz. |

[Heft III]

[Ergänzung zu Heft II, Seite XXXVI]

[Privateigentum und Arbeit]

|I| ad. pag. XXXVI. Das subjektive Wesen des Privateigenthums, das Privateigenthum als für sich seiende Thätigkeit, als Subjekt, als Person, ist die Arbeit. Es versteht sich also, daß erst die Nationalökonomie, welche die Arbeit als ihr Princip erkannte, – Adam Smith – also nicht mehr das Privateigenthum nur mehr als einen Zustand ausser dem Menschen wußte, – daß diese Nationalökonomie sowohl als ein Produkt der wirklichen Energie und Bewegung des Privateigenthums (sie ist die für sich im Bewußtsein gewordne selbstständige Bewegung des Privateigenthums, die moderne Industrie als Selbst) zu betrachten ist, als ein Produkt der modernen Industrie, wie sie andrerseits die Energie und Entwicklung dieser Industrie beschleunigt, verherrlicht, zu einer Macht des Bewußtseins gemacht hat. Als Fetischdiener, als Katholiken erscheinen daher dieser aufgeklärten Nationalökonomie, die das subjektive Wesen des Reichthums – innerhalb des Privateigenthums – entdeckt hat, die Anhänger des Geld und Merkantilsystems, welche das Privateigenthum als ein nur gegenständliches Wesen für d[en] Menschen wissen. Engels hat daher mit Recht Adam Smith den nationalökonomischen Luther genannt. Wie Luther als das Wesen der äusserlichen Welt d[er] Religion den Glauben erkannte und daher dem katholischen Heidenthum gegenüber trat, wie er die äussere Religiosität aufhob, indem er die Religiosität zum innern Wesen d[es] Menschen machte, wie er den ausser dem Laien vorhandnen Pfaffen negirte, weil er den Pfaffen in das Herz des Laien versetzte, so wird der ausser dem Menschen befindliche und von ihm unabhängige – also nur auf eine äusserliche Weise zu erhaltende und zu behauptende – Reichthum aufgehoben, d.h. diese seine äusserliche gedankenlose Gegenständlichkeit wird aufgehoben, indem sich das Privateigenthum incorporirt im Menschen selbst und der Mensch selbst als sein Wesen erkannt – aber darum der Mensch selbst in der Bestimmung des Privateigenthums wie bei Luther der Religion gesezt wird. Unter dem Schein einer Anerkennung d[es] Menschen, ist also die Nationalökonomie, deren Prinzip die Arbeit, vielmehr nur die consequente Durchführung der Verläugnung des Menschen, indem er selbst nicht mehr in einer äusserlichen Spannung zu dem äusserlichen Wesen des Privateigenthums steht, sondern er selbst dieß gespannte Wesen des Privateigenthums geworden ist. Was früher sich Aüsserlichsein, reale Entäusserung d[es] Menschen, ist nur zur That der Entäusserung, zur Veräusserung geworden. Wenn also jene Nationalökonomie unter dem Schein der Anerkennung des Menschen, seiner Selbstständigkeit, Selbstthätigkeit, etc beginnt und wie sie in das Wesen d[es] Menschen selbst das Privateigenthum versezt, nicht mehr durch die lokalen, nationalen etc Bestimmungen des Privateigenthums als eines ausser ihr existirenden || Wesens bedingt sein kann, also eine kosmopolitische, allgemeine, jede Schranke, jedes Band umwerfende Energie entwickelt, um sich als die einzige Politik, Allgemeinheit, Schranke und Band an die Stelle zu setzen – so muß sie bei weitrer Entwicklung diese Scheinheiligkeit abwerfen, in ihrem ganzen Cynismus hervortreten und sie thut dieß, indem sie – unbekümmert um alle scheinbaren Widersprüche, worin diese Lehre sie verwickelt – viel einseitiger, darum schärfer und consequenter die Arbeit als das einzige Wesen des Reichthums entwickelt, die Consequenzen dieser Lehre im Gegensatz zu jener ursprünglichen Auffassung vielmehr als Menschenfeindliche nachweist und endlich dem lezten, individuellen, natürlichen, unabhängig von der Bewegung der Arbeit existirenden Dasein des Privateigenthums und Quelle des Reichthums – der Grundrente, diesen schon ganz nationalökonomisch gewordnen und daher gegen die Nationalökonomie widerstandsunfähigen Ausdruck des Feudaleigenthums – den Todesstoß giebt. (Schule des Ricardo.) Nicht nur wächst der Cynismus der Nationalökonomie relativ von Smith über Say bis zu Ricardo, Mill etc; insofern die Consequenzen der Industrie den leztern entwickelter und widerspruchsvoller vor die Augen treten; sondern auch positiv gehn sie immer und mit Bewußtsein weiter in der Entfremdung gegen d[en] Menschen als ihr Vorgänger, aber nur, weil ihre Wissenschaft sich consequenter und wahrer entwickelt. Indem sie das Privateigenthum in seiner thätigen Gestalt zum Subjekt machen, also zugleich d[en] Menschen zum Wesen und zugleich den Menschen als ein Unwesen zum Wesen machen, so entspricht der Widerspruch der Wirklichkeit vollständig dem widerspruchsvollen Wesen, das sie als Princip erkannt haben. Die zerrißne ||II| Wirklichkeit der Industrie bestätigt ihr in sich zerrißnes Princip, weit entfernt, es zu widerlegen. Ihr Princip ist ja das Princip dieser Zerrissenheit. —

Die physiokratische Lehre von Dr. Quesnay bildet den Uebergang aus dem Mercantilsystem zu Adam Smith. Die Physiokratie ist unmittelbar die nationalökonomische Auflösung des Feudaleigenthums, aber darum eben so unmittelbar die nationalökonomische Umwandlung, Wiederherstellung desselben, nur daß seine Sprache nun nicht mehr feudal, sondern ökonomisch wird. Aller Reichthum wird aufgelöst in die Erde und den Landbau; (Agrikultur) die Erde ist noch nicht Capital, sie ist noch eine besondre Daseinsweise desselben, die in ihrer und um ihrer natürlichen Besonderheit willen gelten soll; aber die Erde ist doch ein allgemeines natürliches Element, während das Merkantilsystem nur das edle Metall als Existenz des Reichthums kennt. Der Gegenstand des Reichthums, seine Materie, hat also sogleich die höchste Allgemeinheit innerhalb der Naturgrenze, – insofern er noch als Natur unmittelbar gegenständlicher Reichthum ist – erhalten. Und die Erde ist nur durch die Arbeit, die Agrikultur für den Menschen. Also wird schon das subjektive Wesen des Reichthums in die Arbeit versezt. Aber zugleich ist die Agricultur die einzig produktive Arbeit. Also ist die Arbeit noch nicht in ihrer Allgemeinheit und Abstraktion gefaßt, sie ist noch an ein besondres Naturelement als ihre Materie gebunden, sie ist daher auch nur noch in einer besonderen Naturbestimmten Daseinsweise erkannt. Sie ist daher erst eine bestimmte, besondre Entäusserung d[es] Menschen, wie ihr Product auch als ein bestimmter, – mehr noch der Natur als ihr selbst anheimfallender Reichthum – gefaßt ist. Die Erde wird hier noch als von Menschen unabhängiges Naturdasein anerkannt, noch nicht als Capital, d.h. als ein Moment der Arbeit selbst. Vielmehr erscheint die Arbeit als ihr Moment. Indem aber der Fetischismus des alten äusserlichen nur als Gegenstand existirenden Reichthums auf ein sehr einfaches Naturelement reducirt und sein Wesen schon, wenn auch erst theilweise auf eine besondre Weise, in seiner subjektiven Existenz anerkannt ist, ist der nothwendige Fortschritt, daß das allgemeine Wesen des Reichthums erkannt und daher die Arbeit in ihrer vollständigen Absolutheit, d.h. Abstraktion, zum Princip erhoben wird. Es wird der Physiokratie bewiesen, daß die Agrikultur in ökonomischer Hinsicht, also d[er] einzig berechtigten von keiner andern Industrie verschieden sei, also nicht eine bestimmte Arbeit, eine an ein besondres Element || gebundne, eine besondre Arbeitsäusserung, sondern die Arbeit überhaupt das Wesen des Reichthums sei.