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|XII| Wie wenig während d[em] Akt der Kritik (Bauer, die Synoptiker) ein Bewußtsein vorhanden war über das Verhältniß zur Hegel’schen Dialektik, wie wenig dieses Bewußtsein auch nach dem Akt der stofflichen Kritik entstand, beweist Bauer, wenn er in seiner «guten Sache der Freiheit» die vorlaute Frage des Herrn Gruppe, «was nun mit der Logik» dadurch abweist, daß er ihn auf kommende Kritiker verweist.

Aber auch nun, nachdem Feuerbach – sowohl in seinen «Thesen» in den Anecdotis, als ausführlich in der «Philosophie der Zukunft» die alte Dialektik und Philosophie dem Keim nach umgeworfen hat – nachdem dagegen jene Kritik, welche diese That nicht zu vollbringen wußte, dagegen die That vollbrachte sich «als reine, entschiedne, absolute, mit sich ins Klare gekommne Kritik» auszurufen; nachdem sie in ihrem spiritualistischen Hochmuth die ganze geschichtliche Bewegung auf das Verhältniß der übrigen Welt – die ihr gegenüber unter die Categorie der «Masse» fällt – zu ihr selbst reducirt und alle dogmatischen Gegensätze in den einen dogmatischen Gegensatz ihrer eignen Klugheit und der Dummheit der Welt, des kritischen Christus und der Menschheit, als dem «Haufen», aufgelöst hat; nachdem sie ihre eigne Vortrefflichkeit täglich und stündlich an der Geistlosigkeit der Masse bewiesen hat, nachdem sie endlich das kritische jüngste Gericht unter der Gestalt verkündigt hat, daß der Tag herannahe, wo die ganze verfallende Menschheit ihr gegenüber sich schaaren werde, von ihr in Gruppen sondirt und jeder besondre Haufen sein testimonium paupertatis erhalten werde, nachdem sie ihre Erhabenheit über menschliche Empfindungen, wie über die Welt, über welche sie in erhabner Einsamkeit thronend nur von Zeit zu Zeit das Gelächter der olympischen Götter von ihren sarkastischen Lippen schallen läßt, hat drucken lassen – nach allen diesen ergötzlichen Gebahrungen des unter der Form der Kritik verscheidenden Idealismus (des Junghegelthums) hat er auch nicht einmal die Ahnung ausgesprochen, daß man sich nun kritisch mit seiner Mutter, der hegelschen Dialektik auseinanderzusetzen habe, ja selbst über kein kritisches Verhältniß zur Feuerbachischen Dialektik anzugeben gewußt. Ein völliges unkritisches Verhalten zu sich selbst. |

| Feuerbach ist der einzige, der ein ernsthaftes, ein kritisches Verhältniß zur hegel’schen Dialektik hat und wahrhafte Entdeckungen auf diesem Gebiete gemacht hat, überhaupt der wahre Ueberwinder der alten Philosophie ist. Die Grösse der Leistung und die geräuschlose Einfachheit, womit F. sie der Welt giebt, stehn in einem wunderlichen Gegensatz zu dem umgekehrten Verhältniß.

Feuerbachs grosse That ist: 1) der Beweis, daß die Philosophie nichts andres ist als die in Gedanken gebrachte und denkend ausgeführte Religion; also ebenfalls zu verurtheilen ist; eine andre Form und Daseinsweise d[er] Entfremdung des menschlichen Wesens.

2) Die Gründung des wahren Materialismus und der reellen Wissenschaft, indem Feuerbach das gesellschaftliche Verhältniß das «des Menschen zum Menschen» – ebenso zum Grundprincip der Theorie macht;

3) indem er der Negation der Negation, die das absolut positive zu sein behauptet, das auf sich selbst ruhende und positiv auf sich selbst begründete Positive entgegenstellt.

Feuerbach erklärt die hegel’sche Dialektik – (und begründet dadurch den Ausgang vom Positiven, vom Sinnlich-Gewissen) – folgendermassen:

Hegel geht aus von der Entfremdung (Logisch: dem Unendlichen, abstrakt Allgemeinen), der Substanz, der absoluten und fixirten Abstraktion, – d.h. populär ausgedrückt, er geht von der Religion und Theologie aus.

Zweitens: Er hebt das Unendliche auf, sezt das Wirkliche, Sinnliche, Reale, Endliche, Besondre. (Philosophie, Aufhebung der Religion und Theologie.)

Drittens. Er hebt das Positive wieder auf; stellt die Abstraktion, das Unendliche wieder her. Wiederherstellung der Religion und Theologie.

Feuerbach faßt also die Negation der Negation nur als Widerspruch der Philosophie mit sich selbst auf, als die Philosophie, welche die Theologie (Transzendenz etc) bejaht, nachdem sie dieselbe verneint hat, also im Gegensatz zu sich selbst bejaht.

Die Position oder Selbstbejahung und Selbstbestätigung, die in der Negation der Negation liegt, wird für eine ihrer selbst noch nicht sichere, darum mit ihrem Gegensatz behaftete, an sich selbst zweifelnde und darum des Beweises Bedürftige, also nicht durch ihr Dasein sich selbst beweisende, als nicht eingestandne ||XIII| Position gefaßt und darum ihr direkt und unvermittelt die sinnlichgewisse auf sich selbst gegründete Position entgegengestellt.

Feuerbach faßt auch die Negation der Negation, den konkreten Begriff als das sich im Denken überbietende und als Denken unmittelbar Anschauung, Natur, Wirklichkeit sein wollende Denken.

Aber indem Hegel die Negation der Negation – der positiven Beziehung nach, die in ihr liegt, als das wahrhaft und einzig Positive – der negativen Beziehung nach, die in ihr liegt, als den einzig wahren Akt und Selbstbethätigungsakt alles Seins – aufgefaßt hat, hat er nur den abstrakten, logischen, spekulativen Ausdruck für die Bewegung der Geschichte gefunden, die noch nicht wirkliche Geschichte d[es] Menschen als eines vorausgesezten Subjekts, sondern erst Erzeugungsakt, Entstehungsgeschichte des Menschen ist. – Sowohl die abstrakte Form werden wir erklären, als den Unterschied, den diese Bewegung bei Hegel im Gegensatz zur modernen Kritik, zu demselben Prozeß in Feuerbachs Wesen des Christenthums hat, oder vielmehr die kritische Gestalt dieser bei Hegel noch unkritischen Bewegung. —

Ein Blick auf das hegelsche System. Man muß beginnen mit der hegel’schen Phänomenologie, der wahren Geburtsstätte und dem Geheimniß der hegel’schen Philosophie. —

Phänomenologie.

A) Das Selbstbewußtsein.

I.) Bewußtsein. α) Sinnliche Gewißheit oder das Dieses und das Meinen. β) Die Wahrnehmung oder das Ding mit seinen Eigenschaften und die Täuschung. γ) Kraft und Verstand, Erscheinung und übersinnliche Welt.