Die Momente die wir zu betrachten haben, sind: Einmal wird der Hang des Austauschs – dessen Grund im Egoismus gefunden wird – als Grund oder Wechselwirkung der Theilung der Arbeit betrachtet. Say betrachtet den Austausch als nicht fundamental für das Wesen der Gesellschaft. Der Reichthum, die Production wird durch die Theilung der Arbeit und den Austausch erklärt. Die Verarmung und Entwesung der individuellen Thätigkeit durch die Theilung der Arbeit wird zugestanden. Austausch und Theilung der Arbeit werden als Producenten der grossen Verschiedenheit der menschlichen Talente anerkannt, eine Verschiedenheit, welche durch ersteren auch wieder nützlich wird. Skarbek theilt die Productions oder produktiven Wesenskräfte des Menschen in 2 Theile, 1) die individuellen und ihm inhärenten, seine Intelligenz und specielle Arbeitsdisposition oder Fähigkeit, 2) die von der Gesellschaft – nicht vom wirklichen Individuum – abgeleiteten, die Theilung der Arbeit und den Austausch. – Ferner: Die Theilung der Arbeit ist durch den Markt beschränkt. – Die menschliche Arbeit ist einfache mechanische Bewegung; die Hauptsache thun die materiellen Eigenschaften der Gegenstände. – Einem Individuum müssen wenigst mögliche Operationen zugetheilt werden – Spaltung der Arbeit und Concentrirung des Capitals, die Nichtigkeit der individuellen Production und d[ie] Production des Reichthums in Masse – Verstand des freien Privateigenthums in der Theilung der Arbeit. |
[Geld]
|XL[I]| Wenn die Empfindungen, Leidenschaften etc d[es] Menschen nicht nur anthropologische Bestimmungen im [eigne]n Sinn, sondern wahrhaft ontologische Wesens(Natur)bejahungen sind – und wenn sie nur dadurch wirklich sich bejahen, daß ihr Gegenstand sinnlich für sie ist, so versteht sich 1) daß die Weise ihrer Bejahung durchaus nicht eine und dieselbe ist, sondern vielmehr die unterschiedne Weise der Bejahung die Eigenthümlichkeit ihres Daseins, ihres Lebens bildet; die Weise, wie der Gegenstand für sie, ist die eigenthümliche Weise ihres Genusses; 2) da, wo die sinnliche Bejahung unmittelbares Aufheben des Gegenstandes in seiner selbstständigen Form ist (Essen, Trinken, Bearbeiten des Gegenstandes etc) ist dieß die Bejahung des Gegenstandes; 3) insofern der Mensch menschlich, also auch seine Empfindung etc menschlich ist, ist die Bejahung des Gegenstandes durch einen andern, ebenfalls sein eigner Genuß; 4) erst durch die entwickelte Industrie, i.e. durch die Vermittlung des Privateigenthums wird das ontologische Wesen der menschlichen Leidenschaft sowohl in seiner Totalität, als in seiner Menschlichkeit; die Wissenschaft vom Menschen ist also selbst ein Product der praktischen Selbstbetätigung d[es] Menschen; 5) der Sinn des Privateigenthums – losgelöst von seiner Entfremdung – ist das Dasein der wesentlichen Gegenstände für d[en] Menschen, sowohl als Gegenstand des Genusses, wie der Thätigkeit. —
Das Geld, indem es die Eigenschaft besizt, alles zu kaufen, indem es die Eigenschaft besizt, alle Gegenstände sich anzueignen, ist also der Gegenstand im eminenten Besitz. Die Universalität seiner Eigenschaft ist die Allmacht seines Wesens; es gilt daher als allmächtiges Wesen. …Das Geld ist der Kuppler zwischen dem Bedürfniß und dem Gegenstand, zwischen dem Leben und dem Lebensmittel d[es] Menschen. Was mir aber mein Leben vermittelt, das vermittelt mir auch das Dasein d[es] andern Menschen für mich. Das ist für mich der andre Mensch. –
| Shakespeare im Timon von Athen:
Und weiter unten:
Shakespeare schildert das Wesen des Geldes trefflich. Um ihn zu verstehn, beginnen wir zunächst mit der Auslegung der göthischen Stelle.
Was durch das Geld für mich ist, was ich zahlen, d.h., was das Geld kaufen kann, das bin ich, der Besitzer des Geldes selbst. So groß die Kraft des Geldes, so groß ist meine Kraft. Die Eigenschaften des Geldes sind meine – seines Besitzers – Eigenschaften und Wesenskräfte. Das was ich bin und vermag ist also keineswegs durch meine Individualität bestimmt. Ich bin häßlich, aber ich kann mir die schönste Frau kaufen. Also bin ich nicht häßlich, denn die Wirkung der Häßlichkeit, ihre abschreckende Kraft ist durch das Geld vernichtet. Ich – meiner Individualität nach – bin lahm, aber das Geld verschafft mir 24 Füsse; ich bin also nicht lahm; ich bin ein schlechter, unehrlicher, gewissenloser, geistloser Mensch, aber das Geld ist geehrt, also auch sein Besitzer. Das Geld ist das höchste Gut, also ist sein Besitzer gut, das Geld überhebt mich überdem der Mühe unehrlich zu sein, ich werde also als ehrlich präsumirt; ich bin geistlos, aber das Geld ist der wirkliche Geist aller Dinge, wie sollte sein Besitzer geistlos sein? Zudem kann er sich die Geistreichen Leute kaufen und wer die Macht über d[en] Geistreichen hat, ist der nicht geistreicher als der Geistreiche? Ich, der durch das Geld alles, wonach ein menschliches Herz sich sehnt, vermag, besitze ich nicht alle menschlichen Vermögen? Verwandelt also mein Geld nicht alle meine Unvermögen in ihr Gegentheil?