MEGA1 I/3 – Karl Marx, Friedrich Engels: Historisch-kritische Gesamtausgabe. Im Auftr. des Marx-Engels-Instituts Moskau hrsg. von V. Adoratskij. Abt. 1. Bd. 3: Karl Marx, Friedrich Engels. Die heilige Familie und Schriften von Marx von Anfang 1844 bis Anfang 1845. Berlin 1932.
MEGA2 I/1 – Karl Marx, Friedrich Engels: Gesamtausgabe (MEGA). Hrsg. vom Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der KPdSU und vom Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED. Abt. 1. Bd. 1: Karl Marx. Werke, Artikel, literarische Versuche bis März 1843. Berlin 1975.
MEGA2 II/2 – Karl Marx, Friedrich Engels: Gesamtausgabe (MEGA). Hrsg. vom Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der KPdSU und vom Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED. Abt. 2. Bd. 2: Karl Marx. Ökonomische Manuskripte und Schriften 1858 – 1861. Berlin 1980.
MEGA2 II/3.6 – Karl Marx, Friedrich Engels: Gesamtausgabe (MEGA). Hrsg. vom Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der KPdSU und vom Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED. Abt. 2. Bd. 3: Karl Marx. Zur Kritik der politischen Ökonomie (Manuskript 1861 – 1863). Teil 6. Berlin 1982.
MEGA2 III/1 – Karl Marx, Friedrich Engels: Gesamtausgabe (MEGA). Hrsg. vom Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der KPdSU und vom Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED. Abt. 3. Bd. 1: Karl Marx, Friedrich Engels. Briefwechsel bis April 1846. Berlin 1975.
MEGA2 IV/2 – Karl Marx, Friedrich Engels: Gesamtausgabe (MEGA). Hrsg. vom Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der KPdSU und vom Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED. Abt. 4. Bd. 2: Karl Marx, Friedrich Engels. Exzerpte und Notizen 1843 bis Januar 1845. Berlin 1981.
MEJ 1 – Marx-Engels-Jahrbuch 1. Hrsg. vom Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der KPdSU und vom Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED. Berlin 1977.
Ruge Bw – Arnold Ruges Briefwechsel und Tagebuchblätter aus den Jahren 1825 – 1880. Hrsg. von P. Nerrlich. Bd. 1: 1825 – 1847. Berlin 1886.
ZB Zürich – Zentralbibliothek Zürich.
ZB Zürich. Fröbel – Zentralbibliothek Zürich. Nachlaß Julius Fröbel (1805 – 93). Ms Z II 87: Literarisches Comptoir: Briefe und Akten 1842 – 73.
H – Eigenhändige Niederschrift
J – Autorisierter Abdruck in Zeitungen und Zeitschriften
j – Nicht autorisierter Abdruck in Zeitungen und Zeitschriften
X – Nicht überlieferter Zeuge, dessen frühere Existenz belegt ist
l – Linke Spalte
m – Mittlere Spalte
r – Rechte Spalte
[ ] – Redaktionelle Ergänzung
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Entstehung und Überlieferung
Die «Ökonomisch-philosophischen Manuskripte» sind Marx’ erster Versuch, die ökonomischen Studien zu verallgemeinern und sich kritisch mit der bürgerlichen politischen Ökonomie auseinanderzusetzen. Diese Arbeit eröffnete ihm einen neuen Zugang zur Philosophie Hegels und Feuerbachs, führte zu einer neuen Wertung des utopischen Sozialismus und Kommunismus und ermöglichte einen neuen Ansatz für die wissenschaftliche Begründung der historischen Rolle des Proletariats.
Die «Ökonomisch-philosophischen Manuskripte» bestehen aus drei Heften. Heft I stellt eine relativ geschlossene, aber unvollständig gebliebene Ausarbeitung dar. Vom Heft II sind nur die Seiten XL bis XLIII überliefert, auf Seite XLIII bricht die Ausarbeitung mit Thesen über das Verhältnis des Privateigentums ab. Heft III besteht aus drei Textergänzungen zu zwei nicht überlieferten Seiten des Heftes II. Diesem folgen einige Zusätze zu unterschiedlichen Themen, ein Fragment über die Teilung der Arbeit, der Entwurf einer «Vorrede» und ein Fragment über das Geld. Der Text der «Ökonomisch-philosophischen Manuskripte» wird zweimal dargeboten. Bei der ersten Darbietung wird der Text so angeordnet wie er zeitlich nacheinander entstanden ist, der zweiten Darbietung liegt die logische Struktur der einzelnen Hefte zugrunde (siehe S. 710 – 712).
Der tiefere Grund für Marx’ Hinwenden zum Studium der bürgerlichen politischen Ökonomie liegt in der Analyse der politisch-sozialen Verhältnisse in Preußen Anfang der vierziger Jahre des vorigen Jahrhunderts und der damit zusammenhängenden Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie, der Auseinandersetzung mit der von Hegel begründeten Theorie der bürgerlichen Gesellschaft. Marx selbst resümierte diesen Werdegang wie folgt: «Meine Untersuchung mündete in dem Ergebniß, daß Rechtsverhältnisse wie Staatsformen weder aus sich selbst zu begreifen sind, noch aus der sogenannten allgemeinen Entwicklung des menschlichen Geistes, sondern vielmehr in den materiellen Lebensverhältnissen wurzeln, deren Gesammtheit Hegel, nach dem Vorgang der Engländer und Franzosen des 18. Jahrhunderts, unter dem Namen „bürgerliche Gesellschaft“ zusammenfaßt, daß aber die Anatomie der bürgerlichen Gesellschaft in der politischen Oekonomie zu suchen sei. Die Erforschung der letztern, die ich in Paris begann, setzte ich fort zu Brüssel…» (Karl Marx: Zur Kritik der politischen Ökonomie. Erstes Heft. In: MEGA2 II/2. S.100.)
Friedrich Engels schrieb 1885 im Vorwort zum zweiten Band des «Kapitals», daß Marx «seine ökonomischen Studien 1843 in Paris mit den großen Engländern und Franzosen» begann (Friedrich Engels: Vorwort zu Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Oekonomie. Bd. 2. Hrsg. von F. Engels. Hamburg 1885. S. IX). Allerdings beschäftigte sich Marx in den letzten Wochen des Jahres 1843 und Anfang 1844 mit der Herausgabe der «Deutsch-Französischen Jahrbücher» und mit der Überarbeitung seines Manuskripts «Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie». Die «Einleitung» war bereits in den Jahrbüchern erschienen, und in den folgenden Heften sollte die Publikation fortgesetzt werden (siehe S. 668/669). Die Unterbrechung der Arbeit an der Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie etwa zwischen Februar und Mai 1844 führte noch nicht unmittelbar zum Studium der bürgerlichen politischen Ökonomie, sondern zu einer Wiederaufnahme der Analyse der Französischen Revolution, die Marx im Juli und August 1843 in Kreuznach begonnen und im Oktober in Paris fortgesetzt hatte. Marx beschäftigte sich im Frühjahr 1844 mit der Geschichte des Konvents, d.h. mit der Untersuchung der Geschichte der Französischen Revolution zur Zeit des Bestehens der Republik ab September 1792. Am 15. Mai 1844 schrieb Arnold Ruge an Ludwig Feuerbach: «Marx… will die Geschichte des Convents schreiben und hat das Material dazu aufgehäuft und sehr fruchtbare Gesichtspunkte gefaßt. Die Kritik der hegelschen Rechtsphilosophie läßt er wieder liegen. Er will den Pariser Aufenthalt zu jener Arbeit benutzen, was ganz richtig ist.» (Ruge Bw. S. 345. Siehe auch MEJ 1. S. 392.) Ähnliches berichtete Ruge auch am 26. Mai 1844 an Moritz Fleischer (Ruge Bw. S. 354. Siehe auch MEJ 1. S. 393). Vermutlich unterbrach Marx die Arbeit an der Geschichte des Konvents erst Ende Mai oder Anfang Juni 1844 und widmete sich dem intensiven Studium der bürgerlichen politischen Ökonomie (siehe Ruge an Hermann Köchly, 20. Juni 1844. IML/ZPA Moskau, f. 172, op. 1, d. 50. – Ruge an Fleischer, 9. Juli 1844. In: Ruge Bw. S. 362. Siehe auch MEJ 1. S. 397. – Ruge an Max Duncker, 29. August 1844. In: Tägliche Rundschau. Berlin. Nr. 338, 22. Juli 1921. Unterhaltungsbeilage).