Annabeth schob die Lippen vor und sagte leise: »Ich fahre dieses Jahr nach Hause, Percy.«
Ich starrte sie an. »Du meinst, zu deinem Dad?«
Sie zeigte auf den Gipfel von Half-Blood Hill. Neben Thalias Fichte, am äußersten Rand der magischen Grenze des Camps, sah ich die Silhouette einer Familie – zwei kleine Kinder, eine Frau, ein großer blonder Mann. Sie schienen zu warten. Der Mann hielt einen Rucksack in der Hand, der aussah wie der, den Annabeth aus dem Wasserpark in Denver mitgenommen hatte.
»Ich habe ihm einen Brief geschrieben, als wir wieder hier waren«, sagte Annabeth. »Wie du es vorgeschlagen hattest. Ich habe geschrieben … dass mir alles leidtut. Und dass ich für das Schuljahr nach Hause kommen würde, wenn er das immer noch wollte. Er hat sofort geantwortet. Und wir haben beschlossen … noch einen Versuch zu machen.«
»Das hat bestimmt ganz schön viel Mumm gekostet.«
Sie spitzte wieder die Lippen. »Du wirst doch in diesem Schuljahr keine Dummheiten machen, oder? Wenigstens … nicht ohne mir eine Iris-Botschaft zu schicken?«
Ich brachte ein Lächeln zu Stande. »Ich werde jedenfalls keinen Ärger suchen. Meistens ist das auch gar nicht nötig.«
»Wenn ich nächsten Sommer wieder herkomme«, sagte sie, »dann werden wir Luke ausfindig machen. Wir werden um einen Auftrag bitten, und wenn das nicht klappt, dann schleichen wir uns davon und knöpfen ihn uns trotzdem vor. Einverstanden?«
»Klingt wie ein Plan, der einer Athene würdig ist.«
Sie hielt mir die Hand hin. Ich nahm sie.
»Pass auf dich auf, Algenhirn«, sagte Annabeth. »Halt die Augen offen.«
»Du auch, Neunmalklug.«
Ich sah zu, wie sie den Hügel zu ihrer Familie hochging. Sie umarmte ihren Vater ungeschickt und schaute sich ein letztes Mal zum Tal um. Sie berührte Thalias Fichte, dann ließ sie sich über den Hügelkamm und in die Welt der Sterblichen führen.
Zum ersten Mal, seit ich in diesem Camp war, fühlte ich mich wirklich allein. Ich schaute zur Meerenge hinaus und mir fiel ein, was mein Vater gesagt hatte: Das Meer lässt sich nicht gern bändigen.
Mein Entschluss stand fest.
Ich hätte gern gewusst, ob Poseidon mir zusah, ob er mit diesem Entschluss einverstanden war.
»Nächsten Sommer komme ich zurück«, versprach ich ihm. »Ich werde bis dahin überleben. Ich bin ja schließlich dein Sohn.« Ich bat Argus, mich zu Hütte 3 zu bringen, damit ich meine Sachen packen könnte, um nach Hause zu fahren.
Danksagungen
Ohne wertvolle Hilfe von allen Seiten wäre ich viele Male von Ungeheuern erschlagen worden, während ich versuchte, diese Geschichte druckreif zu bekommen. Ich danke meinem älteren Sohn, Haley Michael, der die Geschichte als Erster gehört hat; meinem jüngeren Sohn, Patrick John, sechs Jahre alt und der Ausgeglichenste in der Familie; meiner Frau Becky, die damit leben muss, dass ich viele Stunden im Camp Half-Blood verbringe. Ich danke auch meinem Kader vom Mittelstufen-Beta-Test-Personaclass="underline" Travis Stoll, klug und schnell wie Hermes; C. C. Kellogg, geliebt wie Athene; Allison Bauer, klarsichtig wie Artemis die Jägerin, und Mrs Margaret Floyd, der weisen und gütigen Seherin des Mittelstufenenglisch. Mein Dank gilt außerdem Professor Egbert J. Bakker, dem hervorragenden Altphilologen, Nancy Gallt, Agentin summa cum laude, Jonathan Burnham, Jennifer Besser und Sarah Hughes, die an Percy geglaubt haben.
Glossar
Amazonen sagenhaftes Volk kriegerischer Frauen. Der Name bedeutet »brustlos« und weist darauf hin, dass die A. ihren Töchtern die rechte Brust abnahmen, damit sie den Bogen besser halten konnten. Sie galten als Abkömmlinge des Ares, sie verehrten ihn als Gott des Krieges und Artemis als Göttin der Jungfräulichkeit und weiblichen Kraft. Durch gelegentliche Kontakte mit benachbarten Stämmen hatten sie Kinder, töteten oder versklavten aber den männlichen Nachwuchs.
Anaklysmos zauberkräftiges Schwert des Poseidon, über das in den antiken Texten jedoch keine Einzelheiten berichtet werden.
Aphrodite Göttin der Liebe. Sie gehört zu den zwölf großen olympischen Gottheiten und spendet Schönheit und Fruchtbarkeit; nach Homer ist sie die Tochter des Zeus und der Dione, nach Hesiod aber die »Schaumgeborene«, danach entstieg sie in vollkommener Gestalt dem Meer: Kronos, der jüngste der Titanen, hatte seinem Vater Uranos die Geschlechtsteile abgeschnitten und ins Meer geworfen, Schaum sammelte sich und verwandelte sich in eine Frau. Mit Hephaistos verheiratet, ist sie ihm keine treue Ehefrau und hat ihn u. a. mit Ares betrogen. Wie die beiden beim Ehebruch erwischt und von dem betrogenen Ehemann in einem goldenen Netz gefangen wurden, berichtet die »Odyssee«. A. hat ihren Ehemann nicht nur mit Göttern, sondern auch mit Sterblichen hintergangen, so wurde auch Äneas gezeugt, der Gründer Roms. Und sie half den Männern, die in sterbliche Frauen verliebt waren, so wie Paris und Helena. Über ihren Gürtel, dem magische Kräfte zugeschrieben werden, ist wenig bekannt.
Apollo Gott der prophetischen Weissagung, der Künste, besonders der Musik (die Musen sind ihm direkt untertan), des Bogenschießens, der Bringer der Übel, aber auch der Schutzheilige der Medizin, Sohn des Zeus und der Leto, Zwillingsbruder der Artemis. Wurde mit Nektar und Ambrosia ernährt und war schon wenige Tage nach seiner Geburt erwachsen; zusammen mit Poseidon baute er die Stadtmauern von Troja. Heil-und Sühnegott; nachdem er den mächtigen Python erschlagen hatte, wurde er der Patron des Orakels von Delphi.
Arachne eine hervorragende Weberin, die Athene, die Schutzgöttin der Webkunst, zum Wettkampf herausforderte. Athene wirkte einen Teppich, der das Schicksal vermessener Sterblicher darstellte; A. aber wob die Skandalgeschichten der Götter. Da A.s Arbeit der ihren ebenbürtig war, zerriss Athene diese und schlug A. mit einem Weberschiff. A. erhängte sich und wurde von der Göttin in eine Spinne verwandelt.
Ares Gott des Krieges, einziger Sohn Zeus’ mit seiner Gemahlin Hera; unverheiratet, aber häufig Liebschaften, u. a. mit Aphrodite, die ihm bisher drei Kinder gebar, Harmonia und die Zwillinge Phobos (Furcht) und Deimos (Schrecken), die ihren Vater gerne auf das Schlachtfeld begleiten. Gilt als Vater der Penthesilea, der sagenhaften Ahnfrau der Amazonen (wer die Mutter war, ist nicht überliefert). Wegen seiner Blutrünstigkeit und Kriegslust wurde A. im antiken Griechenland nur wenig geschätzt, bei den Römern wurde er später mit dem noch heute viel bekannteren Kriegsgott Mars gleichgesetzt und zählte dort zu den wichtigsten Gottheiten.
Argus der hundertäugige Wächter, der mit »Argusaugen« wacht.
Artemis Tochter des Zeus und der Leto (Leto, die Tochter des Titanen Kronos und der Titanin Phoibe, war die letzte Geliebte des Zeus vor dessen Heirat mit Hera), jungfräuliche Göttin der Jagd, des Bogenschießens, Mond-und Todesgöttin, Beschützerin der wilden Tiere, der Kinder und aller Schwachen, eine der 12, Zwillingsschwester von Apollo. Sie mied den Kontakt zu Männern und bestrafte jeden, der sich ihr, gewollt oder ungewollt, zu nähern versuchte. Sie ließ sich von Nymphen begleiten und verlangte auch von diesen ewige Jungfräulichkeit. Zusammen mit Ares wurde sie von den Amazonen als deren Schutzgottheit verehrt.
Asphodeliengrund Teil der Unterwelt, wo die meisten Toten als Schatten hausen, dort wachsen die Asphodelen als mythische Blumen.
Athene aus dem Kopf von Zeus hervorgetreten, also nicht auf normale Weise geboren, Göttin der klugen Kriegsführung (im Gegensatz zu Ares, der Krieg um jeden Preis wollte), der Weisheit, der Künste und des Handwerks, Stadtgottheit Athens, aber auch in vielen anderen Städten verehrt, Tochter von Zeus und Metis, der Tochter des Okeanos und der Titanin Thetis. Die Herkunft ihres Beinamens Pallas ist ungeklärt.