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P: Und die anderen Zeichen?

M: Die Screenshots aus dem Film, meinst du?

P: Ja.

M: Sehr verrückt. Was war das, was ihr da gefilmt habt? Eine Maschine oder so?

P: Wie kommst du darauf?

M: Sah sehr technisch aus.

P: Ja, mag sein. Was stand denn dort?

M: Das meiste schienen nur Zahlenreihen zu sein. Irgendwelche Werte oder Beschriftungen, die vielleicht mit der speziellen Stelle zu tun haben, an der sie angebracht sind. Aber der eine Text war länger. Moment, ich hole ihn.

P: Okay...

M: So, da bin ich wieder. Dort steht – jedenfalls nach meiner Übersetzung: ... Siegel dessen, was tief ist. Hüter des Wissens. Was tot scheint, schläft wartend.

P: Bist du sicher?

M: Na ja, so sicher, wie man sich sein kann, wenn man die Schrift einer vor elftausend Jahren versunkenen Kultur zu entziffern versucht.

P: Moment, wer hat etwas von elftausend Jahren gesagt?

M: Na, wenn ihr Atlantis sucht, ist das der Zeitraum, um den es geht. Ich habe meinen Platon auch gelesen, weißt du ;-)

P: Ich habe auch nichts von Atlantis gesagt!

M: Patrick, es gehört nicht viel dazu, sich das zusammenzureimen. Außerdem geht es durch die Presse. Jedenfalls im Internet.

P: Verdammt. Sag mal, hast du ein Headset? Ich weiß, dass Gérard eins hat. Mit diesem Programm hier können wir auch telefonieren.

M: Nein, ich habe kein Headset hier. Aber warum möchtest du denn mit mir sprechen?

P: Nur so. Wäre persönlicher.

M: Ha! Ich verstehe schon... Aber vielleicht möchte ich gerade das ja nicht?

P: Touché!

M: Vielleicht ein anderes Mal, okay? Ihr seid jedenfalls schon kleine Berühmtheiten, wenn man sich auf den Websites der Verschwörungstheoretiker und der Sucher nach antikem Wissen umsieht.

P: Tatsächlich? Und was schreiben die so über uns?

M: Ach, lauter dummes Zeug. Am besten, du suchst selbst mal ein paar Websites im Netz und liest nach.

P: Danke nein, dafür müsste mir schon ziemlich langweilig sein. Ich denke, wir haben im Moment Besseres zu tun.

M: Ja, das denke ich auch. Gibt's noch mehr Bilder und Texte?

P: Bisher nicht, aber ich halte dich auf dem Laufenden! Vielleicht haben wir heute Abend schon neues Material.

M: Großartig. Ich freue mich. Und viel Glück euch!

P: Danke für die Hilfe. Bis dann.

Patrick schaltete das Programm aus und lehnte sich zurück. Nun gab es keinen Zweifel mehr daran, was sie entdeckt hatten! Und die Beschriftung der merkwürdigen Armatur... Siegel dessen, was tief ist. Marie konnte nichts von dem Phänomen der schwarzen Trennschicht wissen, und dennoch passte die Übersetzung. Ob es nun ein Kraftfeldgenerator war oder was auch immer: Es war also tatsächlich eine Apparatur, die das schützte, was darunter verborgen lag!

»Nun, dann erzählen Sie mal«, sagte Peter, der sich mit Kathleen an einen Tisch in der Messe gesetzt hatte.

»Die letzte Pressemitteilung ist ganz gut angekommen«, erklärte sie und reichte Peter einige Ausdrucke. »Diese Zeitungen haben sie abgedruckt. Zum Teil stark gekürzt oder kommentiert, natürlich. Aber im Großen und Ganzen sind sie neutral. Keine weiteren Lästereien.«

Peter studierte die Ausdrucke kurz. »Gut, das ist ja immerhin schon ein kleiner Erfolg.«

»Außerdem haben wir noch einmal zwei Interviewanfragen bekommen.«

»Tatsächlich?«

»Das eine ist ein Online-Magazin. Mysterika.com nennt es sich. Ich habe mir die Website etwas näher angesehen. Es sind hauptsächlich Artikel über antike Mysterien, Ufo-Forschung und dergleichen. Dahinter steckt ein Verlag, der das Magazin verwendet, um zugleich seine Bücher zu bewerben, die alle in dieselbe Richtung gehen.«

»Sollte man denen ein Interview geben?«

»Ich würde sagen, ja. Man sollte den Multiplikationsfaktor solcher Webseiten und Communities nicht unterschätzen. Dass man dort Gerüchte verbreitet und spekuliert, können Sie ohnehin nicht verhindern, also warum nicht ein bisschen Substanz bieten? Aber natürlich entscheiden Sie das selbst.« Peter verzog den Mund. »Und die andere Anfrage?«

»Da geht es wieder um Coast to Coast AM. Die fragen an, ob Sie für ein Interview zur Verfügung stehen.«

»Was ist das für ein Sender?«

»Es ist eine Radioshow, die abends ab zehn Uhr läuft. Es geht darin meist um ungewöhnliche Themen, Paranormales, Verschwörungen, Mysterien und dergleichen. Die Interviews sind oft live, Anrufer von überall aus den Staaten werden durchgeschaltet und können Fragen stellen.«

»Klingt nicht sonderlich wissenschaftlich...«

»Oh, es sind sogar sehr oft Wissenschaftler da! Auch über meine Fernsehshows wurde da schon viel diskutiert. Die Sendung hat einen sehr großen Hörerkreis. Hier zuzusagen, würde ich ausdrücklich empfehlen.«

»Es geht mir nicht allein darum, Werbung für unsere Ideen zu machen«, betonte Peter. »Sondern um die Seriosität der Berichterstattung, darum, ernst genommen zu werden.«

»Bei National Geographic

»Als Magazin für Laien, ja, zum Beispiel. Aber natürlich auch wissenschaftliche Publikationen.«

»Solche, die keiner liest? Peter, glauben Sie mir, wenn Sie möchten, dass Sie ernst genommen werden, dann müssen Sie zunächst beachtet werden. Sie wissen selbst, wie fragwürdig das Thema Atlantis ist. Sie benötigen Aufmerksamkeit, damit man nicht um Sie herumkommt, damit man sich mit Ihnen beschäftigen muss.«

»Und Sie denken, diese Sendung kann das erreichen?«

»Aktive Pressearbeit ist notwendig, wenn Sie nicht möchten, dass Gerüchte das Einzige sind, was über Sie kursiert.« Sie lächelte. »Glauben Sie mir, ich weiß, wovon ich spreche.«

Peter dachte einen Moment lang nach. »Gut, einverstanden«, sagte er dann. »Finden Sie heraus, wann das Interview stattfinden soll!«

»Gerne!« Sie stand auf. »Ich werde mich mit Jerry in Verbindung setzen.«

»Jerry?«

»Jerry Robbins. Das ist der Moderator. Ich kenne ihn ganz gut.«

Als Kathleen den Raum verließ, stieß sie fast mit Patrick zusammen, der gerade hineinwollte. Sie setzte ein breites Lächeln auf, als sie an ihm vorbeiging.

Patrick beachtete sie nicht. Er kam zu Peter an den Tisch.

»Wir haben es geschafft!«

»So?« Peter hob eine Augenbraue.

»Marie hat die Zeichen übersetzen können!«

»Nein! Tatsächlich? Wie denn das?«

»Sie sagte, die Strukturen seien ähnlich wie beim Ägyptischen, und mit ihren Rechnern war sie in der Lage, die Texte zu entschlüsseln.« Er legte die Unterlagen, die sie ihm geschickt hatte, vor Peter auf den Tisch, schob sie auseinander und deutete auf ein Blatt. »Hier, die Texte.«

Peter sah sich die Übersetzungen an.

»Unfassbar...«, sagte er nach einer Weile.

»Sie haben Atlantis gefunden, alter Knabe!«

»Tja, es scheint wohl so...« Peter blätterte in den Papieren, las einzelne Passagen. »Nur...«

»Was?«

»Wenn etwas zu gut scheint, um wahr zu sein, ist es ja oft nicht wahr... Ich denke nur...«

»Nun kommen Sie schon, was gibt es denn noch zu zögern?«

»Halten Sie es nicht für unwahrscheinlich, dass jemand in der Lage sein sollte, eine fremde Sprache und Schrift in so kurzer Zeit zu übersetzen? Zudem ist Ihre Marie doch sicher keine Sprachwissenschaftlerin, oder habe ich nicht recht? Also, woher sollte sie so viel über antike Sprachen wissen?«