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John zuckte nur mit den Schultern.

»Na, ist ja auch egal. Aber weißt du... was ich sagen will... ich muss unbedingt mit an Bord dieses U-Boots!«

»Tatsächlich, ja? Es scheint Ihnen ja wirklich wichtig zu sein.«

Sie nickte.

»Aber wir haben schon darüber geredet. Alvin ist nicht für vier Personen gedacht.«

»John, bitte! Ich weiß, dass man noch einen vierten reinquetschen könnte. Dick hat mir verraten, dass ihr sogar schon zu viert unten wart!«

»Was meine Besetzung tut, hat nichts damit zu tun, was für Fremde an Bord gestattet ist. Ich trage hier für alles die Verantwortung.«

»Ich unterschreibe auch eine Erklärung, dass...«

»Darum geht es nicht...«

»Worum geht es dann? Um Geld?«

»Ich bin nicht bestechlich, Kathleen.«

Sie stand auf, trat vor John und legte die Hände an seine Hüften. »Vielleicht habe ich es noch nicht deutlich genug ausgedrückt... John...« Sie senkte die Stimme. »Ich bin bereit, alles dafür zu tun. Was du dir wünschst.«

John lächelte, legte seine Hände auf ihre, umfasste sie.

»Ich weiß...«, sagte er.

Sie lächelte wieder. »Ja? Und? Sind wir im Geschäft?«

John packte zu. Presste ihre Handgelenke zusammen und drehte sie nach oben. Kathleen schrie auf.

»Nein«, sagte John. »Wir sind nicht im Geschäft.«

»John!«, schrie die Reporterin. »Du tust mir weh! Lass mich los, verdammter Mistkerl!«

John stieß sie heftig von sich, sodass sie rückwärts auf ihr Bett fiel und mit dem Kopf gegen die Wand schlug.

»Sie bleiben hier, Miss Denver. Bis wir an Land sind. Und dann haben wir ausgiebig Zeit, uns darüber zu unterhalten, wozu Sie alles bereit waren.«

Mit einem Schritt war er aus der Kabine, schloss die Tür und verriegelte sie mit seinem Universalschlüssel.

Er hörte Kathleen in der Kabine aufkreischen, und kurz darauf donnerte etwas von innen gegen die Tür und ging zu Bruch.

»Da sind Sie ja alle«, sagte John, als er den Mannschaftsraum betrat. »Wir haben noch Schwierigkeiten mit Alvin, aber es dürfte in spätestens fünfzehn Minuten losgehen. Sind Sie fertig? Auf Toilette gewesen?«

»Wir möchten, dass Stef... Marie uns begleitet«, sagte Patrick.

Der Kapitän hob die Hand. »Ich habe schon erklärt, warum das nicht möglich ist.«

»Ja. Aber trotzdem möchten wir, dass sie mitkommt«, wiederholte der Franzose. »Ich habe mich mit Dick über die Spezifikationen von Alvin unterhalten. Technisch ist es kein Problem. Der Sauerstoff reicht lange genug. Und auf die eingebüßte Nutzlast können wir auch verzichten. Es wird nur etwas enger, aber der Tauchgang ist einfach zu wichtig.«

»Das mag alles stimmen«, sagte John. »Aber ich verliere den Versicherungsschutz, wenn ich Alvin außerhalb der Bestimmungen einsetze.«

»Ach, scheiß doch auf die Versicherung!«, rief Patrick.

John verzog den Mund und sah ihn nur stumm an.

»Na gut«, lenkte Patrick an. »Entschuldigung. Aber können wir das nicht einmal vergessen? Diese Chance kommt vermutlich nicht wieder!«

»Ich möchte mich der Bitte meines Kollegen gerne anschließen«, sagte Peter. »Wir wissen nicht, was uns erwartet, und möglicherweise müssen wir schnell reagieren und können das Fachurteil einer Expertin für diese Zeichen dringend gebrauchen.«

»Bitte«, sagte Stefanie und sah den Kapitän eindringlich an.

John schloss die Augen und atmete tief ein.

Ein plötzlicher Pfeifton ertönte über die Lautsprecheranlage des Schiffes, gefolgt von einer Durchsage: »Captain Harris, bitte dringend auf die Brücke!«

»Entschuldigen Sie mich«, sagte John und verließ den Raum mit großen Schritten.

Als er auf der Brücke ankam, drückte ihm einer seiner Männer das Funkgerät in die Hand. »Es ist die Küstenwache«, sagte er.

»Hier ist Captain Harris der Argo 2K. Flug CG-37, bitte kommen.«

»Argo 2K, hier ist Lieutenant Green, Flug CG-37. Captain Harris, Ihrer Position nähern sich drei Helikopter der Küstenwache, die Ihnen beim Abschluss Ihrer Untersuchungen helfen werden. Sie haben Anweisung, das Personal an Bord zu lassen.«

John sah aus der Fensterfront der Brücke, wo noch immer der Regen gegen die Scheibe fegte. Draußen war es dunkel geworden. Die Wolken waren so dicht, dass der Vormittag bereits nach Dämmerung aussah. Die Scheinwerfer auf dem Vorderdeck strahlten den Regen und die immer höher spritzenden Brecher an.

»Wir haben keine Landeplattform«, sagte John in das Gerät. »Und die See ist zu stürmisch, um mit dem Dingi rauszufahren.«

»Das wird nicht notwendig sein. Unsere Experten werden direkt an Deck heruntergelassen.«

John ballte eine Hand zur Faust. »Verstanden, over.« Dann stürmte er von der Brücke, zurück zum Mannschaftsraum und blieb dort in der offenen Tür stehen.

»Es geht los! Sofort. Die Küstenwache kommt. Wir müssen uns beeilen:«

»Und Marie?«, fragte Patrick.

»Meinetwegen«, sagte John. »Wenn wir uns nicht beeilen, wird der Tauchgang so kurz, dass es ohnehin egal ist.«

Die drei standen auf und liefen dem Kapitän hinterher, der schon in Richtung des Hinterdecks unterwegs war. Als sie ins Freie traten, fegte ihnen der Wind den Regen ins Gesicht und raubte ihnen fast den Atem. John führte sie in geduckter Haltung zum offenen Hangar, wo sie sich unterstellen konnten. Sie sahen, dass Alvin bereits unter dem Kran lag. Einige Männer in völlig durchnässten T-Shirts waren noch mit letzten Handgriffen beschäftigt. Sie mussten sich immer wieder festhalten, wenn das Schiff schlingerte und Brecher an der Bordwand empor und über das Deck schlugen.

»Sollten wir Kathleen Bescheid sagen?«, fragte Peter. »Vielleicht wollte sie das für ihre Dokumentation filmen.«

»Die Dame hat Hausarrest«, sagte John, »und wird nirgendwo mehr dabei sein.«

»Was ist denn passiert?«

»David, unser Systemadministrator ist auf ihre Spur gekommen«, erklärte der Kapitän. »Derjenige, der unsere Daten gelöscht hat, musste dafür das Admin-Passwort gekannt haben. Ricardo, der Kubaner, der geflüchtet ist, hat zwar vermutlich einige Bilder an González weitergeleitet, aber ohne das Passwort lassen sich die Daten nicht löschen. Und das Passwort war von David gerade erst geändert worden. Niemand sonst kannte es, und es hätte Tage gedauert, es zu knacken. Und dann fiel ihm Kathleen mit ihrer Kamera ein. Sie konnte mitgeschnitten haben, wie David es eintippte, denn sie war einige Male bei ihm, hat ihn interviewt und ihn bei der Arbeit gefilmt. Also hat David ihren Rechner untersucht, und tatsächlich: Von dort aus waren die Zugriffe erfolgt!«

»Das ist ungeheuerlich!«, rief Peter.

»Wo ist sie jetzt?«, fragte Patrick.

»In ihrer Kabine eingesperrt. An Land übergeben wir sie den Behörden.«

Durch den Regen war plötzlich ein Knattern zu hören, das schnell näher kam.

»Wo wir gerade von den Behörden sprechen«, sagte John, trat einige Schritte vor und suchte den wolkenbedeckten Himmel ab, »da sind sie schon!«

Die anderen folgten seinem Blick und entdeckten drei signalrot lackierte Hubschrauber mit schwarzen Nasen, die in vielleicht dreißig Metern Entfernung von der Argo aus dem Zwielicht aufgetaucht waren und dort nun in der Luft standen. Der stürmische Wind ließ die Maschinen in der Luft schwanken, aber offenbar gelang es ihnen noch ganz gut, sich zu halten.