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John hastete zurück und nahm einen Telefonhörer ab, der an der Innenwand des Hangars befestigt war.

»Brücke, hier ist John. Was ist da los?... Ja, schalte ihn durch... Captain Harris von der Argo 2K. Sagen Sie mir, was Sie vorhaben!... Ich stehe im Hangar auf dem Achterdeck... Nein, ausgeschlossen! Ich weiß nicht, ob Sie es schon bemerkt haben, aber wir haben hier Seegang! Zehn Meter und stärker werdend... Das ist Wahnsinn! Ich kann dafür keine Verantwortung...« Er hörte noch einen Augenblick zu, dann knallte er den Hörer auf die Gabel. »Die meinen es ernst.«

»Mit wem haben Sie gesprochen?«

»Das war der Pilot des Aufklärungsflugzeugs, das schon seit fast einer Stunde über uns kreist.«

»Davon haben Sie uns gar nichts erzählt.«

»Dazu bestand kein Anlass. Das Flugzeug dient nur als Relaisstation, um den Helikoptern Funkkontakt zum Festland zu ermöglichen. Es sind die Hubschrauber, über die wir uns Gedanken machen müssen.«

»Was wollen die hier?«, fragte Peter.

»Und warum gleich drei?«, hakte Patrick nach.

»Das ist eine reine Drohgebärde. Ein Hubschrauber hätte vollkommen ausgereicht. Die wollen ein paar ihrer Männer auf das Schiff bringen, die hier aufräumen und uns nach Hause führen sollen.«

»Dürfen die das denn?«

»Das steht leider nicht zur Debatte, Professor. Wenn sie an Bord sind, haben sie jedenfalls Verfügungsgewalt. Ob es sich hinterher als rechtens herausstellt, können Sie vor Gericht versuchen zu klären.«

»Der mittlere kommt auf uns zu!«

Tatsächlich hatte sich einer der Hubschrauber aus der Formation gelöst und näherte sich der Argo, bis er direkt über dem Achterdeck war. Der Pilot hielt die Maschine so ruhig, wie der Sturm es zuließ. Dann flammte ein Scheinwerfer auf, dessen Strahl Aufbauten, den Kran und das Deck in gleißendes Licht hüllte.

Langsam senkte sich der Hubschrauber.

»Viel tiefer darf er nicht kommen«, rief Patrick gegen den Lärm, »sonst kann er sich nicht fangen, wenn es Probleme gibt.«

»Der kommt noch tiefer«, sagte John, »warten Sie's ab. Bei dem Sturm ist er ohnehin verloren, wenn ihm der Rotor ausfällt.«

Tatsächlich war der Helikopter bald nur noch fünfzig Meter über dem Schiff, und immer noch senkte er sich.

In dreißig Metern Höhe verharrte er. Eine Seitentür öffnete sich. Ein Mann erschien, setzte sich auf die Kante und ließ sich dann herab. Er steckte in einem Geschirr, das mit Seilen an einer Metallwinde oberhalb der Tür befestigt war. Kaum hatte er den Hubschrauber verlassen, wurde er vom Wind erfasst. Während der Pilot versuchte, seine Position zu halten, wurde der Mann Meter für Meter herabgelassen.

Ein plötzlicher Ruck fuhr durch die Argo, als sie von einer massiven Welle erfasst wurde. Der Mann am Seil geriet gefährlich nahe an einige der großen Antennen, die sich ihm plötzlich entgegenbeugten. Der Hubschrauber machte eine Bewegung zur Seite, um ihn in einen Bereich zu ziehen, der freier war. Eine Weile verhaarte der Mann am Seil baumelnd, bevor er wieder herabgelassen wurde.

»Das sieht verdammt gefährlich aus«, meinte Patrick.

Mit einem Mal scherte der Helikopter einige Meter seitlich aus. Eine unerwartete Böe musste ihn erwischt haben. Der Mann folgte den Bewegungen unfreiwillig, kam erneut in die Nähe der Aufbauten, streckte schon seine Beine aus, um sich abzustemmen, und machte dann kreisende Bewegungen mit dem Arm. Einen Moment später wurde er wieder hinaufgezogen.

»Gute Entscheidung«, sagte Patrick.

»Die geben so schnell nicht auf«, warnte John.

Der Hubschrauber stieg wieder auf, aber offenbar hatte er sich mit einem Kollegen abgestimmt, denn einer der anderen beiden Piloten näherte sich nun. Während die erste Maschine wieder abdrehte, kreiste die zweite in einer langsamen Schleife über dem Deck, bevor sie das Abseilmanöver an einer anderen Stelle ebenfalls versuchte.

Vielleicht war dieser Pilot erfahrener, jedenfalls gelang es ihm, die Maschine deutlich ruhiger zu halten. Sie senkte sich, in der offenen Tür erschien ein Mann, und auch er seilte sich ab. Es ging wesentlich schneller, offenbar wollte man das Risiko auf der Strecke so gering wie möglich halten. In wenigen Augenblicken hatte er bereits die größte Strecke hinter sich gelassen, dann hob er einen Arm, und auf den letzten Metern bremste die Winde ihre Geschwindigkeit. So behutsam, wie es der Sturm und das schwankende Schiff zuließen, erreichte der Mann den Boden. Er griff an seinen Gurt, um sich auszuklinken. In diesem Moment driftete der Hubschrauber beiseite, das Seil spannte sich und riss den Mann mit sich. Von dem plötzlichen Ruck unvorbereitet erfasst, rutschte er aus, taumelte und wurde gegen einen Mast geschleudert.

Sofort rannten John und Patrick los, um dem Mann zu helfen, der erschlafft zusammengesunken war.

Patrick erreichte ihn als Erster und hielt ihn fest. Blut von einer Platzwunde am Kopf des Mannes mischte sich mit dem herabstürzenden Regen und lief an seiner Montur herab. Patrick suchte den Mechanismus, mit dem sich das Seil lösen ließ.

»Ich mach das!«, rief John, der nun ebenfalls da war. »Gehen Sie ein paar Schritte zurück!« Mit einem geübten Handgriff löste John die Karabinerhaken an der Montur und befreite den Mann, der auf dem Deck zusammenbrach. John duckte sich und gab dem Piloten mit dem Arm ein Zeichen, das herumpeitschende Seil hochzuziehen. Kaum war es einige Meter in der Höhe, half Patrick, den Verwundeten aus dem Regen und in Richtung Hangar zu ziehen.

Ein lautes Aufheulen schreckte sie auf und ließ sie nach oben sehen.

Das Seil hatte sich in zehn Metern Höhe um eine Querstrebe des Masts gewickelt. Es war straff gespannt, der Pilot hatte offenbar große Mühe, den Helikopter auf Position zu halten. Die Maschine neigte sich zur Seite, wurde vom Wind voll erfasst. In der Tür erschien ein weiterer Mann, der sich bemühte, die Außenwinde zu erreichen. Er musste das Seil durchtrennen, doch der Hubschrauber wankte nun zu heftig, und immer wieder wurde er im Inneren herumgeschleudert.

»Verdammt!«, rief John. »Wir müssen hier weg, und zwar schnell!«

Sie hoben den Verletzten auf und trugen ihn in den Hangar, wo sich Stefanie sofort über ihn beugte und ihn untersuchte.

John griff nach dem Telefonhörer neben der Tür.

»Hier ist John! Sofort zum Aufklärer durchstellen!«

Patrick sah hinauf zum Helikopter, der noch immer mit dem verhakten Seil festhing. Der Pilot schaffte es nicht, die Maschine zu beruhigen, sie stellte sich bedrohlich schief. In diesem Zustand war es vollkommen unmöglich, das Seil zu erreichen und zu kappen.

»Lieutenant Green, hier ist Captain Harris. Hier ist der Teufel los! Pfeifen Sie Ihre Leute zurück, es gibt bereits einen Verletzten. Ich wiederhole: Einer Ihrer Männer ist verletzt hier an Bord. Brechen Sie die Aktion ab!«

John wollte noch mehr sagen, doch ihm stockte der Atem.

Der Hubschrauber wand sich wie ein gefangener Fisch an der Angel, und nun drehte er sich. Das Heck schwenkte herum und schlug gegen den Mast. Dann stellte sich der ganze Helikopter schief, und mit einem schrillen metallenen Geräusch krachte der Rotor gegen die Aufbauten. Teile der Rotorblätter wurden abgerissen und schossen Funken schlagend auf das Deck.

»In Deckung!«, rief John und riss Stefanie vom Boden hoch und in eine Ecke des Hangars.

Der Hubschrauber schleuderte herum. Ein Mann wurde aus dem Innenraum herauskatapultiert, über das Deck hinweg und ins Meer. Nur eine Sekunde, bevor die Maschine stürzte. Die Reste des Rotors verfingen sich am Mast und rissen den unkontrolliert taumelnden Hubschrauber herum. Er krachte aus zehn Metern Höhe auf eine Kante des Decks. Trümmerstücke fegten nach allen Seiten über das Schiff, einen Wimpernschlag, bevor die Maschine in einem Feuerball aufging. Das lodernde Wrack knirschte, neigte sich und kippte ins Meer.