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Peter!

Der Wagen stoppte. Es war ein kleiner Lieferwagen. Das Licht wurde ausgeschaltet. Nur einer der Bildschirme zeigte noch, was vor sich ging; Der Körper wurde zur Ladefläche getragen und eingeladen. Dann gingen die Lichter wieder an, der Wagen wendete und fuhr den gleichen Weg zurück, den er gekommen war. Zurück blieb der Wald, bewegungslos und dunkel.

»Wir haben bereits ein Spurensicherungsteam da draußen«, sagte der Ranger, »anhand der Wärmesignatur und den Lichtern identifizieren wir gerade den Wagen.«

»Wie konnten Sie ihn nur entwischen lassen?!«, fragte Patrick.

»Er war unsichtbar, Monsieur...«

»Ach, erzählen Sie doch keinen Quatsch! Irgendein Herkules steigt den Berg hinauf, wirft sich den Professor über die Schulter, klettert wie eine Gämse wieder herunter und verschwindet dann wie der Weihnachtsmann? Genauso gut hätten Sie auch eine ganze Marschkapelle vorbeiziehen lassen können!«

»Sie haben doch selbst gesehen...«

»Alles, was ich gesehen habe«, unterbrach ihn Patrick barsch, »ist, dass Ihre Überwachungseinrichtungen ungenügend sind! Und wie lange benötigen Sie, um zu identifizieren, dass das ein VW-Bus gewesen ist? Der ist doch inzwischen bestimmt schon hundert Kilometer weit weg.«

»Monsieur, bei allem Respekt, wir tun unser Bestes.«

»Mir ist Ihr Bestes aber nicht gut genug! Kommen Sie, Stefanie, wir fahren ins Hotel!«

Sie verließen den Container, liefen durch den Regen zum Wagen und waren kurz darauf auf dem Weg.

»Was haben Sie jetzt vor?«, fragte Stefanie.

»Wir rufen Elaine an. Die Kameraden da im Wald scheinen ja ganz groß in der Observation der landschaftlichen Idylle zu sein, aber das Lernvideo ›Wie sichere ich ein Gelände – Teil eins' haben sie wahrscheinlich mit einem Porno überspielt.« Grimmig sah er auf die Straße. Er merkte, dass sie ihn ansah.

Flüchtig blickte er zu ihr hinüber. Ihre Augen wirkten traurig, betrachteten ihn jedoch sanft, verständnisvoll, und noch immer kam ihm ihre Erscheinung überirdisch vor, strahlend und voll warmen Mitgefühls, »'tschuldigung«, murmelte er und versuchte, sich wieder auf die nasse Fahrbahn zu konzentrieren und darauf, was er Elaine sagen würde.

Der Förster von St.-Pierre-Du-Bois stand im Foyer des Hôtel de la Grange und unterhielt sich mit der Dame an der Rezeption.

»Nein, es ist doch noch Schonzeit, Nadine. Höchstens Kaninchen. Ich versuche, diese Woche ein paar vorbeizubringen, ja?«

»Das wäre schön, Fernand! Du weißt doch, dass wir uns immer darüber freuen.«

»Sicher... ich werde sehen, was ich tun kann. Aber weshalb ich hier bin: Kannst du mir sagen, wo die Forscher sind?«

»Du meinst den Engländer, die Frau und Monsieur Nevreux, aus der Suite? Die sind heute Nachmittag losgefahren.«

Levasseur blickte auf die Uhr. Es war spät. Draußen war es bereits dunkel geworden.

»Weißt du, wohin? Oder wann sie zurückkommen?«

»Nein, tut mir leid. Willst du ihnen eine Nachricht hier lassen?«

»Hm... ja, warum nicht.«

Die Rezeptionistin reichte ihm einen Block und einen Bleistift. Der Förster wollte gerade ansetzen, als er die Eingangstür hörte und Patrick und Stefanie eintreten sah. Sogleich wandte er sich ihnen zu.

»Madame, Monsieur! Kann ich Sie kurz sprechen?«

»Monsieur Levasseur, das ist gerade ein äußerst schlechter Augenblick!« Patrick wollte an ihm vorbeistürmen, als ihm etwas einfiel. Er blieb stehen. »Moment mal... eine Frage: Sie haben nicht zufällig vor etwa zwanzig Minuten oder einer halben Stunde einen VW-Bus gesehen? Der aus dem Wald kam, die Straße zur Absperrung herunter?«

»Nein, tut mir leid...«

»Na gut. Danke. Kommen Sie, Stefanie.« Er wandte sich ab und ging zum Treppenaufgang.

»Aber Monsieur, ich muss mit Ihnen reden!«

»Wir haben jetzt wirklich keine Zeit«, erklärte Stefanie. »Wir müssen ein paar dringende Anrufe erledigen. Könnten Sie vielleicht morgen früh wiederkommen?« Etwas im Blick des Försters ließ sie erkennen, dass er nur ungern länger warten wollte. »Oder wissen Sie was: Geben Sie mir doch Ihre Nummer. Wenn wir es schaffen, melden wir uns heute noch. Andernfalls kommen Sie doch gleich morgen um acht zum Frühstück.«

»Gut...« Er holte eine Visitenkarte aus seiner Brieftasche. »Es wäre aber schön, wenn es heute noch ginge. Es geht um Ihre Forschungen...«

Sie nahm die Karte entgegen. »Danke. Wir bemühen uns. Auf Wiedersehen, Monsieur.« Dann folgte sie Patrick.

Der Förster stand einen Augenblick unentschlossen da. Dass sie nicht begeistert waren, ihn zu sehen, hatte er nicht anders erwartet. Aber eigentlich hatte er sich nicht derart abwimmeln lassen wollen. Ob tatsächlich etwas vorgefallen war? Aber wen konnten sie schon um diese Uhrzeit noch anrufen? Ihm kam eine Idee.

»Nadine, ihr habt doch sicherlich eine zentrale Telefonanlage, oder?«

»Ja, haben wir.«

»Hör zu: Es ist ganz wichtig, dass ich herausfinde, wen sie anrufen. Ist das möglich? Oder noch besser, kann man in die Gespräche reinhören?«

»Fernand! Das geht doch nicht!«

»Nun komm schon. Es ist wichtig. Du weißt, dass mich Fauvel ausdrücklich dazu beauftragt hat. Das weißt du doch, oder?« Er sah ihre ungläubigen Augen. »Na, dann weißt du es jetzt. Es geht um eine ganz große Sache. Das sind Fremde, und sie betreiben merkwürdige Untersuchungen im Wald. Wenn wir da nicht aufpassen, nehmen die uns hier alles weg. Das Hotel hier haben sie bereits gekauft! Oder wusstest du das auch nicht?«

»Schon...«

»Na siehst du! Du musst mir helfen! Wir müssen herausfinden, was die machen, wen sie anrufen! Also geht das mit der Telefonanlage?«

»Ich weiß nicht... vielleicht.«

»Lass es uns versuchen.«

»Gut... komm her.«

Er ging um den Tresen der Rezeption herum und steuerte das dahinter liegende Büro an.

»Fernand!«

Der Förster zuckte zusammen und fuhr herum. Es war René, der Koch des Hotels, der gerade durch das Foyer ging und sie entdeckt hatte.

»Na, ihr beiden Hübschen? Wo wollt ihr denn hin?« Er lachte und trat näher. »Lange nicht gesehen! Wann bringst du mal wieder was mit?«

Fernand schüttelte ihm die Hand. »Hallo, René! Diese Woche noch, einverstanden? Das musste ich Nadine auch schon versprechen. Aber nur, wenn es wieder Rotweinsauce gibt. Deine letzten Kaninchen in Rosmarinkruste, oder was es war, haben mir überhaupt nicht geschmeckt!«

»Ja, ja, was der Bauer nicht kennt...« Der Koch lachte erneut. »Ich zähl auf dich!« Dann ging er weiter. Der Förster nutzte die Gelegenheit, ins Büro zu schlüpfen. Nadine folgte ihm und schloss die Tür hinter ihnen. Sie setzte sich an einen Computer, nahm ein paar Einstellungen vor und zeigte dann auf einige Symbole auf dem Bildschirm.

»Das sind ihre Anschlüsse. Wenn sie aktiv werden, beginnen sie zu blinken. Dann kannst du sie anklicken und das Gespräch über diese Lautsprecher hier mithören. Die Nummer wird dort angezeigt. Alles klar? Aber nur einmal anklicken, nicht mehrfach, das hört man in der Leitung.«

»Gut, verstanden.«

»O.k., setz dich. Marlene kommt etwa in einer halben Stunde, dann musst du gehen. Ich sag dir Bescheid.«