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»Stefanie!«, rief Patrick entsetzt.

»Hören Sie auf«, zischte Peter, »Sie können nichts ausrichten. Und sie kann Sie nicht hören. Sehen Sie doch: Sie steht offenbar unter Drogeneinfluss!«

Tatsächlich war Stefanies Gesichtsausdruck vollkommen leer und unbeteiligt. Ohne jegliche Regung ließ sie es geschehen, als einer der Gehilfen an ihrem Mantel nestelte und ihn ihr schließlich auszog. Plötzlich stand sie vollständig nackt vor der satanischen Gemeinschaft. Willenlos ließ sie es geschehen, als einer der Gehilfen sie noch näher an den Altar lotste und ihr half, sich auf den blutigen Stein zu setzen. Währenddessen entfernte der andere den Buchständer und schob die Kerze an das Kopfende. Dann drückten sie sie nach hinten, legten sie auf den Rücken, drehten sie, hoben ihre Beine an und hatten sie schließlich vollständig auf den Altar gelegt.

»Himmel, was machen die da?! Peter!«

»Ich fürchte das Schlimmste, mein Freund. Aber uns sind die Hände gebunden!« Er deutete mit dem Kopf auf ihre Handschellen.

Nun begannen die Tänzer im Rhythmus der Trommeln wieder mit ihren ekstatischen Bewegungen. Die Frauen, näher an den Flammen, begannen schnell zu schwitzen. Auch aus der Entfernung der Empore konnte Peter deutlich sehen, wie sich ihre Gesichter röteten, ihre Haut zu glänzen begann, feuchte Tropfen zwischen ihren Brüsten und an ihren Hüften herabrannen. Peter erschien es, als sei es deutlich wärmer im Saal geworden, wärmer, als jene Feuerschale die Halle zu erhitzen vermochte. Die Trommeln, der Gesang und die Bewegungen rund um die Flammen drangen auf seltsame Weise auf ihn ein, und er fühlte sich fahrig, fast ein wenig fiebrig.

Wieder verharrten die Tänzer einen Augenblick. Nun öffneten die Männer ihre Gewänder. Sie warfen die Kapuzen zurück und ließen ihre Kutten zu Boden sinken. Bald wurde offenbar, dass auch die Männer bereits stark erhitzt waren. Und nicht nur das: Sie waren deutlich erregt. Auch die Männer glichen sich in mancherlei Hinsicht; allesamt waren sie muskulös, kurzhaarig, unbehaart, und sie verfügten in diesem Augenblick jeder über eine Erektion von beeindruckender Größe, Jeder von ihnen umfasste eine der Frauen von hinten, und anschließend bewegten sie sich gemeinsam weiter im Kreis um die Feuerschale herum, wobei sie ihre verschwitzten Körper alle in gleicher Weise aneinander rieben, sich massierten, sich ableckten und bissen.

Die Gemeinde intonierte einen immer lauteren und zunehmend stärker antreibenden Gesang, der nun an eine Art Sprechchor erinnerte und sich ständig wiederholte.

Währenddessen trat Ash Modai an den Altar. Er ergriff die Fußgelenke von Stefanie und zog sie über den verschmierten Marmor zu sich heran. Dabei spreizte er ihre Oberschenkel und ließ ihre Unterschenkel links und rechts vom Altar herunterbaumeln. Entsetzt beobachtete Patrick, wie Ash Modai nun seine eigene Kutte zu öffnen begann, während ihm Stefanies gespreizte Beine zugewandt waren, ihr heiligster Schrein sich ihm wehrlos darbot.

Heißer Zorn loderte in Patrick auf.

Als Ash Modais Kutte fiel, wurde auch sein erigierter Penis sichtbar. Er ergriff ihn und begann, ihn mit gleichmäßigen Bewegungen zu massieren.

Unterdessen hatte der Gesang der Gemeinde einen Höhepunkt erreicht. Ein Aufheulen wurde laut, als die Tänzer plötzlich stehen geblieben waren. Nun wandten sich die Frauen dem Feuer zu, stellten sich breitbeinig hin, reichten sich die Hände, streckten die Arme nach oben, stützten sich gegenseitig und beugten sich dann gemeinsam so weit nach vorn, dass sie den Männern, die hinter ihnen standen, ihre blanken Hinterteile und den Ansatz ihrer Schamlippen präsentierten. Die Männer ergriffen jeweils die Hüften der Frau, die vor ihnen stand, und drangen ruckartig in sie ein. Die Trommeln untermalten diesen ersten Stoß und fanden zu einem neuen, zunächst langsamen Rhythmus, den die Gemeinde erneut mit Gesang begleitete. Die Männer bewegten sich dabei im Takt der Trommeln.

Peter schwitzte nun ganz deutlich. Er merkte, wie ihm ein Rinnsal an den Schläfen herabrann. Und sosehr ihn das verstörte, was er sah, bemerkte er auch, dass er von der Vorstellung im Saal aufs Äußerste erregt wurde. Er hatte nur noch Augen für das orgiastische Treiben der Tänzer, es schien, als könne er das Geschehen heranzoomen, er war ganz darin versunken. Er spürte sein eigenes, pochendes Geschlecht, spürte, wie er selbst immer wieder in die Frauen eindrang, wie er nah daran war, zu kommen, und wie der Gesang und die Trommeln ihn immer weitertrieben.

Patrick hingegen hatte nur Augen für das Geschehen am Altar. Ash Modai masturbierte noch immer. Ab und zu ergriff er Stefanies Kniekehlen, hob ihr Becken an und rieb sein Glied zwischen ihren Beinen, doch er drang nicht in sie ein. Dabei warf er den Kopf in den Nacken, schloss die Augen und rief fremdsprachige Worte, die seine Gemeinde wiederholte.

»Peter, wir müssen etwas tun! Peter, hören Sie?«

Doch Peter war wie taub. Seine Augen waren gebannt auf die nackten Menschen gerichtet, deren Leiber sich um die Feuerschale herum auf dem Boden wälzten. Einige Frauen lagen auf dem Rücken, andere auf dem Bauch oder krochen auf allen vieren herum, während die Männer wie Tiere über sie herfielen, wahllos mal die eine, mal eine andere Frau bestiegen. Sie drangen dabei in jede Öffnung ein, die ihnen gierig entgegengestreckt wurde. Peter nahm ihre Ausdünstungen wahr, roch ihren Schweiß. Ihr animalisches Treiben, das brutale Stoßen und das inbrünstige Stöhnen strömten wie heißer Teer durch seine Adern. Er atmete tief und schwer ein, zitterte, bebte. Er war am Rand eines Höhepunktes und zugleich körperlich am Ende seiner Kräfte, war so weit von seinem Selbst entfernt, dass er Patricks Stimme kaum zur Kenntnis nahm.

»Peter, was ist mit Ihnen?! Merde!«

Die Trommeln waren nun so schnell geworden, dass es wie ein einziger beständiger Ton klang. Ash Modai vibrierte am ganzen Körper, seine Muskeln waren angespannt, er war kurz vor einem Orgasmus. Er hielt noch immer seinen Penis umfasst, und plötzlich durchfuhr ihn der Höhepunkt. Er wandte sich von Stefanie ab und präsentierte sich der Gemeinde.

»BELIAL, WIR RUFEN DICH!«, schrie er unter Zuckungen in die Halle. Patrick beobachtete, dass Ash dabei keinerlei Flüssigkeit verlor. Entweder es handelte sich um eine körperliche Fehlfunktion, oder er hatte sich auf eine besondere Art unter Kontrolle.

Rund um die Feuerschale erreichten die Sektenmitglieder nun ebenfalls den Höhepunkt, der von einem kollektiven, orgiastischen Schreien und Stöhnen begleitet wurde. Die Männer ergossen sich dabei zuckend in jener Körperöffnung, die ihren Penis gerade aufgenommen hatte.

Peter erschauderte, als er sah, was geschah: Die Leiber begannen zu leuchten. Wabernde Lichtschleier entstanden zwischen den Nackten. Das Licht floss wie leuchtender Nebel zur Feuerschale hin und begann, sich um die Flammen zu wickeln, dehnte sich aus, wurde zu einer vier Meter hohen Säule. Dann bog sie sich leicht und entwickelte eine immer länger und dünner werdende Spitze, die sich dem Priester zuneigte. Ash Modai stand breitbeinig und mit ausgebreiteten Armen neben dem Altar. Er zog das Licht an. Es neigte sich stärker in seine Richtung, formte sich weiter und begann langsam, in einem Bogen von der Feuerschale zu ihm herüberzufließen. Die Spitze berührte sein Gesicht, er öffnete den Mund, und das Licht kroch in seine Kehle. Schneller und schneller strömte nun der glühende Nebel zu ihm, umhüllte den Priester bald vollkommen und drang in ihn ein. Voller Grauen wurde Peter Zeuge einer unnatürlichen Metamorphose. Durch das Leuchten, das Ash Modai umgab, waren spastische Zuckungen zu sehen, Gliedmaßen, die sich krümmten und verformten. Belial erscheint tatsächlich!, durchfuhr es Peter. Und wie in der Goetia beschrieben, formten sich nun aus dem Licht ein zweites Paar Arme und Beine, ein zusätzlicher Körper, ein weiterer Kopf, bis zwei getrennte, strahlend helle Wesen zu erkennen waren. Sie wirkten geschlechtslos und waren von überirdischer, fast schmerzhafter Schönheit. Nur schemenhaft war zu erkennen, dass sie in einer Art Streitwagen standen.