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»Mir wird einiges klar...«, sagte Peter kopfschüttelnd.

»Verdammte Scheiße«, fluchte Patrick. »Jetzt haben wir richtig Ärger! Wer sind diese Nuvotec-Leute? Ich habe noch nie von diesem Unternehmen gehört.«

»Das ist nicht verwunderlich«, erklärte Levasseur. »Es ist eine amerikanische Firma, die sich bemüht, unauffällig zu bleiben. Haben Sie jemals vom Philadelphia-Experiment gehört?«

»Selbstverständlich. Wundert mich, dass Sie es kennen!«

»Ich habe erst gestern davon erfahren. Und dass damals schon Nuvotec beteiligt war. Die Firma ist genau genommen nichts anderes als eine ausgegliederte Abteilung der US Navy.«

»Also doch ein militärisches Geheimprojekt«, sagte Peter. »Himmel, wie blind waren wir?!«

»Fernand, wir müssen diese Höhle schützen!«

»Das ist mir vollkommen klar, deswegen will ich Ihnen doch auch helfen. Ein militärisches Sperrgebiet ist das Letzte, was ich hier haben möchte. Da vorne links und am Ende des Weges anhalten.«

»Es geht darüber hinaus, Fernand«, erklärte Peter. »Es geht um das, was sich in der Höhle befindet. Es darf auf keinen Fall in die falschen Hände geraten... Mehr kann ich Ihnen nicht sagen. Es ist quasi eine Waffe. Wer auch immer sie besitzt, könnte allmächtig werden!«

Der Förster sah ihn einen Augenblick an. Als er Peters ernstes Kopfschütteln sah, zuckte er schließlich mit den Schultern. »Wenn Sie es sagen. Mir geht es nur darum, das Gebiet zu schützen und die Menschen fern zu halten. Und ganz besonders das Militär. Ich zeige Ihnen einen versteckten Aufstieg zur Höhle.«

»Sehr gut!«, sagte Patrick.

»Aber was können wir da oben schon ausrichten?«, fragte Peter.

»Also ich weiß genau, was ich da ausrichte! Ich schnappe mir unsere erlauchte Madame Kosten-spielen-keine-Rolle, und dann werde ich ihr gehörig in den Hintern treten!«

»Patrick!«, sagte Peter. »Was soll denn das? Sie wissen ganz genau, dass das Unsinn ist!«

»Ja, ja, aber vielleicht haben wir ja eine Chance, zu sehen, was da gerade abläuft, irgendetwas, was uns weiterhilft...«

»Ich halte das auch für eine gute Idee«, sagte Stefanie, »es ist mit Sicherheit besser, als untätig zu bleiben und klein beizugeben.«

»Vielleicht haben wir ja eine Möglichkeit, die Höhle noch einmal zu betreten«, überlegte nun Peter. »Wenn sie so mächtig ist, wie wir glauben, dann eröffnet sie uns vielleicht auch eine Lösung, vermittelt uns einen Wissensvorteil?«

»Genial, Peter!«, rief Patrick aus. »Das ist sogar noch besser! Also los, aussteigen! Fernand, wo geht es entlang?«

»Wo sind wir hier eigentlich?«, fragte Peter, nachdem sie sich eine Weile durch das dichter werdende Unterholz gearbeitet hatten. »Wie kommen wir an der Absperrung vorbei? Das ganze Gelände ist doch umzäunt.«

»Nicht ganz«, erklärte der Förster, der sein Gewehr inzwischen an einem Riemen über der Schulter trug. »Wir nähern uns dem Berg von der Rückseite. Dort gibt es eine ungeschützte Steilwand.«

»Eine Steilwand? Und wie sollen wir da hochkommen?«

»Keine Sorge, Herr Professor. Es gibt dort einen versteckten Aufstieg. Und Sie haben alle festes Schuhwerk, das sollte genügen.«

Das Gelände wurde immer unwegsamer. Große Felsen und Reste umgestürzter Bäume behinderten zunehmend das Vorankommen. Mehr als einmal mussten sie einander helfen. Peter war als Erster außer Puste. Er beugte sich vornüber und stützte sich auf seine Oberschenkel, während die anderen warteten.

»Ist das da hinten die Steilwand?«, fragte er schließlich und deutete auf eine graue Gesteinsformation, die zwischen den Bäumen zu erkennen war.

»Ja, wir haben sie gleich erreicht. Kommen Sie zurecht, oder sollen wir noch einen Augenblick warten?«

»Ich möchte lieber so schnell es geht in den Schutz der Bergwand«, warf Patrick ein. »Hier kann man uns leicht sehen.«

Peter nickte zustimmend, und sie brachen wieder auf. Als sie in den Schatten der Felswand traten, wurde es unversehens kühl. Die Nacht schien hier noch nicht richtig gewichen zu sein, und hinzu kam die Feuchtigkeit des Waldes, der noch von den Regenfällen der letzten Nacht getränkt war.

»Halt! Wer ist da?«, hallte plötzlich eine Stimme durch den Wald.

Augenblicklich duckten sich die Forscher hinter einen Felsen.

»Verdammt, einer der Ranger!«, zischte Patrick.

»Er kann uns nicht gesehen haben«, flüsterte der Förster.

»Kommen Sie heraus!«, rief der Ranger. »Dies ist Sperrgelände!«

»Unten bleiben...«, raunte der Förster.

»Ich habe Sie gesehen! Ich werde einen Warnschuss abgeben, wenn Sie nicht hervortreten!«

»Unten bleiben... er kann uns unmöglich sehen...«

»Ich zähle bis drei! Eins!«

»Vielleicht sieht er uns ja doch?«, fragte Peter gepresst.

»Zwei!«

»Ruhig bleiben...«

»Drei!« Ein Schuss hallte durch den Wald. Ein gutes Stück von ihnen entfernt hörten sie das Geschoss an einem Stein abprallen und zur Seite pfeifen. Im gleichen Augenblick brach etwas aus dem Gehölz und sprang mit lautem Geraschel davon.

»Ein Reh«, flüsterte der Förster und deutete zur Seite, wo man nur noch einen braunen Schatten zwischen den Bäumen verschwinden sah. »Sehen Sie? Er hat bloß ein Reh gesehen!«

»Kommen Sie jetzt sofort heraus!«, hörten sie erneut die Stimme des Rangers.

Peter änderte seine Position, um durch eine Lücke zwischen den Felsen zu sehen. »Der meint wirklich uns! Ich kann ihn nur nicht sehen!«

»Peter!«, zischte Patrick. »Ducken Sie sich wieder!«

»Ich kann Sie sehen! Das ist die letzte Warnung!«

»Verdammt«, meinte Patrick. »Was machen wir denn jetzt? Der wird doch nicht...«

In diesem Augenblick explodierte wieder ein Schuss, und Peter wurde zur Seite gerissen.«God!«, rief er aus und krümmte sich vor Schmerzen am Boden. Die Kugel hatte ihn in die Schulter getroffen. Er presste eine Hand auf die Wunde, und zwischen seinen Fingern trat bereits Blut hervor.

Stefanie beugte sich über ihn und versuchte, ihn zu beruhigen. Währenddessen schob der Förster sein Gewehr durch den Felsschlitz.

»Fernand!«, rief Patrick. »Was machen Sie da, zum Teufel?«

»Wollen Sie, dass er noch mal schießt oder Verstärkung holt?« Nur einen Wimpernschlag später drückte er ab. »Treffer.«

»Was, Treffer? Haben Sie den Mann erschossen?!?« Patrick packte den Förster am Arm. »Sind Sie nicht ganz bei Trost? Wir sind doch hier nicht im Krieg!«

»Ach nein?« Levasseur riss sich los und starrte Patrick an. »Und was, glauben Sie, sollte das da werden?« Er deutete auf den blutenden Peter. Stefanie bemühte sich, mit ihrem Gürtel und ihrem Pullover einen Druckverband an Peters Schulter zu befestigen. »Meinen Sie, der hat absichtlich danebengeschossen? Und was glauben Sie, hätte er als Nächstes mit uns gemacht? Diese Leute sind vom Militär, vergessen Sie das nicht!«

Patrick schwieg.

»Außerdem bin ich von Rechts wegen für dieses Gebiet zuständig. Was Nuvotec hier veranstaltet, ist keine offizielle oder genehmigte UN-Absperrung. Dabei handelt es sich um unerlaubtes Eindringen und den illegalen Einsatz von Schusswaffen. Dagegen ist das, was gerade passiert ist, ein Jagdunfall. Ist das klar?«

»Ja«, sagte Patrick. »Sie haben wohl Recht.«

»Wie geht es ihm?«, fragte der Förster und wandte sich an Stefanie. »Lassen Sie mich seine Verletzung sehen.«

»Es geht«, brachte Peter hervor. »Es brennt nur wie verrückt.«

»Es ist ein Streifschuss«, erklärte Stefanie. »Am Muskel, es blutet ziemlich stark. Der Druckverband reicht erst einmal, aber Sie dürfen Ihren Arm nicht bewegen.«

»Sollen wir Sie zu einem Arzt fahren?«, fragte der Förster.