Eine Weile lagen sie so da, bevor sie sich auf ihn draufwälzte. Er wurde wieder hart, schneller, als er es für möglich gehalten hätte, aber diesmal rieb sie ihren Fuchs über seine Viselspitze, kniete sich auf ihn und küsste ihn dabei, bis auch sie stöhnte und sich auf ihn presste und ihn auf das Bärenfell und den unebenen Boden darunter drückte. Ein Weibchen, das das Männchen deckte! Bei Tieren hatte er das noch nie gesehen, und selbst wäre er auch nie darauf gekommen. Jetzt fand er, dass es so vielleicht am schönsten war.
Sie lagen da und küssten und liebkosten sich. Ihr Bauch war klebrig von seiner pilzigen Spritzmilch, aber das machte ihr nichts aus, sie verrieb sie auf ihrer und seiner Haut, sie küsste und streichelte ihn und schmiegte sich summend an ihn; und als sein Visel wieder hart wurde, küsste sie Eistaucher auf Brust und Bauch und nahm ihn dann in den Mund und saugte daran, bis er erneut kam, mit einem Gefühl, das überwältigender war als je zuvor. Dabei brummte sie die ganze Zeit zufrieden, und dann streckte sie sich und küsste ihn erneut, und er schmeckte seinen eigenen Samen in ihrem Mund, was ihn erst erschreckte und dann nach mehr verlangen ließ. Sie drehte sich herum und hielt ihm ihren Fuchs vors Gesicht, ganz feucht und herb duftend, und er leckte sie so, wie er es bei Wölfen beobachtet hatte, die ihre Gefährten leckten, es war ganz offensichtlich, wie man es machte, aber gleichzeitig erschreckend, weil es ein ganz neues Gefühl war, diese glatte, feuchte Innenhaut, das fein gelockte Haar unter seiner Zunge, ihr Geschmack.
Dann lagen sie wieder eine Weile da und wickelten sich in das Fell, um warm zu bleiben. Sie küssten sich, sie liebten sich. Der Himmel im Osten wurde grau, und dann erschien der erste Streifen Morgenröte über dem Horizont.
— Nein, protestierte Eistaucher. — Ich will nicht, dass diese Nacht endet.
Sie brummte zustimmend und vergrub das Gesicht an seinem Hals. Eine Weile schien sie zu schlafen, während Eistaucher neben ihr lag und ihre Brust spürte, die sich auf seinem Arm hob und senkte, ihr Bein, das sie ihm über den Rumpf gelegt hatte. Er war nicht mal ansatzweise schläfrig. Eigentlich wollte er sie wecken und erneut in sie hineingleiten. Doch das tat er nicht. Er ließ sie schlafen und sah sich den Sonnenaufgang an, den Kopf auf den Boden gelegt und ihren Kopf in den Armen, und spürte die Schwere und Wärme ihres Körpers, roch sie, badete in ihr. Das war es, was er wollte. Nie hatte er etwas so sehr gewollt wie dies.
In der warmen Morgensonne schlief er schließlich auch für ein Weilchen. Als er aufwachte, hatte sie ihren Eistauchermantel zusammengerollt und ihn mit einer Schnur zusammengebunden. Sie blickte ihm auf eine Art in die Augen, auf die sie ihn während des Tanzes nicht angesehen hatte.
— Kann ich mit dir kommen?, fragte sie.
— Was meinst du damit?
— Ich habe mich erst letztes Jahr meinem Rudel angeschlossen. Dem davor bin ich weggelaufen, weil sie mich von dem Rudel gestohlen haben, in dem ich aufgewachsen bin. Aber mein erstes Rudel finde ich einfach nicht wieder. Ich habe es gesucht und dabei wie eine von den Waldleuten gelebt, aber als ich es nicht finden konnte, habe ich mich dem Rudel angeschlossen, bei dem ich jetzt bin. Aber ich passe nicht richtig hinein, und vielen wäre es lieber, wenn ich weg wäre. Anscheinend mache ich ihnen Probleme. Jedenfalls gefällt es mir dort nicht.
— Natürlich kannst du das, sagte er. — Natürlich kannst du mit mir kommen.
Gemeinsam kehrten sie in Eistauchers Lager zurück, und er ging direkt zu Heide, um ihr davon zu erzählen. Sie fauchte ihn an: — Du wartest, bevor du mit Dorn redest.
Nach einem kurzen, harten Blick zu Elga kehrte sie ihnen den Rücken zu. Offensichtlich gefiel ihr die Situation ganz und gar nicht. Sie wühlte zwischen den Körben, Schüsseln, Kürbisflaschen und Dosen herum, die sie auf Reisen immer dabeihatte. Heide trug mehr mit sich herum als alle anderen, sodass ihr Beutel sich um die darin eingewickelte Last spannte und das Kopfband, an dem sie ihn beim Wandern trug, einen roten Abdruck auf ihrer Stirn hinterließ. Anscheinend konnte sie das Gesuchte nicht finden. Sie warf ihre Sachen umher wie ein Eichelhäher, der mit dem Schnabel im Laub stocherte. — Ich wusste, dass so etwas passieren würde, brummte sie.
Als Dorn ins Lager kam, war er voller Maische und Rauch, hatte rote Augen und brüllte herum. Eistaucher hätte es ihm zu einem anderen Zeitpunkt erzählen können, aber Dorn sah Elga sofort, starrte sie an und sagte: — Und wer ist das?
— Wir wollen heiraten, sagte Eistaucher. — Sie stößt zu unserem Rudel. Ihr Name ist Elga.
— Nein, sagte Dorn, und knurrend stürzte er sich auf Eistaucher und versetzte ihm nacheinander einen Schlag aufs Ohr und in den Bauch. Dann gelang es Eistaucher, ihn mit ausgestreckten Armen und Schubsern auf Abstand zu halten, bis Dorn bei einem der Schubser Eistauchers rechte Hand mit seinen beiden Händen packte und ihm flink den kleinen Finger umdrehte. Eistaucher spürte, wie der Knochen brach. Der Schmerz war so durchdringend, dass er zurückwich und Dorn fest in den Bauch trat. Dorn taumelte nach hinten, griff nach einem Stichel und wollte Eistaucher gerade damit angreifen, da schrie Heide: — AUFHÖREN!
Sie stand mit angewinkelten Knien über Dorns Sachen und pinkelte darauf.
— He!, schrie Dorn empört und wollte sich mit erhobenem Stichel auf sie stürzen; doch sie hob flink ihr kleines Blasrohr an die Lippen und richtete es auf ihn.
Er erstarrte.
Sie hielt das Blasrohr ein wenig zur Seite und sagte: — Hör auf, sonst bringe ich dich auf der Stelle um. Du wirst innerhalb von zwanzig Atemzügen sterben. Du hast es schon gesehen, bilde dir nicht ein, dass ich es nicht tun werde, denn ich werde es tun, und das weißt du auch.
— Dreckige alte Hexe.
Dorn stand da und beäugte furchtsam das Blasrohr. Die kleinen Pfeile waren in ein von Heide selbst hergestelltes Gift getunkt, das zumindest Tiere schnell tötete, sogar Luchse und Hyänen, ihre hauptsächlichen Opfer. Sie alle hatten das schon einmal gesehen. Und wenn Heide wütend war, dann war sie zu allem fähig. Dorn wusste das so gut wie niemand sonst, und deshalb blieb er, wo er war, und stülpte angewidert die Lippen vor. Mit einem Seitenblick zu Eistaucher sagte er: — Du bist auf dem Pfad des Schamanen, deshalb kannst du jetzt nicht heiraten, du hast zu viel zu tun, es wäre falsch. Du bist nicht mal zum Abgleich der Jahresstöcke gekommen!
— Ich mache es nicht so, wie du es gemacht hast, erwiderte Eistaucher. — Ich mache es besser. Du hattest einen schlimmen Schamanen, und ich nicht. Also weiß ich besser als du, was zu tun ist.
Er hielt seine rechte Hand vor Dorn in die Höhe und richtete mit der linken den kleinen Finger. Er spürte, wie die Knochen unter seiner Haut übereinanderschabten, und für einen Moment drehte sich ihm der Magen um, und ihm wurde schwummerig, aber anschließend empfand er nur noch ein dumpfes Pochen in dem Finger, und er war wieder ganz da, obwohl ihm der Schweiß von der Stirn lief. Er würde eine Schiene machen müssen und sich jemanden suchen, der sie ihm festband. Mit fester, kalter Stimme sagte er: — Ich werde Elga heiraten und ein verheirateter Schamane sein. Es gibt nichts, was dagegen spricht. Bei vielen Rudeln ist das so.
— Das sind keine echten Schamanen.
— Doch, sind sie.
— Was das Mädchen angeht, warf Heide mit schneidender Stimme ein, — die Entscheidung darüber, ob sie zu unserem Rudel stoßen darf, liegt bei den Frauen. Keiner von euch beiden hat etwas damit zu tun, genauso wenig wie mit der Frage, wer in diesem Rudel wen heiratet! Das sind Frauenentscheidungen.
Dorn machte eine finstere Miene. Seine Dosen waren nass gepisst, und er würde sie schnell reinigen müssen. Derweil betastete Eistaucher seinen gebrochenen kleinen Finger, das neue Oberhaupt all seiner Verletzungen, obwohl er jetzt schon merkte, dass es nicht so ernst war wie bei Schlimmbein, weil man einen kleinen Finger schienen und dann in Ruhe lassen konnte, bis er geheilt war. Und der Schmerz selbst spielte keine Rolle, jetzt wo er wieder ganz bei sich war. Jetzt ging es vor allem darum, dass Heide Elga aufnahm, was sie wahrscheinlich tun würde, und sei es nur, um Dorn in seine Schranken zu weisen. Langsam wurde Eistaucher froh.