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Edesina ritt ebenfalls los, und Teslyn folgte ihr, nachdem sie Mat einen seltsamen Blick zugeworfen hatte. Sie erschien ebenfalls noch immer von ihm enttäuscht zu sein. Er sah weg, dann ärgerte er sich über sich selbst. Was kümmerte ihn denn, was sie dachte?

»Das war merkwürdig von Euch, Mat«, meinte Talmanes.

»Was? Dass ich so streng zu meinen Männern bin? Die Bande ist ein guter Haufen, aber mir ist noch nie eine Gruppe Soldaten begegnet, die nicht dann und wann einmal über die Stränge schlägt, vor allem, wenn es um Ale geht.«

»Ich meinte nicht die Männer«, sagte Talmanes und beugte sich vor, um die Pfeife am Steigbügel auszuklopfen. Asche regnete auf die Pflastersteine unter seinem Pferd. »Ich spreche davon, wie Ihr die Aes Sedai behandelt habt. Beim Licht, Mat, wir hätten sie los sein können! Ich finde, zwanzig Pferde und ein paar Münzen wären ein Schnäppchen, um zwei Aes Sedai loszuwerden.«

»Ich lasse mich nicht herumschubsen«, erwiderte Mat stur und signalisierte der Bande, sich wieder in Bewegung zu setzen. »Nicht einmal, um Joline loszuwerden. Wenn sie etwas von mir will, soll sie wenigstens mit einem Funken Höflichkeit fragen, anstatt zu versuchen, mich dazu zu zwingen, ihr das zu geben, was sie will. Ich bin doch nicht ihr Schoßhund.« Verflucht, das war er nicht! Und er benahm sich auch nicht wie ein Ehemann, was auch immer das zu bedeuten hatte!

»Ihr vermisst sie wirklich«, sagte Talmanes und klang irgendwie überrascht, als sich ihre Pferde wieder nebeneinander in Bewegung setzten.

»Was redet Ihr denn da?«

»Mat, ich muss zugeben, dass Ihr Euch nicht immer wie ein feiner Herr benehmt. Manchmal ist Euer Humor in der Tat etwas zu reif, und Euer Ton eher auf der barschen Seite. Aber Ihr seid nur selten richtig unhöflich, und auch nicht absichtlich beleidigend. Ihr seid wirklich angespannt, oder?«

Mat erwiderte nichts, sondern zog nur die Hutkrempe nach unten.

»Ihr wird es gut gehen, da bin ich sicher«, fuhr Talmanes in sanfterem Tonfall fort. »Sie gehört dem Hochadel an. Die wissen, wie sie auf sich aufpassen müssen. Und sie hat diese Soldaten, die auf sie aufpassen. Ganz zu schweigen von diesen Ogiern. Ogierkrieger! Wer hätte gedacht, dass es so etwas gibt? Ihr wird es gut gehen.«

»Diese Unterhaltung ist vorbei«, sagte Mat und griff nach dem Speer, drehte ihn um, dass die gebogene Klinge auf die unsichtbare Sonne über ihnen zeigte und das Ende in die Lanzenhalterung an der Sattelseite glitt.

»Ich habe nur ...«

»Vorbei«, sagte Mat. »Ihr habt nicht zufällig noch etwas von dem Tabak übrig?«

Talmanes seufzte. »Das war der Rest. Guter Tabak - von den Zwei Flüssen. Der einzige Beutel, den ich seit langem gesehen habe. Es war ein Geschenk von König Roedran, zusammen mit der Pfeife.«

»Er muss Euch sehr geschätzt haben.«

»Es war eine gute, ehrliche Arbeit«, sagte Talmanes. »Und schrecklich langweilig. Gar nicht so, wie mit Euch zu reiten, Mat. Es ist gut, Euch zurückzuhaben, auch wenn Ihr ruppig seid. Aber was Ihr zu den Aes Sedai über das Futter gesagt habt, macht mir Sorgen.«

Mat nickte. »Wie sehen unsere Vorräte aus?«

»Gering.«

»Wir kaufen so viel wir können in diesem Dorf. Das Geld kommt uns schließlich aus den Ohren, nach dem, was Euch Roedran gegeben hat.«

Ein kleines Dorf würde vermutlich nicht genug haben, um die ganze Armee zu versorgen. Aber wenn die Karten stimmten, würden sie bald in dicht besiedelte Gegenden kommen. In diesen Gegenden kam man jeden Tag an einem oder zwei Dörfern vorbei, wenn man mit einer schnellen Streitmacht wie der Bande unterwegs war. Um sich zu versorgen, kaufte man alles, was man in jedem Dorf bekommen konnte. Hier eine Wagenladung, dort einen Karren, einen Eimer Äpfel oder zwei auf einem Hof. Siebentausend Mann war eine Menge, die es zu versorgen galt, aber ein guter Befehlshaber lehnte nicht einmal eine Handvoll Getreide ab. Es läpperte sich zusammen.

»Ja, aber werden die Dorfbewohner auch verkaufen?«, meinte Talmanes. »Auf dem Weg zu Euch hatten wir große Probleme, jemanden dazu zu bringen, uns Lebensmittel zu verkaufen. Anscheinend gibt es davon im Moment nicht allzu viel. Das Essen wird knapp, ganz egal, wo man hinkommt und wie viel Geld man hat.«

Na großartig. Mat knirschte mit den Zähnen und ärgerte sich sofort darüber. Nun ja, vielleicht war er ja wirklich etwas angespannt. Aber nicht wegen Tuon.

Er musste sich entspannen. Und dieses vor ihnen liegende Dorf - wie hatte Vanin es genannt? Hinderstap? »Wie viele Münzen habt Ihr dabei?«

Talmanes runzelte die Stirn. »Ein paar Goldmark, einen Beutel mit Silberkronen. Warum?«

»Nicht genug«, sagte Mat und rieb sich das Kinn. »Wir werden uns noch etwas aus der persönlichen Schatulle holen müssen. Vielleicht sollten wir sie auch einfach mitnehmen.« Er wendete Pips. »Kommt schon.«

»Wartet, Mat«, sagte Talmanes, zügelte sein Pferd und folgte ihm. »Was sollen wir tun?«

»Ihr werdet freundlicherweise mein Angebot annehmen, uns in einem Gasthaus zu amüsieren«, sagte Mat. »Und während wir dabei sind, werden wir uns mit neuen Vorräten eindecken. Wenn mir mein Glück treu bleibt, wird uns das sogar nichts kosten.«

Wären Egwene oder Nynaeve da gewesen, hätten sie ihm die Ohren geknufft und ihm gesagt, dass er sich das aus dem Kopf schlagen konnte. Tuon hätte ihn vermutlich neugierig angesehen und dann etwas gesagt, durch das er sich bis in die Stiefelspitzen geschämt hätte.

Das Gute an Talmanes war jedoch, dass er einfach mit stoischer Miene sein Pferd antrieb und seine Augen einen Funken Vergnügen verrieten. »Nun, das will ich sehen!«

21

Glut und Asche

Perrin schlug die Augen auf und entdeckte, dass er in der Luft hing.

Ein Stich des Entsetzens durchfuhr ihn, dort am Himmel zu schweben. Über ihm brodelten schwarze Wolken unheilvoll. In der Tiefe wogte auf einer Ebene braunes Gras im Wind, ohne jedes Anzeichen von Menschen. Es gab keine Zelte, keine Straßen, nicht einmal Fußabdrücke.

Perrin fiel nicht. Er hing einfach da. Reflexartig wedelte er mit den Armen, als wollte er schwimmen, geriet in Panik, als sein Verstand versuchte, der Desorientierung einen Sinn zu verleihen.

Der Wolfstraum, dachte er. Ich bin im Wolfstraum. Ich bin in der Hoffnung eingeschlafen herzufinden.

Er zwang sich dazu, ganz ruhig zu atmen und mit dem Armgefuchtel aufzuhören, auch wenn Hunderte von Fuß am Himmel hängend jede Beherrschung schwerfiel. Plötzlich schoss eine graupelzige Gestalt an ihm vorbei und sprang durch die Luft. Der Wolf glitt zu dem Feld in der Tiefe und landete mühelos.

»Springer!«

Spring runter, junger Bulle. Spring. Es ist sicher. Wie immer kam die Botschaft des Wolfes als Mischung aus Gerüchen und Bildern. Perrin wurde immer besser in der Interpretation - weiche Erde repräsentierte den Boden, rauschender Wind das Bild fürs Springen, der Geruch von Ruhe und Entspannung als Hinweis, dass es nichts zu fürchten gab.

»Aber wie?«

Früher bist du immer wie ein Welpe losgestürmt. Spring. Spring runter! Tief unten saß Springer auf den Hinterbeinen und grinste zu ihm hoch.

Perrin murmelte einen oder zwei Flüche, die auf Wölfe gemünzt waren. Es hatte den Anschein, dass die Toten besonders stur waren. Obwohl Springer nicht unrecht hatte. Er war schon zuvor an diesem Ort gesprungen, wenn auch nicht vom Himmel.

Er holte tief Luft, schloss die Augen und stellte sich vor, wie er sprang. Plötzlich raste ein Luftstrom an ihm vorbei, aber dann berührten seine Füße weichen Boden. Er öffnete die Augen. Neben ihm saß ein großer grauer Wolf, der Narben von vielen Kämpfen aufwies. Auf der großen Ebene breitete sich wild wuchernde Hirse aus, zwischen der sich Inseln aus langen dünnen Grashalmen hoch in den Himmel erstreckten. Kratzige Halme fuhren vom Wind bewegt über Perrins Arme, was juckte. Das Gras roch zu trocken, wie Heu, das den Winter über in der Scheune gelagert hatte.