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Nick sagte, mit Ausnahme von Tom Cullen, der durch posthypnotische Suggestion gesagt bekommen würde, wann er zurückkommen mußte, würden die anderen sich auf ihren gesunden Menschenverstand verlassen und den Zeitpunkt für ihre Rückkehr selbst bestimmen müssen, aber das Wetter könnte zu einem Faktor werden - in der ersten Oktoberwoche kann es in den Bergen schon heftig schneien. Nick schlug vor, ihnen zu raten, sich nicht länger als drei Wochen im Westen aufzuhalten.

Fran meinte, sie könnten nach Süden ausweichen, wenn in den Bergen früh Schnee fiel, aber Larry widersprach und gab zu bedenken, daß die Sangre-deCristo-Kette im Wege war, wenn sie nicht bis runter nach Mexiko auswichen. Wenn sie das machten, würden wir sie wahrscheinlich erst im Frühjahr wiedersehen. Larry sagte, wenn das der Fall war, sollte man dem Richter lieber einen Vorsprung geben. Er schlug den 21. August vor, übermorgen. Damit war das Thema Kundschafter - oder Spione, wenn man so will - abgehandelt.

Dann wurde Glen das Wort erteilt; ich zitiere jetzt die Tonbandaufzeichnung:

Glen: »Ich möchte beantragen, daß wir eine weitere öffentliche Versammlung für den 25. August einberufen und schlage einige Punkte vor, die auf dieser Versammlung angesprochen werden sollten.

Zu Anfang möchte ich auf etwas hinweisen, das euch vielleicht überraschen wird. Wir haben angenommen, daß sich etwa sechshundert Leute in der Zone aufhalten; Ralph hat über die größeren Gruppen, die eingetroffen sind, bewundernswert genau Buch geführt, und auf diesen Zahlen basieren unsere Schätzungen der Bevölkerungszahl. Aber es sind auch Leute tröpfchenweise eingetrudelt, manchmal bis zu zehn pro Tag. Ich bin darum heute mit Leo Rockway zum Chautauqua-Auditorium gegangen, und wir haben die Stühle gezählt. Es sind sechshundertsieben Stück. Sagt euch das etwas?«

Sue Stern meinte, das könnte nicht stimmen, denn viele, die keinen Sitzplatz bekamen, hätten in den Gängen gesessen oder hinten gestanden. Dann verstanden wir alle, worauf Glen hinaus wollte, und man könnte sagen, das Komitee war wie vom Donner gerührt. Glen: »Wir können nicht abschätzen, wie viele Stehplätze und Sitzplätze in den Gängen belegt waren, aber ich kann mich noch gut an die Versammlung erinnern und würde sagen, hundert wäre eine ziemlich zurückhaltende Schätzung. Ihr seht also, wir haben schon über siebenhundert Menschen hier in der Zone. Als Folge der Entdeckung, die Leo und ich heute gemacht haben, würde ich beantragen, daß wir als einen Punkt auf die Tagesordnung der nächsten Versammlung ein Volkszählungskomitee setzen.«

Ralph: »Hol's der Teufel! Das hat aber gesessen!«

Glen: »Es ist nicht deine Schuld. Du hast schätzungsweise ein halbes Dutzend Eisen im Feuer, und wir sind uns alle einig, daß du sie hervorragend geschmiedet hast...«

Larry: »Das kann man wohl sagen.«, Glen: »...aber selbst wenn nur vier Vereinzelte täglich eingetroffen sind, macht das fast dreißig pro Woche. Meiner Schätzung nach sind es aber eher zwölf bis vierzehn. Wißt ihr, sie kommen nicht einfach zu einem von uns und stellen sich vor, und da Mutter Abagail nicht da ist, haben sie keinen Anlaufpunkt nach ihrem Eintreffen.«

Daraufhin unterstützte Fran Goldsmith Glens Antrag, daß das Komitee ein Volkszählungskomitee auf die Tagesordnung der Sitzung am 25. August setzen sollte. Besagtes Komitee sollte dafür verantwortlich sein, jeden Einwohner der Freien Zone zu erfassen. Larry: »Ich bin auch dafür, wenn es einen stichhaltigen, praktischen Grund dafür gibt. Aber...«

Nick: »Aber was, Larry?«

Larry: »Nun, haben wir nicht genügend anderes, um das wir uns Sorgen machen müssen, auch ohne Korinthenkackerei und kleinkarierte Bürokratie?«

Fran: »Mir fällt gleich ein stichhaltiger Grund ein, Larry.«

Larry: »Was für einer?«

Fran: »Nun, wenn Glen recht hat, bedeutet das, wir brauchen für die nächste Versammlung einen größeren Saal. Das ist eines. Wenn wir bis zum fünfundzwanzigsten achthundert Menschen hier haben, bekommen wir die nie alle ins Chautauqua Auditorium gequetscht.«

Ralph: »Herrgott, daran habe ich überhaupt noch nicht gedacht. Ich habe euch ja gesagt, daß ich für diese Arbeit nicht geeignet bin.«

Stu: »Ruhig, Ralph, du machst das großartig.«

Sue: »Und wo sollen wir die verdammte Versammlung abhalten?«

Glen: »Moment mal, Moment mal. Eins nach dem anderen. Es ist ein Antrag eingebracht worden!«

Es wurde 7:0 beschlossen, das Volkszählungskomitee auf die Tagesordnung der nächsten öffentlichen Versammlung zu setzen. Stu schlug daraufhin vor, wir sollten die Versammlung am 25. August im Munzinger Auditorium der C.U. abhalten, das eine größere Kapazität hat - wahrscheinlich über tausend.

Dann bat Glen wieder ums Wort, das ihm erteilt wurde. Glen: »Bevor wir fortfahren, möchte ich noch darauf hinweisen, dass es noch einen guten Grund für das Volkszählungskomitee gibt, und der ist wichtiger als die Frage, wieviel Snacks und Chipstüten wir zu den Versammlungen mitbringen müssen. Wir sollten wissen, wer kommt, aber wir sollten auch wissen, wer geht. Ich glaube nämlich, daß auch welche gehen, wißt ihr. Vielleicht ist es nur Paranoia, aber ich könnte schwören, daß es Gesichter gibt, an die ich mich gewöhnt habe, die einfach nicht mehr da sind. Wie auch immer, als wir im Chautauqua Auditorium fertig waren, sind Leo und ich zu Charlie Impenings Haus gefahren. Und wißt ihr was? Das Haus ist leer, Charlies Sachen sind fort, und Charlies BSA auch.«

Aufruhr des Komitees, auch Schimpfworte, die zwar durchaus phantasievoll waren, aber in diesem Protokoll nichts zu suchen haben.

Daraufhin fragte Ralph, was es uns nützen würde, zu wissen, wer geht. Er sagte, wenn Leute wie Impening sich auf die Seite des dunklen Mannes schlagen wollten, sollten wir doch froh sein, daß wir sie los sind. Mehrere Mitglieder des Komitees spendeten Ralph Beifall, der wie ein Schuljunge errötete, wie ich hinzufügen möchte. Sue: »Nein, ich verstehe Glen. Es wäre wie ein konstanter Informationsabfluß.«

Ralph: »Und was können wir machen? Sie ins Gefängnis stecken?«

Glen: »So häßlich es sich anhören mag, ich glaube, wir sollten ernsthaft darüber nachdenken.«

Fran: »Nein, Sir. Spione schicken... damit werde ich fertig. Aber Leute, die hierhergekommen sind, einsperren, weil ihnen nicht gefällt, was wir machen? Himmel, Glen! Das sind Polizeistaatmethoden!«

Glen: »Ja, genau darauf läuft es hinaus. Aber unsere Situation hier ist äußerst prekär. Du bringst mich in eine Position, wo ich Repressionen befürworten muß, und das ist ziemlich unfair. Ich habe nur gefragt, ob ihr es angesichts unseres Gegenspielers dulden wollt, daß Informationen abfließen.«

Fran: »Es gefällt mir trotzdem nicht. In den fünfziger Jahren hatte Joe McCarthy den Kommunismus. Wir haben den dunklen Mann. Wie schön für uns.«

Glen: »Fran, möchtest du das Risiko eingehen, daß jemand mit einer Information von entscheidender Wichtigkeit von hier verschwindet? Zum Beispiel, daß Mutter Abagail fort ist.«

Fran: »Das kann Charlie Impening ihm sagen. Was haben wir sonst für Informationen von entscheidender Wichtigkeit, Glen? Wandern wir nicht größtenteils ahnungslos und unbedarft durch die Gegend?«

Glen: »Soll er unsere zahlenmäßige Stärke erfahren? Wie wir im technischen Bereich vorankommen? Daß wir nicht einmal einen Arzt haben?«

Fran sagte, das wäre ihr lieber, als Leute einzusperren, weil ihnen nicht gefällt, wie wir die Angelegenheiten in die Hand nehmen. Stu beantragte, daß wir die Diskussion darüber, Leute wegen andersartiger Meinungen einzusperren, vertagen sollten. Der Antrag wurde mit Glens Gegenstimme verabschiedet.

Glen: »Ihr solltet euch lieber damit abfinden, daß ihr euch früher oder später damit auseinandersetzen müßt, wahrscheinlich früher. Schlimm genug, daß Charlie Impening Flagg sein Herz ausschütten kann. Ihr müßt euch fragen, ob ihr das, was Impening weiß, mit einem theoretischen Faktor X multiplizieren wollt. Gut, vergeßt es, ihr habt abgestimmt, die Sache ist vom Tisch. Aber noch etwas... wir sind ohne zeitliche Begrenzung gewählt, ist das schon jemandem aufgefallen? Wir wissen nicht, ob wir sechs Wochen, sechs Monate oder sechs Jahre im Amt sind. Mein Vorschlag wäre ein Jahr... damit dürfte das Ende vom Anfang erreicht sein, um Harolds Ausdruck zu gebrauchen. Ich würde den Zeitraum von einem Jahr auch gerne auf der Tagesordnung der nächsten Sitzung sehen.