Выбрать главу

Ralph: »Verflucht, was könnte denn schlimmer sein?«

Sue: »Ich weiß nicht, aber wennes jemand weiß, dann Flagg. Das stinkt mir eben.«

Glen: »Es mag dir stinken, aber du hast unsere Position sehr klar umrissen. Wir sind hier Politiker. Die ersten Politiker des neuen Zeitalters. Wir können nur hoffen, daß unsere Sache gerechter ist als alle, für die Politiker Menschen vor uns in Situationen geschickt haben, bei denen es um Leben und Tod ging.«

Sue: »Ich hätte mir nie träumen lassen, daß ich mal Politikerin werde.«

Larry: »Willkommen im Club.«

Glens Antrag, daß niemand vom Ad-hoc-Komitee als Kundschafter geschickt werden sollte, wurde - mißvergnügt - mit 7:0 angenommen. Daraufhin fragte Fran Goldsmith Nick, welche Qualifikationen mögliche Geheimagenten haben und was sie herausfinden sollten. Nick: »Wir wissen erst, was es herauszufinden gibt, wenn sie zurückkommen. Wenn sie zurückkommen. Tatsache ist, wir haben keine Ahnung, was er da drüben vorhat. Wir sind mehr oder weniger Angler mit menschlichen Ködern.«

Stu sagte, seiner Meinung nach sollte das Komitee die Leute aussuchen, denen der Vorschlag unterbreitet werden soll, was sofort allgemeine Zustimmung fand. Gemäß Abstimmung des Komitees wurde die Diskussion von diesem Punkt an weitgehend wortwörtlich von den Tonbandaufzeichnungen niedergeschrieben. Es schien allen wichtig, dauerhafte Aufzeichnungen über ihre Betrachtungen zum Thema Kundschafter (oder Spione) zu haben, weil das Thema nicht nur kompliziert, sondern zugleich höchst beunruhigend war. Larry: »Ich wüßte jemanden, den ich in die engere Wahl ziehen würde, wenn ich könnte. Es mag sich für alle, die ihn nicht kennen, weit hergeholt anhören, aber ich finde es eine gute Idee. Ich würde gern Richter Farris schicken.«

Sue: » Was, den alten Mann ? Larry, du mußt den Verstand verloren haben!«

Larry: »Er ist der klügste alte Mann, den ich je getroffen habe. Und fürs Protokoll, er ist erst siebzig. Vergeßt nicht, Ronald Reagan war als Präsident noch älter.«

Fran: »Das würde ich nicht als besonders gute Empfehlung betrachten.«

Larry: »Aber er ist rüstig und gesund. Und ich denke, der dunkle Mann geht nicht davon aus, daß wir einen alten Tattergreis wie Farris schicken, um ihn auszuspionieren... und wir dürfen seinen Argwohn nicht außer acht lassen, wißt ihr. Er muß mit so einem Schachzug rechnen, und es würde mich nicht wundern, wenn er da drüben Grenzposten hat, die Neuankömmlinge auf mögliche Spione abklopfen. Und - es wird sich brutal anhören, ich weiß, besonders für Fran - wenn wir ihn verlieren, haben wir nicht jemanden verloren, der noch gute fünfzig Jahre vor sich hat.«

Fran: »Du hast recht. Das hört sich brutal an.«

Larry: »Ich möchte nur noch anfügen, ich weiß, der Richter würde ja sagen. Er will wirklich helfen. Und ich glaube felsenfest, daß er es bringen würde.«

Glen: »Gut vorgetragen. Was meinen die anderen?«

Ralph: »Ich schließe mich beiden an, weil ich den Herrn nicht kenne. Aber ich bin der Meinung, wir sollten den Mann nicht grundsätzlich außen vor lassen, weil er alt ist. Überlegt mal, wer hier das Sagen hat - eine alte Frau mit über hundert.«

Glen: »Ebenfalls gut gesagt.«

Stu: »Du hörst dich wie ein Tennisschiedsrichter an, Platte.«

Sue: »Hör mal, Larry. Was ist, wenn er den dunklen Mann überlistet und dann an einem Herzanfall stirbt, während er sich die Beine aus dem Bauch läuft, um zurückzukommen?«

Stu: »Das könnte jedem passieren. Oder ein Unfall.«

Sue: »Zugegeben... aber bei einem alten Mann ist das Risiko größer.«

Larry: »Stimmt, aber du kennst den Richter nicht, Sue. Wenn, dann würdest du einsehen, daß die Vorteile die Nachteile überwiegen. Er ist echt klug. Die Verteidigung ruht.«

Stu: »Ich finde, Larry hat recht. Mit so etwas rechnet Flagg vielleicht nicht. Ich unterstütze den Antrag. Wer ist noch dafür?«

Das Komitee stimmte dafür, 7:0.

Sue: »Nun, ich habe deinen Vorschlag unterstützt, Larry - vielleicht unterstützt du meinen.«

Larry: »Na klar, so ist das in der Politik. [Allgemeines Gelächter.] Wer ist es?«

Sue: »Dayna.«

Ralph: »Welche Dayna?«

Sue: »Dayna Jürgens. Sie hat mehr Mumm als jede Frau, die ich sonst kenne. Ich weiß, sie ist keine siebzig, aber wenn wir ihr den Vorschlag unterbreiten, wird sie zustimmen.«

Fran: »Ja - ich glaube, wenn es wirklich sein muß, wäre sie geeignet. Ich unterstütze den Vorschlag.«

Stu: »Okay - es wurde beantragt und unterstützt, daß wir Dayna Jürgens bitten. Wer ist dafür?«

Das Komitee stimmte mit ja, 7:0.

Glen: »Okay - wer ist Nummer drei?«

Nick (von Ralph vorgelesen): »Wenn Fran Larrys Vorschlag nicht gefallen hat, dann wird ihr, fürchte ich, meiner überhauptnicht gefallen. Ich nominiere ...«

Ralph: »Nick, du bist verrückt! Das ist doch nicht dein Ernst!«

Stu: »Komm schon, Ralph, lies einfach vor.«

Ralph: »Nun... hier steht, wen er nominieren möchte... Tom Cullen.«

Aufruhr des Komitees.

Stu: »Okay: Nick hat das Wort. Er hat geschrieben wie ein Irrer, also solltest du es auch vorlesen, Ralph.«

Nick: »Zunächst einmal kenne ich Tom so gut, wie Larry den Richter kennt, wahrscheinlich besser. Er liebt Mutter Abagail. Er würde alles für sie tun, sich sogar über kleiner Flamme rösten lassen. Das ist mein Ernst - keine Übertreibung. Er würde sich selbst für sie anzünden, wenn sie es von ihm verlangen würde.«

Fran: »O Nick, das bestreitet ja niemand, aber Tom ist...«

Stu: »Laß - Nick hat das Wort.«

Nick: »Als zweites Argument kann ich nur dasselbe bringen wie Larry beim Richter. Unser Gegenspieler wird mit allem rechnen, aber ganz sicher nicht damit, daß wir einen Zurückgebliebenen als Spion zu ihm schicken. Eure Reaktionen auf diesen Vorschlag sind wahrscheinlich das beste Argument dafür. So einen Schritt kann er nicht einkalkulieren.

Mein drittes - und letztes - Argument ist, Tom mag zwar zurückgeblieben sein, aber er ist keinSchwachkopf. Er hat mir einmal das Leben gerettet, als ein Tornado gekommen ist, und er hat viel schneller reagiert als sonst jemand, den ich kenne. Tom ist kindisch, aber selbst einem Kind kann man bestimmte Sachen beibringen, wenn man sie ihm einbleut. Ich sehe kein Problem, Tom eine einfache Geschichte zu geben, die er sich einprägen kann. Letztendlich werden sie alle davon ausgehen, daß wir ihn weggeschickt haben, weil...«

Sue: »Weil wir nicht wollen, daß er unser Genreservoir befleckt? Ja, das ist gut.«

Nick: »... weil er zurückgeblieben ist. Er kann sogar sagen, er ist böse auf die Leute, die ihn weggeschickt haben, und will es ihnen heimzahlen. Man müßte ihm nur eines einschärfen, daß er nie von seiner Geschichte abweicht, was auch immer geschieht.«

Fran: »Oh, ich kann mir nicht vorstellen...«

Stu: »Hör zu, Nick hat das Wort. Wir wollen uns an die Regeln halten.«

Fran: »Ja - tut mir leid.«

Nick: »Manche von euch denken vielleicht, weil Tom zurückgeblieben ist, dürfte es leichter sein, ihm die Wahrheit zu entlocken als einem intelligenteren Menschen, aber...«

Larry: »Ja.«

Nick: »...aber in Wirklichkeit ist es umgekehrt. Wenn ich Tom sage, er muß sich an die Geschichte halten, die ich ihm gebe, was auch immer passiert, dann wird er das tun. Ein sogenannter normaler Mensch kann nur soundsoviel Stunden Wasserfolter aushaken, oder soundsoviel Elektroschocks und Splitter unter den Fingernägeln...«

Fran: »Dazu wird es doch nicht kommen, oder? Oder? Ich meine, es glaubt doch niemand ernsthaft, daß es dazukommen würde, nicht?«

Nick: »...bis er sagt: >Okay, ich gebe auf. Ich sage alles, was ich weiß.< Das wird Tom niemals machen. Wenn er seine Geschichte lange genug übt, kennt er sie nicht nur auswendig, er wird fast glauben, daß sie wahr ist. Niemand wird ihn erschüttern können. Ich möchte nur klarstellen, daß Toms Behinderung bei einem solchen Unternehmen sogar ein Plus sein kann. >Unternehmen< hört sich vielleicht wichtigtuerisch an, aber genau das ist es.«