Normalerweise werden Masthühner schon am 42. Tag ihres Lebens geschlachtet (oder zunehmend schon am 39.) … In Deutschland erreichen Masthühner ihre Schlachtreife in der Regel nach fünf bis sechs Wochen, http: / / was- wir- essen. de/ abisz/ gefluegel. php (Stand 24. Juni 2010).
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Wissenschaftliche Studien und amerikanische Regierungsberichte lassen darauf schließen, dass praktisch alle Hühner (mehr als 95 Prozent) mit E. coli infiziert werden (ein Indikator für fäkale Verunreinigungen) und zwischen 39 und 75 Prozent der Hühner im Supermarkt es immer noch sind. Etwa acht Prozent der Vögel haben Salmonellen (vor einigen Jahren war es noch jeder vierte, und auf manchen Farmen ist das immer noch so). 70 bis 90 Prozent sind mit einem anderen potenziell tödlichen Krankheitserreger verseucht, Campylobacter … Zwischen 05/2004 und 04/2005 wurde vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Zusammenarbeit mit den Ländern in 14 deutschen Schlachtbetrieben eine Studie zu den Campylobacter-Enteritiden durchgeführt. Es wurden insgesamt 1352 Masthähnchen-Herden untersucht, von denen etwa 39 Prozent mit den Bakterien belastet waren. Jahreszeitenabhängig kann die Campylobacter-Belastung sogar auf über 70 Prozent ansteigen, http: / / www. bfr. bund. de/ cm/ 208/ erhebung_ des_ vorkommens_ von_ campylobacter_ spp_ bei_ masthaehnchen_ in_ deutschland_ campylobacter_ monitoring_ projekt. pdf (Stand 17. Juni 2010).
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Wenn Ihr Unternehmen im vorgesehenen Tempo läuft - laut verschiedener Hühnerstopfer, mit denen ich gesprochen habe, wird erwartet, dass ein Arbeiter in dreieinhalb Minuten 105 Hühner in Kisten stopft … Es ist gängige Praxis in Deutschland, dass pro Hühnerstopfer und Stunde zwischen 500 und 1500 Tiere gefangen werden, http: / / elib. tiho- hannover. de/ dissertations/ gockea_ 2000. pdf (Stand 23. Juni 2010 17:14). Durchschnittliche Fangteams von sieben bis zehn Personen können pro Stunde 7000 bis 10 000 Tiere fangen, http: / / ps. fass. org/ cgi/ reprint/ 77/ 12/ 1794. pdf (Stand 23. Juni 2010). Für die Art und Weise der Verladung sieht die EU keine genauen Vorschriften vor, sondern spricht Empfehlungen aus, die besagen, dass eine Verletzung der Tiere auf ein Mindestmaß zu beschränken ist (Artikel 17, Satz 3 des Europäischen Übereinkommens zum Schutz von Tieren in landwirtschaftlichen Tierhaltungen), http: / / www. bmelv. de/ cae/ servlet/ contentblob/ 383070/ publicationFile/ 27487/ EU- HaltungHaushuehner. pdf (Stand 23. Juni 2010). Da Hühnerstopfer meist nach gefangenen Tieren bezahlt werden, ist der Druck sehr hoch, so viele Tiere wie möglich zu verladen, was dazu führt, dass häufig zwei bis fünf Tiere gleichzeitig verladen werden, http: / / elib. tiho- hannover. de/ dissertations/ gockea_ 2000. pdf (Stand 23. Juni 2010).
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… wird die elektrische Spannung niedrig gehalten - sie beträgt ungefähr ein Zehntel dessen, was die Tiere bewusstlos machen würde … Auch in Deutschland ist die Betäubung mittels elektrischer Durchströmung die gängigste Methode. Bei der Elektrobetäubung muss das Gehirn zuerst oder zumindest gleichzeitig mit dem restlichen Körper durchströmt werden. In der ersten Sekunde muss eine Stromstärke von mindestens 0,12 Ampere erreicht werden und über eine Stromflusszeit von mindestens vier Sekunden gehalten werden. Die Elektrodeneinstellungen sollen an die Größe des jeweiligen Tieres angepasst sein, um eine ausreichende Eintauchtiefe und Stromstärke für eine Betäubung zu garantieren, http: / / www. gesetze- im- internet. de/ tierschlv/ anlage_ 3_ 28. html (Stand 27. Juni 2010). Bei Schlachtbandgeschwindigkeiten von durchschnittlich 8000 Tieren pro Stunde kann die zuverlässige Kontrolle einer ordnungsgemäßen Betäubung jedoch nicht gewährleistet werden, http: / / www. bfr. bund. de/ cm/ 208/ erfordernisse_ und_ moeglichkeiten_ in_ der_ schlachtgefluegel_ _ und_ gefluegelfleischuntersuchung. pdf (Stand 28. Juni 2010).
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In einer typischen Tierfabrik bekommen die Tiere mit jeder Mahlzeit Medikamente … Seit 1988 ist in der EU der Einsatz der Wachstumsförderer 17-beta-Östradiol, Testosteron, Progesteron, Zeranol, Trenbolonacetat und Melengestrolacetat (MGA) für alle landwirtschaftlichen Nutztiere verboten, http: / / europa. eu/ rapid/ pressReleasesAction. do? reference= IP/ 02/ 604% 26format= HTML% 26aged= 0% 26language= DE% 26guiLanguage= en (Stand 24. Juni 2010). Seit dem 1. Januar 2006 ist darüber hinaus der Einsatz von Antibiotika zur Wachstumsförderung verboten, http: / / www. efsa. europa. eu/ de/ biohaztopics/ topic/ amr. htm (Stand 24. Juni 2010). Im Gegensatz dazu ist der Gebrauch von Bioziden weit weniger überwacht. Biozide sind antimikrobielle Mittel, die als Desinfektionsmittel und Konservierungsstoffe verwendet werden. Die Anwendungsbereiche sind sehr vielfältig und reichen von der Dekontamination von Oberflächen über Wasseraufbereitung bis hin zur Wunddesinfektion. Auch in der Viehwirtschaft werden Biozide vielerorts eingesetzt, so etwa zur Reinigung von Räumlichkeiten, für die direkte Anwendung auf der Tierhaut und als Futtermittelzusätze, http: / / ec. europa. eu/ health/ opinions/ de/ biozide- antibiotikaresistenz/ l- 2/ 2- main- uses- biocides. htm# 3 (Stand 29. Juni 2010). Zwar muss in Europa jedes Biozid vor seiner Markteinführung auf Unbedenklichkeit für Mensch, Tier und Umwelt getestet werden, es liegen jedoch keine Erkenntnisse darüber vor, in welchem Umfang Biozide eingesetzt werden. Bereits im Jahre 2006 ging man von einem Marktwert von 10 bis 11 Milliarden Euro aus - Tendenz steigend. Eine Studie des wissenschaftlichen Ausschusses »Neu auftretende und neu identifizierte Gesundheitsrisiken« (SCENHIR), welcher der Europäischen Kommission beratend zur Seite steht, sieht einen Zusammenhang zwischen dem Einsatz von Bioziden und Antibiotikaresistenz, wie mehrere Laborversuche gezeigt haben, http: / / ec. europa. eu/ health/ opinions/ de/ biozide- antibiotikaresistenz/ index. htm# 6 (Stand 29. Juni 2010).
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Im National School Lunch Program zum Beispiel wird mehr als eine halbe Milliarde Dollar Steuergelder an die Milch-, Rinder-, Ei- und Geflügelindustrie gezahlt, um den Kindern Tierprodukte zu essen zu geben, obwohl ernährungswissenschaftliche Erkenntnisse uns nahelegen, weniger davon zu essen. Gleichzeitig werden bescheidene 161 Millionen Dollar für Obst und Gemüse ausgegeben, obwohl selbst das Agrarministerium gesteht, dass wir davon mehr essen sollten … Bereits im Jahre 2008 wurde durch den EU-Agrarrat ein Programm ins Leben gerufen, das die Mitgliedsstaaten dabei unterstützen soll, Schulobst für Kinder und Jugendliche in Bildungseinrichtungen zur Verfügung zu stellen. Von den 90 Millionen Euro Gesamtbudget des Programms werden 12 488 300 Euro für Deutschland zur Verfügung gestellt. (Im Schuljahr 2009-2010 beteiligten sich lediglich sechs Länder an diesem Programm: Baden-Württemberg, Bayern, NRW, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen. Für das Jahr 2010-2011 steht bisher nur ein Schulobstprogramm in Sachsen-Anhalt im Aufbau,