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Im Gegensatz dazu werden 80 Prozent aller trächtigen Sauen in Amerika, darunter auch die 1,2 Millionen im Besitz von Smithfield, in so kleinen Einzelkäfigen aus Stahl und Beton eingepfercht, dass sie sich nicht einmal umdrehen können … Abferkelbuchten sind auch in Deutschland in der Regel so klein, dass sich die Sauen nicht drehen und kaum andere natürliche Bewegungen ausführen können, mit dem Argument, damit die Gesundheit der Ferkel zu gewährleisten. Zuchtläufern und Mastschweinen steht folgende räumliche Nutzfläche zur Verfügung: Durchschnittsgewicht 30 bis 50 Kilo: 0,5 Quadratmeter; Durchschnittsgewicht 50 bis 110 Kilo: 0,75 Quadratmeter; Durchschnittsgewicht über 110 Kilo: 1 Quadratmeter (§ 29, Absatz 2 TierSchNutztV). Mastschweine werden in der Regel bei einem Gewicht von 100 Kilo geschlachtet.
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Ein typischer amerikanischer Schweinemastbetrieb produziert derzeit 3,3 Millionen Kilogramm Dung im Jahr … Pro Mastschwein fallen in Deutschland im Jahr durchschnittlich 2,2 Kubikmeter Gülle und Jauche an, was je nach Art der Fütterung ein Durchschnittsgewicht von 11,6 Kilo ergibt (Anlage 5 zu § 4, Absatz 4 DüV), http: / / www. gesetze- im- internet. de/ d_ v/ BJNR002000006. html (Stand 22. Juni 2010). Bundesweit liegt der durchschnittliche Tierbestand in einem landwirtschaftlichen Betrieb mit Schweinehaltung bei etwa 636 Tieren (427 Tiere in den alten Bundesländern, 844 Tiere in den neuen Bundesländern), http: / / www. bmelv. de/ SharedDocs/ Standardartikel/ Landwirtschaft/ Agrarmaerkte/ Agrarmarkt- in- Zahlen/ Analyse- BEE- Schweine- 2009. html (Stand 22. Juni 2010). Daraus resultiert eine Menge von jährlich fast 1400 Kubikmeter Gülle und Jauche pro Betrieb. Hinzu kommt noch eine Einstreumenge von rund 133 000 Kilo.
… ein durchschnittlicher Hühnermastbetrieb etwa drei Millionen Kilo [Dung], eine gewöhnliche Mastanlage für Rinder 156 Millionen Kilo … Pro Legehenne fällt in Deutschland je nach Art der Fütterung rund 0,7 Kilo Mist pro Jahr an (Anlage 5 zu §4, Absatz 4 DüV), http: / / www. gesetze- im- internet. de/ d_ v/ BJNR002000006. html (Stand 23. Juni 2010). Seit 1995 steigt der Legehennenbestand in landwirtschaftlichen Betrieben an, im Jahre 2005 wurden deutschlandweit bereits 36,2 Mio. Legehennen gehalten. Die Verteilung ist dabei sehr ungleich: 79,6 Prozent der Legehennen befanden sich in nur 500 Betrieben mit mindestens 10 000 Tieren. Die übrigen 20,4 Prozent der Legehennen wurden in Betrieben mit weniger als 10 000 Tieren gehalten, http: / / www. destatis. de/ jetspeed/ portal/ cms/ Sites/ destatis/ Internet/ DE/ Content/ Publikationen/ Fachveroeffentlichungen/ WirtschaftsrechnungenZeitbudget/ ErzeugungVerbrNahrungsmittel, property= file. pdf (Stand 22. Juni 2010). Daraus folgt, dass rund 28,8 Millionen Tiere in nur 500 Betrieben untergebracht waren, was einen durchschnittlichen Tierbestand von 57 650 Legehennen ergibt. In jedem dieser Betriebe würden somit etwa 40 341 Kilo Mist pro Jahr anfallen. Hinzu kommt pro Jahr pro Betrieb eine Einstreumenge von mindestens 787 000 Kilo (wenn man von der Mindesteinstreumenge ausgeht). In einer Jungrindermast fallen, abhängig von der Art der Fütterung und Aufzucht, pro Tier jährlich etwa 6 Kubikmeter Dung an (Anlage 5 zu § 4, Absatz 4 DüV), http: / / www. gesetze- im- internet. de/ d_ v/ BJNR002000006. html (Stand 22. Juni 2010).
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Wenn alles nach Plan läuft, wird die Gülle in riesige »Lagunen » gepumpt, die gleich neben den Mastställen liegen. Diese Giftteiche können bis zu 12 000 Quadratmeter groß sein … In Deutschland wird Gülle in offenen oder abgedeckten wasserdichten Behältern (Silos) sowie in ins Erdreich eingefassten Becken (Lagunen) gelagert, http: / / www. destatis. de/ jetspeed/ portal/ cms/ Sites/ destatis/ Internet/ DE/ Content/ Statistiken/ LandForstwirtschaft/ Landwirtschaftszaehlung2010/ Fachserie_ Reihe3_ 2S6, property= file. pdf (Stand 29. Juni 2010). Diese Behälter müssen so groß sein, dass Gülle bis zu einem halben Jahr - für die Zeit, wenn sie nicht ausgefahren werden darf - darin gelagert werden kann, http: / / www. lfl. bayern. de/ iab/ duengung/ umwelt/ 26398/ (Stand 29. Juni 2010). Die meisten Güllebecken waren in den vergangenen Jahren 1000 bis 1500 Kubikmeter groß und hatten ein Fassungsvermögen von 1 500 000 Litern, http: / / www. landnet. at/ article/ articleview/ 16635/ 1/ 4989/ (Stand 29. Juni 2010). Diese Größe kann jedoch auch deutlich überschritten werden. So stellt die Firma Harvestore etwa Güllesilos mit einem Fassungsvermögen von bis zu 20 000 Kubikmetern her, was einer Menge von 20 000 000 Litern entspricht http: / / www. harvestore. de/ anwendungsbereiche/ guellesilo. html (Stand 29. Juni 2010).
214 f.
Innerhalb von 48 Stunden nach der Geburt werden ihnen die Schwänze kupiert und die Zähne gekürzt, natürlich ohne jede Betäubung, … Innerhalb von zehn Tagen werden männlichen Ferkeln die Hoden aus dem Leib gerissen, auch das natürlich ohne Betäubung. … Zur Zeit der Entwöhnung sind bereits neun bis 15 Prozent Ferkel verendet … Das Kürzen (Kupieren) des Schwanzes von unter vier Tage alten Ferkeln ist in der konventionellen Schweinemast ohne Betäubung erlaubt (§ 5, Absatz 3, Satz 3 TierSchG). Auch für das Abschleifen der Eckzähne von unter acht Tage alten Ferkeln (Satz 4) ist keine Betäubung vorgeschrieben,