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Rhapsody stand auf, streckte sich und schüttelte den Rest Erde und Gras ab. »Genau genommen hast du Recht.« Sie streckte ihm die Hand hin und half ihm auf, dann schlang sie die Arme um seine Taille. »Und heiß ist mir auch, ich fühle mich wie eine Flamme in Menschengestalt.«

»Das kann ich bezeugen.«

»Da geht es schon wieder los mit deinen Anzüglichkeiten«, schalt sie, während sie das Tuch vom Kopf zog und ihren Haarknoten löste. »Kannst du denn an nichts anderes denken?«

»Entschuldige bitte«, gab Ashe gespielt beleidigt zurück. »Das war keineswegs schlüpfrig gemeint, ich habe lediglich auf dein Feuerwissen angespielt.«

»Oh!« Rhapsody lächelte. »Nun, als menschliche Flamme spüre ich dann das Bedürfnis, von Wasser umschlossen zu werden.« Sie umarmte ihn fester.

»Ich dachte schon, du würdest das niemals sagen«, murmelte er und küsste ihren Nacken.

»Was sagen? Ich werde ein Bad nehmen.« Damit schlängelte sie sich aus seiner Umarmung und rannte zurück zum Haus. Er folgte ihr dicht auf den Fersen. Ashe hielt sich im Wohnzimmer auf, während Rhapsody die Wanne mit kaltem, klarem Wasser von der Pumpe füllte. Als der Bottich endlich voll war, hielt sie die Hände hinein und konzentrierte sich auf das Feuer in ihrer Seele. Langsam wurde das Wasser warm, und bald darauf spürte man die Hitze im ganzen Raum. Schnell warf sie noch eine Hand voll mit Gewürzen versetzter Rosenblätter ins Wasser.

Sie blickte sich um. Es hatte eine Weile gedauert, bis das Bad eingelaufen war, und sie hatte erwartet, dass Ashe in der Zwischenzeit kommen würde, doch anscheinend hatte sie sich geirrt. Schließlich ging sie zur Tür und spähte hinaus, aber er war nirgendwo zu sehen.

»Ashe?«

»Ja?« Seine Stimme kam von unten.

»Wo bist du denn?«

»Im Wohnzimmer.«

»Was machst du?«

»Ich lese.«

»Oh.« Rhapsody gab sich Mühe, sich ihre Enttäuschung nicht anmerken zu lassen. »Du kannst gern zu mir in die Wanne steigen.«

»Nein, danke.«

Sie zupfte am Band ihres weißen Bademantels. »Bist du sicher?«

Einen Augenblick herrschte Stille. »Vielleicht komme ich nach.«

»Na gut«, seufzte Rhapsody. Sie ging zurück ins Badezimmer und merkte, dass sie immer trauriger wurde. Sie hatte ihn nicht beleidigen wollen; für gewöhnlich mochte er es, wenn sie sich wegen ihrer unermüdlichen Leidenschaft füreinander neckten. Vielleicht war sie zu weit gegangen. Hoffentlich hatte sie seine Gefühle nicht verletzt.

Inzwischen war die Wassertemperatur in der Wanne genau so, wie sie es wünschte. Rhapsody schüttelte die Tropfen von ihrer nassen Hand ab und lauschte auf Schritte. Nichts. Seufzend ergab sie sich schließlich in das Schicksal, sich allein den Rücken waschen zu müssen. Doch als sie vor dem Spiegel stand und sich die Pflanzenreste aus dem Haar bürstete, ging die Tür auf, und Ashe kam herein, ebenfalls im Bademantel, ein dickes Buch in der Hand. Rhapsodys Augen blitzten, aber ihr Gesichtsausdruck blieb neutral. »Ich dachte, du wärst in dein Buch versunken.«

»Das bin ich auch, aber ich dachte, vielleicht kannst du beim Baden ein bisschen Gesellschaft brauchen.«

»Ach so.«

»Natürlich bleibe ich hier, auf der anderen Seite des Zimmers. Ich möchte nicht, dass du denkst, ich warte auf eine Einladung oder so.«

»Nein, natürlich nicht.«

Ashe machte ein beleidigtes Gesicht. »Ich versichere dir, meine Absichten sind absolut ehrenwert.«

»Selbstverständlich.«

»Nein, wirklich. Ich möchte nur ein bisschen lesen.«

Rhapsody blickte ihn mit einem amüsierten Funkeln in den Augen an. »Hier ist aber kein guter Platz zum Lesen«, meinte sie mit einem viel sagenden Blick auf den warmen, duftenden Dampf, der sie umwogte. »In der feuchten Luft löst Pergament sich schnell auf.«

Mit brav vor dem Bauch gefalteten Händen kam Ashe ein Stück näher. Wie verspielte Kätzchen ringelten sich die duftenden Schwaden um seine Knöchel, und sein strahlendes Lächeln war so hell wie sein weißer Bademantel.

»Lass uns eine Abmachung treffen. Wenn du mich hier bleiben lässt, werde ich dich nicht berühren, solange du mich nicht ausdrücklich dazu aufforderst. Ich werde dich nicht stören, kein bisschen, ich setze mich einfach drüben neben die Tür. In Ordnung?«

»Aber von da wirst du nicht viel sehen können.«

»Wie ich dir bereits gesagt habe, bin ich nicht gekommen, um dir zuzuschauen, sondern ...«

»Ich weiß, du willst nur lesen«, unterbrach ihn Rhapsody lächelnd. »Na, dann amüsier dich gut.«

»Oh, darauf kannst du dich verlassen«, entgegnete Ashe und erwiderte ihr Grinsen. Langsam ging Rhapsody zurück zur Wanne. Über dem Wasser waberten Dampfschwaden, Nebelwolken stiegen auf, und Wassertropfen ließen sich auf ihren Wimpern nieder, sodass ihre Lider schwer wurden. Anscheinend geschah mit Ashe das Gleiche er hatte sich auf den Marmorfußboden gesetzt, sich gegen die Tür gelehnt und die Augen geschlossen. Rhapsody gab ihm noch eine letzte Chance.

»Weißt du, wenn du möchtest, kannst du gern mit in die Wanne kommen.«

Er hielt abwehrend die Hand hoch, die Augen noch immer geschlossen.

»Na schön«, meinte sie. »Ganz wie du willst.« Behutsam hob sie ein schlankes Bein über den Wannenrand und testete das Wasser mit dem Zeh; es war heiß, aber sie wusste, es würde gemütlich sein. Schnell tapste sie zu den Handtuchhaken hinüber, ließ den Bademantel von den Schultern rutschen und achtlos auf den Boden fallen. Mit einem Blick über die Schulter stellte sie fest, dass Ashe noch immer mit geschlossenen Augen an der Tür lehnte, fast, als schliefe er.

Rhapsody griff in eins der Apothekengläser, die auf dem Tisch unter den Handtuchstangen standen, und nahm noch eine weitere Hand voll süß riechender Gewürze und Rosenblätter heraus. Sie bückte sich, um ihren Bademantel aufzuheben, hängte ihn an den Haken und wandte sich wieder zur Wanne.

Ashe sah noch immer aus, als schliefe er, aber das Lächeln auf seinem Gesicht wurde breiter, als sie sich umdrehte.

»Aha! Du spickst!«, rief Rhapsody entrüstet.

»Wer in der ganzen Welt könnte dieser Versuchung widerstehen?«, konterte Ashe, ohne jedoch die Augen zu öffnen. »Außerdem habe ich nie behauptet, ich würde nicht spicken. Ich habe nur gesagt, dass ich dich nicht anfassen werde.«

»Offen gestanden wäre mir Letzteres lieber als Ersteres, aber mach, was du willst.«

Unbefangen trat Rhapsody zur Wanne und warf die Duftmischung hinein. Sie zischte, als die Wärme die ätherischen Öle freisetzte, und das Wasser wirbelte unter einem schimmernden Film, der sich über die Oberfläche gelegt hatte. Nun drehte Rhapsody ihr langes Haar auf dem Kopf zu einem Knoten und sicherte diesen mit ihrem üblichen schwarzen Band. Dann stieg sie langsam und genießerisch in die Wanne. Das Wasser umfing sie, als sie sich setzte und ausstreckte, sich wohlig räkelte und schließlich bis zum Hals ins warme Nass sank. Ihr Körper entspannte sich, und ihr Geist begann es ihm gleichzutun.

Nach einer Weile setzte sie sich wieder auf, sodass ihre Schultern über der Wasseroberfläche auftauchten, und legte den Kopf auf das Kissen auf dem Wannenrand. Die sanften Wellen wirbelten und plätscherten um sie herum, liebkosten ihre Haut und schwappten leise über ihre Brüste. Lächelnd genoss sie das Prickeln, das sich durch den Wechsel von heißem Wasser und kühler Luft auf ihrem Oberkörper ausbreitete. Ihre Brustwarzen, die gewöhnlich von derselben hellrosa Farbe waren wie das Innere einer Muschel, erwärmten sich im Wasser und nahmen einen dunkleren Farbton an.

Unter den sanften Liebkosungen des Wassers bekam sie eine Gänsehaut. Langsam ließ sie sich ein bisschen tiefer in die Wanne gleiten und legte die Füße ein Stück höher, sodass ihre Knie aus dem Wasser ragten. Mit einem Mal spürte sie eine Schwingung, wie eine Strömung in der Tiefe, die sich zwischen ihren Knien ausbreitete und sie langsam auseinander drückte. Ihr ganzer Körper fing nun an zu prickeln, während der Strudel sich nach unten senkte, ihre Hüften streichelte, ihren Rücken, und sich schließlich zwischen ihren Beinen niederließ. Immer stärker wirbelte das Wasser um ihre Beine und näherte sich ihren empfindsamsten Körperstellen. Sie begann zu zittern und spürte, wie ihr heiß wurde, aber diesmal inwendig, und diese Hitze strebte zu den Stellen, welche das Wasser liebkoste. Die Wellen wurden drängender, wirbelten und pochten und erregten sie mit jeder Bewegung mehr. Es war, als würde das Wasser fest und suchte ihren Körper ab, wo es ihr am meisten Vergnügen bereiten konnte. Ein Blitz durchzuckte ihren Körper, denn das Wasser erweckte ein immer dringlicheres Verlangen in ihr.