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»Ashe«, sagte sie leise. Das Wort verfing sich in ihrer Kehle und kam ganz heiser heraus.

»Ashe, was tust du?«

»Ich lese.«

Sie zwang sich, die Augen zu öffnen, und sah, dass er noch immer wie im Halbschlaf an der Tür lehnte.

»Bitte«, sagte sie, während das Wasser weiter um sie pulsierte. »Bitte, hör auf damit.« Ihr Atem war flach geworden, so sehr musste sie sich bemühen, ihre Erregung im Zaum zu halten.

»Womit soll ich aufhören?« Er lächelte, machte aber die Augen immer noch nicht auf.

»Das hier wird allmählich zu einem sexuellen Erlebnis«, erwiderte Rhapsody und versuchte vergeblich, Ruhe zu bewahren. »Lass es sein. Bitte.«

»Hast du etwas gegen sexuelle Erlebnisse?«, fragte er scherzhaft, ohne sie eines Blickes zu würdigen.

»Ja, wenn ich sie nicht mit dir teile.«

Endlich richtete Ashe sich auf, öffnete die Augen und blickte Rhapsody ernst an. »Meine Liebe, das bin ich«, entgegnete er offen. »Ich kann es genauso spüren wie du, vielleicht sogar noch mehr.«

»Aber darum geht es mir ja«, sagte sie, während das feste Wasser pochte und sie fast zur Verzweiflung brachte. »Das bist nicht du, das ist Wasser, ob du es nun spürst oder nicht. Aber du bist der Einzige, von dem ich mich so berühren lassen möchte. Bitte, Ashe. Bitte tu das nicht.«

Die Verzweiflung in ihrer Stimme und auf ihrem Gesicht war so deutlich, dass auch er sie endlich begriff; es war dieselbe wie an dem Tag am Tar’afel, als sie ihn anflehte, sie nicht hinüberzutragen. Er sprang auf die Füße und trat an die Wanne; sofort hörten die Wellenbewegungen auf.

»Tut mir Leid, Rhapsody«, sagte er und sah, wie ihre Nervosität auf der Stelle wich und ihr Gesicht wieder ruhig wurde. »Ich wollte dich wirklich nicht durcheinander bringen.«

Rhapsody setzte sich auf und zog die Knie an. »Ich weiß«, sagte sie, streckte ihre nasse Hand aus dem Wasser und legte sie auf seine Wange. »Ich weiß, und es ist nicht deine Schuld, sondern meine.«

Ashe wollte sie in die Arme nehmen, aber dann fiel ihm wieder ein, dass er ihr versprochen hatte, sie nur anzufassen, wenn sie den Wunsch danach äußerte; deshalb hielt er sich zurück.

»Wie kann es deine Schuld sein? Du wolltest doch nur baden. Tut mir Leid, dass ich mich so dumm benommen habe.«

Rhapsody sah ihm in die Augen, und die Verwirrung, die sie dort erblickte, rührte ihr Herz. Sie zog ihn zu sich und küsste ihn zärtlich.

»Nein, mir tut es Leid, Ashe«, widersprach sie sanft. »Du hast nichts falsch gemacht. Es ist nur so in der Vergangenheit haben Männer ihre sexuelle Erregung oft auf alle möglichen unsäglichen Arten ausgedrückt, und das war der schlimmste Teil meines damaligen Lebens. Und der Teil, über den ich wahrscheinlich nie ganz hinwegkommen werde, ist der, zur Schau gestellt zu werden und ...« Sie senkte den Blick, und ihre Stimme versagte. Nach einer Weile fuhr sie fort: »Als ich hierher kam, war ich froh bei dem Gedanken, nie mehr ein sexuelles Erlebnis haben zu müssen ein keusches Leben zu führen und mir dadurch viele Probleme zu ersparen. Und dann bist du gekommen und hast wieder Verlangen in mein Leben gebracht, zum ersten Mal auf eine positive Weise. Nie hätte ich das für möglich gehalten. Du hast mich zum ersten Mal wirklich geliebt. Die körperliche Liebe mit dir ist so unglaublich, so schön, dass ich mich sehr bemüht habe, sie von nichts aus meiner Vergangenheit berühren zu lassen; ich möchte die beiden Erfahrungen nicht miteinander in Verbindung bringen. Durch reine Willenskraft konnte ich immerhin verhindern, dass ich völlig verklemmt werde wie du bestimmt bemerkt hast.«

Jetzt lächelte Ashe; Rhapsody streichelte sein Gesicht, und ihre Finger waren vom warmen Wasser schon ganz schrumpelig. »Nur wenige Dinge erinnern mich noch an jene Zeit. Die Wahrheit ist, dass mich eigentlich nichts von dem stört, was du mit mir machen. möchtest, solange du mich nur in den Armen hältst oder zumindest ganz in meiner Nähe bist. Vermutlich ist es überaus komisch, dass ausgerechnet jemand wie ich in sexuellen Dingen so altmodisch eingestellt ist, aber ich kann es nicht ändern. Ich bin bereit, für dich jedes Zaubermittel auszuprobieren, mich jeder erdenklichen Phantasie auszuliefern und alles zu tun, was dir gefällt, aber nur, weil es für mich eine Art ist, meiner Liebe zu dir Ausdruck zu verleihen. Und es ist mein freier Wille, mich dir hinzugeben. Ich bin niemandes Spielzeug mehr.«

Er blickte in ihre smaragdgrünen Augen, und es war, als könnte er direkt in ihre Seele schauen. Die Ehrlichkeit ihres Herzens und ihrer Worte ließ ihn erzittern.

»Rhapsody, falls es dich an irgendetwas Unangenehmes erinnert, wenn wir miteinander schlafen ...«

»Sag das nicht«, unterbrach sie ihn schnell. »So habe ich das überhaupt nicht gemeint. Ich schlafe gern mit dir, sehr gern sogar; so gern, dass ich, als du sagtest, du wolltest lieber lesen, dachte ... na ja, ist ja egal, was ich dachte. Ich möchte nur, dass du mich festhältst, du selbst, nicht irgendeine körperlose Kraft. Es gibt eine Art Vereinigung, die nicht möglich ist, wenn ein Partner sich auf der anderen Seite des Zimmers aufhält. Außerdem habe ich dann keine Möglichkeit, mich zu revanchieren.« Ihre Worte trieben ihm die Röte ins Gesicht, und er umklammerte den Rand der Wanne, weil er sich so anstrengen musste, sein Versprechen zu halten.

Rhapsody lachte, als sie sah, wie seine Fingerknöchel weiß wurden. »Ich bewundere deine Zurückhaltung«, sagte sie, beugte sich vor, und während sie das Band an seinem Bademantel löste, gab sie ihm einen warmen, feuchten Kuss. »Nimm das als Aufforderung«, sagte sie, während ihre Augen schalkhaft blitzten, und sie rutschte auf die Seite, um ihm Platz zu machen.

Ashe ließ den Bademantel auf den Boden fallen und stieg zu ihr ins Wasser. Dort kniete er sich hin, beugte sich über Rhapsody und küsste sie zärtlich.

Sie erwiderte den Kuss ebenso zärtlich, streichelte mit den Händen über seine Arme und fühlte, wie stark sie waren. Dann flogen ihre Finger über die angespannten Muskeln seines Rückens. Ihre Zunge erforschte seinen Mund, sie schlang die Arme um ihn und wollte ihn zu sich herabziehen, aber er hielt sich am Wannenrand fest und hob sie ein Stück aus dem Wasser, sodass ihr Oberkörper und ihr Rücken plötzlich die kühlere Luft zu spüren bekamen. Er lachte über ihr verblüfftes Gesicht.

»Angeber«, schimpfte sie. »Na schön, wie du willst. Dann bleib da draußen und friere, obwohl es hier im Wasser wunderschön warm ist.«

»Ich genieße nur den angenehmen Effekt, den die frische Luft auf dich ausübt«, entgegnete er mit einem schelmischen Grinsen und einem viel sagenden Blick auf ihre Brüste. Als er sah, wie sie errötete, musste er wieder lachen.

»Rhapsody, du wirst ja ganz rot!«

»Verrat es nur niemandem, sonst machst du noch meinen Ruf kaputt«, erwiderte sie ebenfalls lachend. Dann zerrte sie wieder ungeduldig an ihm.

Ashes Lippen glitten über ihre Wange, bis sie direkt über ihrem Ohr lagen.

»Dein Geheimnis ist bei mir gut aufgehoben«, flüsterte er. Dann ließ er den Wannenrand los. Rhapsody stieß einen kleinen Schrei aus, als sie zusammen abrutschten, aber das Wasser fing sie auf wie ein Kissen, und aus dem Schrei wurde ein Lachen. Ashe spürte, wie die Temperatur unter Wasser anstieg, bis er ganz von wohliger Wärme umgeben war. Ein seidiges Bein strich über die Rückseite seines Oberschenkels und schlang sich mit einer sinnlichen Bewegung um ihn, sodass auch er schauderte. Trotz des warmen Wassers fröstelte Ashe; Wellen stiegen vom Grund der Wanne empor, wirbelten um Rhapsody herum und stiegen nahe den Schultern und Zehen sprudelnd an die Oberfläche. Ashes Hände folgten dem Rhythmus der Wellen und glitten geschmeidig über ihren Körper, vom Rücken nach oben, bis sie ihre Taille umfassten. Sie passte sich seinen Bewegungen an und ließ die Hände seinen Rücken hinaufwandern, über seine breiten Schultern und seinen starken Hals, über sein Gesicht.