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›Ja.‹

»Aber woher kommen diese Geschöpfe? Wohin müßt ihr gehen, um sie zu holen?«

›Wir gehen nirgendwo hin. Wir rufen, und sie sind da.‹

»Also sind sie überall?«

›Sie sind überhaupt nicht hier. Nirgendwo. Sie sind anderswo.‹

»Aber du hast gesagt, du müßtest nirgendwo hingehen, um sie zu holen.«

›Türschwellen. Wir wissen nicht, wo sie sind, aber überall ist eine Tür.‹

»Wie sehen diese Schwellen aus?«

›Dein Gehirn hat das Wort gemacht, das du gesagt hast. Türschwelle. Türschwelle.‹

Nun begriff er, das Schwelle das Wort war, das sein Gehirn hervorgebracht hatte, um das Konzept zu bezeichnen, das sie ihm eingegeben hatte. Und plötzlich fand er eine Erklärung, die Sinn ergab.

»Sie sind nicht in demselben Raum-Zeit-Kontinuum wie wir. Aber sie können das unsrige an jeder Stelle betreten.«

›Für sie sind alle Stellen dieselbe Stelle. Jeder Ort ist derselbe Ort. Sie finden immer nur einen Ort im Muster.‹

»Aber das ist unglaublich. Ihr ruft irgendein Wesen von einem anderen Ort her, und…«

›Das Herrufen ist nichts. Alle Dinge tun es. Alle neuen Schöpfungen. Du tust es. Jedes Menschenkind hat diese Fähigkeit. Die Pequeninos auch. Gras und Sonnenlicht. Die Schöpfung ruft sie, und sie kommen zum Muster. Wenn sie schon jemand sind, der das Muster versteht, dann kommen sie und nehmen Besitz davon. Kleine Muster sind sehr einfach. Unser Muster ist sehr schwer. Nur ein paar Kluge können es besitzen.‹

»Philoten«, sagte Ender. »Die Dinge, aus denen alle anderen Dinge bestehen.«

›Das Wort, das du sagst, hat nicht die Bedeutung dessen, was wir meinen.‹

»Weil ich gerade erst den Zusammenhang hergestellt habe. Wir haben nie gemeint, was du beschrieben hast, doch das Ding, das wir meinen, könnte dasjenige sein, was du beschrieben hast.«

›Sehr unklar.‹

»Willkommen im Klub.«

›Sehr willkommen Gelächter glücklich.‹

»Wenn du also eine Schwarmkönigin machst, hast du bereits den biologischen Körper, und dieses neue Ding –. dieses Philot, das du aus dem Nicht-Ort rufst, an dem sich die Philoten befinden –, es muß eins sein, das imstande ist, das komplexe Muster zu begreifen, das du dir im Geist von einer Schwarmkönigin gemacht hast. Und wenn ein Philot kommt, das das kann, übernimmt es diese Identität und den Körper und wird das Selbst dieses Körpers…«

›Aller Körper.‹

»Aber es gibt noch keine Arbeiter, wenn die Schwarmkönigin zuerst geschaffen wird.«

›Es wird das Selbst der zukünftigen Arbeiter.‹

»Wir sprechen von einem Übergang aus einer anderen Art von Raum. Einem Ort, an dem sich bereits Philoten befinden.«

›Alles in demselben Nicht-Raum. Keine Räumlichkeit in diesem Raum. Keine Orte. Alle hungrig nach Orten. Alle durstig nach Mustern. Alle einsam nach Selbstsein.‹

»Und du sagst, wir bestehen aus denselben Dingen?«

›Wie hätten wir dich finden können, wenn das nicht der Fall wäre?‹

»Aber du hast gesagt, mich zu finden sei wie die Schaffung einer Schwarmkönigin gewesen?«

›Wir konnten das Muster in dir nicht finden. Wir haben versucht, ein Muster zwischen dir und den anderen Menschen herzustellen, doch du hast dich immer wieder verändert und verwandelt, und wir konnten dem keinen Sinn entnehmen. Und du konntest uns keinen Sinn entnehmen, so daß dieses Ausgreifen deinerseits auch kein Muster ergab. Also nahmen wir das dritte Muster. Dein Greifen in die Maschine. Du sehntest dich so sehr danach. Wie dieses Lebenssehnen des neuen Königinkörpers. Du bandest dich an das Programm im Computer. Es zeigte dir Bilder. Wir fanden die Bilder im Computer, und wir fanden sie in deinem Geist. Wir konnten sie aufeinander abstimmen, während du zugesehen hast. Der Computer war sehr kompliziert, und du warst noch komplizierter, doch das Muster hielt stand. Ihr bewegtet euch zusammen, und während ihr zusammen wart, habt ihr einander besessen, sahet ihr dasselbe Bild. Und als du dir etwas vorstelltest und es dann tatest, machte der Computer etwas aus deiner Vorstellung und stellte sich ebenfalls etwas vor. Sehr primitive Vorstellungen des Computers. Es war kein Selbst. Aber du machtest es zum Selbst durch die Lebenssehnsucht. Durch dein Ausgreifen.‹

»Das Fantasyspiel«, sagte Ender. »Du hast aus dem Fantasyspiel ein Muster gemacht.«

›Wir haben uns dasselbe vorgestellt, das du dir vorgestellt hast. Wir alle gemeinsam. Wir haben gerufen. Es war sehr kompliziert und seltsam, doch viel einfacher als alles andere, was wir in dir gefunden haben. Seit dieser Zeit wissen wir – sehr wenige Menschen sind imstande, sich so zu konzentrieren, wie du dich auf dieses Spiel konzentriert hast. Und wir haben kein anderes Computerprogramm gesehen, das so auf einen Menschen reagierte, wie das Spiel auf dich reagierte. Es war auch eine Sehnsucht. Es kreiste ständig und versuchte etwas zu finden, das es für dich machen konnte.‹

›Und als du gerufen hast…‹

›Kam es. Die Brücke, die wir brauchen. Der Verbinder für dich und das Computerprogramm. Es hielt das Muster, so daß es lebte, selbst wenn du ihm keine Beachtung schenktest. Es war mit dir verbunden, du warst ein Teil davon, und doch konnten auch wir es verstehen. Es war die Brücke.‹

»Doch wenn ein Philot Besitz von einer neuen Schwarmkönigin ergreift, beherrscht es sie, den Königinkörper und die Arbeiterkörper. Warum hat diese Brücke, die du geschaffen hast, nicht von mir Beherrschung ergriffen?«

›Glaubst du, wir hätten es nicht versucht?‹

»Warum hat es nicht geklappt?«

›Du warst nicht imstande, dich von so einem Muster beherrschen zu lassen. Du konntest freiwillig Teil eines Musters werden, das echt war und lebte, aber du konntest nicht davon beherrscht werden. Du konntest nicht einmal damit vernichtet werden. Und es war so viel von dir in dem Muster, daß nicht einmal wir es beherrschen konnten. Es war zu fremd für uns.‹

»Aber du konntest es benutzen, um meine Gedanken zu lesen?«

›Trotz aller Fremdartigkeit konnten wir es benutzen, um mit dir verbunden zu bleiben. Wir haben dich studiert, besonders, wenn du das Spiel gespielt hast. Und als wir dich allmählich verstanden, begriffen wir auch, was es mit deiner gesamten Spezies auf sich hat. Daß jedes Einzelwesen von euch lebte, daß ihr keine Schwarmkönigin hattet.‹

»Es war komplizierter, als du erwartet hattest?«

›Und weniger kompliziert. Euer jeweiliger Verstandesinhalt war bei Aspekten einfach, bei denen wir erwartet hatten, er sei kompliziert, und kompliziert bei Aspekten, bei denen wir erwartet hatten, er sei einfach. Wir begriffen, daß ihr auf eure sonderbare und tragisch einsame Art und Weise wirklich lebtet und wunderschön wart, und wir entschlossen uns, kein weiteres Kolonieschiff zu euren Welten zu schicken.‹

»Aber das haben wir nicht gewußt. Wie hätten wir es wissen können?«

›Wir begriffen auch, daß ihr gefährlich und schrecklich wart. Du warst besonders gefährlich, da du all unsere Muster fandest und uns keins einfiel, das kompliziert genug war, um dich zu verwirren. Also hast du alle von uns bis auf mich vernichtet. Jetzt verstehe ich dich besser. Ich hatte all diese Jahre gehabt, um dich zu studieren. Du bist nicht so schrecklich brillant, wie wir dachten.‹

»Wie schade. Eine schreckliche Brillanz wäre jetzt ganz nützlich.«

›Wir ziehen einen behaglichen Schimmer von Intelligenz vor.‹

»Wir Menschen werden mit dem Alter langsamer. Gib mir noch ein paar Jahre, und ich werde richtig angenehm sein.«

›Wir wissen, daß du eines Tages sterben wirst. Obwohl du den Gedanken so lange zurückgeschoben hast.‹

Ender wollte nicht, daß sich dieses Gespräch wieder der Sterblichkeit oder einem der anderen Aspekte des menschlichen Lebens widmete, die die Schwarmkönigin so stark faszinierten. Während die Königin versucht hatte, ihm die Zusammenhänge zu erklären, war ihm noch eine Frage in den Sinn gekommen. Eine faszinierende Möglichkeit.