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»Dann muß Andrew ebenfalls mitfliegen?«

»Natürlich«, sagte Grego.

»Er ist etwas zu alt für einen Testpiloten«, sagte Valentine.

»In diesem Fall ist er nur ein Testpassagier«, sagte Grego. »Er trägt nur zufällig den Piloten in sich.«

»Der Flug wird keinerlei körperlichen Ansprüche stellen«, sagte Olhado. »Wenn Gregos Theorie stimmt, wird er einfach da sitzen, und nach ein paar Minuten oder genauer gesagt nach einer oder zwei Mikrosekunden wird er an dem anderen Ort sein. Und wenn die Theorie nicht stimmt, wird er einfach weiterhin dort sitzen, und wir alle werden uns töricht vorkommen, weil wir geglaubt haben, wir könnten uns den Weg durch den Raum wünschen.«

»Und wenn sich herausstellt, daß Jane ihn ins Außen bringen, aber die Dinge dort nicht zusammenhalten kann, wird er in einem Raum gestrandet sein, der nicht mal Räumlichkeit hat«, sagte Valentine.

»Nun ja«, erwiderte Grego. »Wenn es nur zur Hälfte funktioniert, werden die Passagiere effektiv sterben. Doch da wir uns an einem Ort ohne Zeit befinden, wird es für uns keine Rolle spielen. Es wird einfach ein ewiger Augenblick sein. Wahrscheinlich nicht einmal genug Zeit für unsere Gehirne, um zu bemerken, daß das Experiment fehlgeschlagen ist. Eine Stasis.«

»Doch falls es funktioniert«, sagte Olhado, »nehmen wir natürlich unsere Raumzeit mit uns, so daß natürlich Zeit verstreichen würde. Daher werden wir nie wissen, ob das Experiment gescheitert ist. Wir werden es nur wissen, wenn wir Erfolg gehabt haben.«

»Aber ich werde es wissen, wenn er nicht zurückkommt«, sagte Valentine.

»Richtig«, erwiderte Grego. »Wenn er nicht zurückkommt, wirst du es ein paar Monate lang wissen, bis die Flotte hier eintrifft und alles und jeden in die Hölle schickt.«

»Oder bis die Descolada unsere Gene von innen nach außen dreht und uns alle tötet«, fügte Olhado hinzu.

»Da hast du wohl recht, Neffe.« Valentine wählte die vertraulichere Form. »Wenn das Experiment fehlschlägt, werden sie genauso tot sein, als würden sie einfach bleiben.«

»Aber du weißt, daß wir unter gewaltigem Druck stehen«, sagte Grego. »Wir haben nicht mehr viel Zeit, bevor Jane ihre Verkürzer-Verbindungen verliert. Andrew meint, daß sie es vielleicht doch überlebt. Aber sie wird verkrüppelt sein. Gehirngeschädigt.«

»Selbst wenn es funktioniert, könnte der erste Flug auch der letzte sein.«

»Nein«, sagte Olhado. »Die Flüge finden ohne Zeitverlust statt. Wenn es funktioniert, kann sie alle Leute in der Zeit von diesem Planeten bringen, die sie brauchen, um das Sternenschiff zu besteigen und wieder zu verlassen.«

»Soll das heißen, daß sie von der Planetenoberfläche aus starten kann?«

»Das ist noch problematisch«, sagte Grego. »Vielleicht kann sie die genauen Positionen nur auf… sagen wir, zehntausend Kilometer berechnen. Es besteht keine Explosions- oder Überlagerungsgefahr, da die Philoten den Innen-Raum an einer Stelle betreten, an denen sie den Naturgesetzen gehorchen können. Doch wenn das Sternenschiff mitten in einem Planeten auftaucht, wird es ziemlich schwer sein, sich wieder an die Oberfläche zu graben.«

»Aber wenn sie die Koordinaten wirklich genau bestimmen kann – zum Beispiel auf ein paar Zentimeter –, können die Flüge von einer Oberfläche zur anderen stattfinden«, sagte Olhado.

»Natürlich träumen wir«, sagte Grego. »Jane wird zurückkommen und uns sagen, daß sie, selbst wenn sie alle Sternenmassen in der Galaxis in den Computer eingeben kann, noch längst nicht alle Daten verarbeiten kann, die sie braucht, um ein Sternenschiff auf diese Art und Weise zu fliegen. Doch im Augenblick klingt es noch möglich, und ich habe ein gutes Gefühl!«

Daraufhin fingen Grego und Olhado so laut an zu lachen und zu jubeln, daß Bürgermeister Kovano zur Tür kam, um sich zu überzeugen, daß Valentine in Ordnung war. Es war ihr peinlich, daß er sie ertappte, wie sie mit ihnen lachte.

»Dann sind wir also zufrieden?« fragte Kovano.

»Ich glaube schon«, sagte Valentine und versuchte, ihre Fassung zurückzugewinnen.

»Welches unserer vielen Probleme haben wir gelöst?«

»Wahrscheinlich keins davon«, sagte Valentine. »Es wäre zu idiotisch einfach, wenn sich das Universum auf diese Art und Weise manipulieren ließe.«

»Aber irgend etwas haben Sie sich doch ausgedacht.«

»Die metaphysischen Genies hier sind auf eine völlig unwahrscheinliche Möglichkeit gekommen«, sagte Valentine. »Oder haben Sie ihnen vielleicht etwas ins Essen geschüttet?«

Kovano lachte und ließ sie wieder allein. Doch sein Besuch hatte sie wieder ernüchtert.

»Ist es möglich?« fragte Valentine.

»Ich wäre nie darauf gekommen«, erwiderte Grego. »Ich meine, da ist das Problem der Herkunft.«

»Nein, in Wirklichkeit beantwortet es das Problem der Herkunft«, sagte Olhado. »Die Urknalltheorie gibt es schon seit…«

»Seit der Zeit vor meiner Geburt«, sagte Valentine.

»Ich glaube schon«, sagte Olhado. »Doch niemand konnte je erklären, warum es zum Urknall gekommen ist. Auf diese Art und Weise ergibt es einen seltsamen Sinn. Wenn jemand, der imstande war, das Muster des gesamten Universums in seinem Kopf zu halten, ins Außen getreten ist, hätten sich alle Philoten, die es gibt, an der größten Stelle des Musters angeordnet, die sie beherrschen konnten. Da es dort keine Zeit gibt, hat es vielleicht eine Milliarde Jahre oder eine Mikrosekunde gedauert, eben so lange, wie es brauchte, und bumms, als sie sich aussortiert hatten, war es da, das gesamte Universum, das in einen neuen Innen-Raum stürzte. Und da es keine Entfernung und keinen Raum gab, hätte das gesamte Gebilde mit der Größe eines geometrischen Punktes begonnen…«

»Nein, es hätte überhaupt keine Ausdehnung gehabt«, sagte Grego.

»Mir fällt meine Geometrie wieder ein«, sagte Valentine.

»… und sich augenblicklich ausgedehnt und dabei Raum geschaffen. Und während es sich ausdehnte, verlangsamte sich die Zeit… oder beschleunigte sie sich?«

»Das spielt keine Rolle«, sagte Grego. »Es hängt nur davon ab, ob man sich im Innen des neuen Raums, oder im Außen oder in irgendeinem anderen Innen-Raum befindet.«

»Auf jeden Fall scheint das Universum nun eine konstante Zeit zu haben, während es sich räumlich ausdehnt. Doch wenn man will, könnte man es auch als einen konstanten Raum betrachten, der sich zeitlich verändert. Die Lichtgeschwindigkeit wird geringer, so daß es länger dauert, von einer Stelle zur anderen zu gelangen, doch wir merken nicht, daß sie sich verringert, weil sich alles andere ebenfalls genau relativ zur Lichtgeschwindigkeit verlangsamt. Versteht ihr? Alles eine Frage der Perspektive. Was das betrifft, hat das Universum, in dem wir leben, wie Grego es gerade sagte, noch immer in absoluten Begriffen die Ausdehnung eines geometrischen Punktes – wenn man es vom Außen betrachtet. Jede Ausdehnung, die. im Innen stattzufinden scheint, ist nur eine Sache der relativen Räumlichkeit und Zeit.«

»Und was mich auf die Palme bringt«, sagte Grego, »ist die Tatsache, das all das schon seit Jahren in Olhados Kopf vor sich ging. Diese Vorstellung des Universums als dimensionsloser Punkt im Außen-Raum hat er schon die ganze Zeit über gehabt. Nicht, daß er der erste wäre, der diese Theorie vertritt. Er ist lediglich der erste, der tatsächlich daran geglaubt hat und die Verbindung zwischen dieser Theorie und dem Nicht-Raum sah, in dem laut Andrew die Schwarmkönigin ihre Aiuas findet.«