Выбрать главу

Der Bulle führte den grinsenden Barris hinaus. Hank und Fred saßen sich gegenüber, zwischen sich das Durcheinander auf dem Tisch. Hank sagte nichts; er las die Befunde der Psychologen. Nach einer Weile hob er den Telefonhörer ab und wählte eine hausinterne Nummer. »Ich habe hier eine Ladung noch nicht ausgewertetes Material – ich möchte, daß Sie es durchsehen und feststellen, wieviel davon eine Fälschung ist. Geben Sie mir über Ihre Erkenntnisse Bescheid, und dann werde ich Ihnen sagen, was Sie als nächstes damit machen sollen. Es sind ungefähr zwölf Pfund; Sie werden wohl einen Pappkarton brauchen, Größe drei. Okay, danke.« Er legte auf. »Das Elektronik- und Entschlüsselungslabor«, informierte er Fred und las weiter.

Zwei schwerbewaffnete uniformierte Labortechniker erschienen mit einem schweren Stahlbehälter.

»Wir konnten nur den hier finden«, entschuldigte sich einer von ihnen, als sie die Beweisstücke auf dem Tisch sorgfältig in den Kasten luden.

»Wer hat da unten jetzt Dienst?«

»Hurley.«

»Richten Sie Hurley aus, daß er das auf jeden Fall noch irgendwann heute sichten soll. Und er soll mir sofort Bericht erstatten, wenn er Hinweise darauf findet, daß es sich um Fälschungen handeln könnte. Die Sache muß unbedingt noch heute über die Bühne gehen; sagen Sie ihm das.«

Die Labortechniker verschlossen den Metallkasten und schleppten ihn wieder aus dem Büro.

Hank warf die medizinischen Befunde auf den Tisch, lehnte sich zurück und sagte: »Was – okay, was haben Sie bisher für ein Gefühl bei Barris’ Beweisen?«

Fred sagte: »Das ist mein medizinischer Bericht, den Sie da haben, nicht wahr?« Er streckte die Hand aus, um ihn aufzuheben, überlegte er sich dann aber anders. »Ich würde sagen, das, was er uns vorgespielt hat, die kurzen Passagen, die er uns vorgespielt hat, das hörte sich für mich echt an.«

»Es ist eine Fälschung«, sagte Hank. »Völlig wertlos.«

»Sie mögen recht haben«, sagte Fred, »aber ich bin anderer Ansicht.«

»Das Depot in Vandenberg, über das sie sprachen, ist möglicherweise das OSI-Depot.« Hank griff nach dem Telefon. Wie im Selbstgespräch sagte er laut: »Wollen wir doch mal sehen – wie hieß der Typ vom OSI doch gleich, mit dem ich mich damals unterhalten habe … er war am Donnerstag mit einigen Bildern hier …«

Hank schüttelte den Kopf, schob das Telefon wieder weg und wandte sich erneut Fred zu. »Ich werde damit warten. Das hat Zeit, bis der vorläufige Bericht über die Fälschungen vorliegt. Fred?«

»Was sagt mein medizinischer –«

»Sie behaupten, daß Sie völlig plemplem sind.«

Fred zuckte die Achseln, so gut er das in seinem Jedermann-Anzug konnte. »Völlig?«

Wie kalt ist es in diesem unterirdischen Gewölbe![13]

»Na, vielleicht flackern noch irgendwo so zwei Gehirnzellen vor sich hin. Aber das war’s auch schon. Hauptsächlich Kurzschlüsse und Funken.«

Das ist natürlich, es ist ja tief.[14]

»Zwei, sagen Sie«, sagte Fred. »Von wie vielen?«

»Keine Ahnung. Das Gehirn hat eine Menge Zellen. Soviel ich weiß – Billionen.«

»Und es gibt mehr mögliche Verbindungen zwischen ihnen«, sagte Fred, »als Sterne im Universum.«

»Wenn das stimmt, dann haben Sie aber im Moment keine allzu gute Trefferquote. Ungefähr zwei Zellen von – vielleicht fünfundsechzig Billionen?«

»Eher fünfundsechzig Billionen Billionen«, sagte Fred.

»Das ist ja noch schlechter als die Trefferquote der guten alten Philadelphia Phillies unter Connie Mack. Die schlossen die Saison immer mit einem Prozentsatz von –«

»Was kriege ich,« sagte Fred, »wenn ich angebe, daß es in Ausübung meines Dienstes passiert ist?«

»Einen Ehrenplatz in einem Wartezimmer, wo Sie ganz umsonst eine Menge Saturday Evening Posts und Cosmopolitans lesen dürfen.«

»Und wo ist dieses Wartezimmer?«

»Wo möchten Sie denn am liebsten hin?«

Fred sagte: »Darüber müßte ich erst mal nachdenken.«

»Ich will Ihnen mal sagen, was ich tun würde«, sagte Hank. »Ich würde nicht in eine Staatliche Nervenklinik gehen; ich würde mir an Ihrer Stelle sechs Flaschen guten Bourbons kaufen, Marke I. W. Harper, und in die Hügel gehen, ‘rauf in die San Bernadino-Berge, irgendwo in die Nähe eines der Seen, in eine einsame Gegend, und einfach ganz allein dort bleiben, bis alles vorüber ist. An einem Ort, wo mich niemand finden kann.«

»Aber vielleicht geht es nie mehr vorüber.«

»Dann kommen Sie eben nie mehr zurück. Kennen Sie irgendwen, der da oben ein Blockhaus hat?«

»Nein«, sagte Fred.

»Sind Sie fit genug, um zu fahren?«

»Mein –« Er hielt inne, und eine traumartige Kraft überkam ihn; plötzlich fühlte er sich ganz entspannt und gelöst. Alle räumlichen Beziehungen in dem Büro veränderten sich; die Veränderung berührte sogar seine Zeitwahrnehmung. »Er ist in …« Er gähnte.

»Sie erinnern sich nicht.«

»Ich erinnere mich daran, daß er nicht mehr funktioniert.«

»Wir könnten dafür sorgen, daß jemand Sie hinauffährt. Das wäre auf jeden Fall sicherer.«

Mich wo hinauffährt? fragte er sich. Hinauf in was? Straßen, Feldwege, Pfade hinauf, zerrend und sich aufbäumend in der Motsche, wie ein Kater an einer Leine, der nur wieder ins Haus zurückwill. Der sich befreien will.

Er dachte: Ein Engel, der Gattin so gleich, der führt mich zur Freiheit ins himmlische Reich.[15] Sicher«, sagte er und lächelte. Erleichterung. Gegen den Zug der Leine ankämpfen, sich abmühen, freizukommen, und sich dann zur Ruhe betten. »Was denken Sie jetzt eigentlich von mir«, sagte er, »jetzt, da Sie wissen, daß ich so einer bin – ausgebrannt, vorübergehend jedenfalls. Vielleicht auch auf Dauer.«

Hank sagte: »Ich denke, daß Sie ein sehr guter Mensch sind.«

»Danke«, sagte Fred.

»Nehmen Sie Ihren Revolver mit.«

»Was?« sagte er.

»Wenn Sie mit den I. W. Harper-Flachmännern in die San Bernadino-Berge aufbrechen. Packen Sie Ihren Revolver ein.«

»Sie meinen, für den Fall, daß ich nicht mehr von dem Zeug loskomme?«

Hank sagte: »Nicht nur für diesen Fall. Bei der Dosis, auf der Sie laut diesem Bericht mittlerweile sind, sind die Entziehungserscheinungen … Sie sollten ihn bei sich haben.«

»Okay.«

»Wenn Sie zurückkommen«, sagte Hank, »melden Sie sich bei mir. Lassen Sie es mich wissen.«

»Hölle, ich werde meinen Anzug nicht anhaben.«

»Rufen Sie mich trotzdem an. Mit oder ohne Ihren Anzug.«

Wieder sagte er: »Okay.« Offenbar machte selbst das nichts mehr aus. Offenbar war das ein für allemal vorüber.

»Wenn Sie hingehen und Ihre nächste Gehaltszahlung abholen, wird unter dem Strich ein anderer Betrag stehen. Der Unterschied wird beträchtlich sein, allerdings nur dieses eine Mal.«

Fred sagte: »Bekomme ich einen Bonus dafür – für das, was mir passiert ist?«

»Nein. Lesen Sie Ihre Dienstvorschrift. Ein Beamter, der willentlich süchtig wird und das nicht auf der Stelle meldet, macht sich eines Dienstvergehens schuldig und muß mit einer Geldbuße von dreitausend Dollar und/oder sechs Monaten Haft rechnen. Sie werden möglicherweise nur mit einer Geldbuße davonkommen. «

вернуться

13

Anm. d. Übers.: Deutsch im Original.

вернуться

14

Anm. d. Übers.: Deutsch im Original

вернуться

15

Anm. d. Übers.: Deutsch im Original